Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Die Polizei hat dieses Jahr zusammen mit der Stadt Nürnberg ein neues Verkehrskonzept für das Klassik-Open-Air erarbeitet. So wurden einige Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt und der Verkehr umgeleitet (Foto: Michael Matejka). Die Polizei und die Stadt Nürnberg sahen im neuen Verkehrskonzept wichtige Verbesserungen: Die Maßnahme sollte die Sicherheit der Veranstaltung erhöhen.

Außerdem versprachen sich die Verantwortlichen mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger, die aufgrund der Zufahrtssperren die Straße einfach überqueren konnten. Andererseits erforderte die Umsetzung einen höheren Aufwand für die Polizei und einiges an Umstellungen für die Autofahrer, die nicht zum Klassik-Open-Air wollten. Ella Schindler

Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Beachvolleyball – Verliert Maly an Glaubwürdigkeit?

Die NZ titelte Mitte August dieses Jahres: Maly sprach Machtwort – Aus für Volleyball auf dem Hauptmarkt (Foto: Horst Linke). Drei Monate später lautet die Überschrift in der NZ so: Beachvolleyball-Turnier findet 2016 noch einmal auf dem Hauptmarkt statt – Sandspektakel geht in neue Runde. Der Bürgerverein Nürnberg-Altstadt ist nun sauer, aus der Zeitung zu erfahren, „dass alle bisherigen Zusagen, die Events auf dem Hauptmarkt künftig zu reduzieren, von der Stadtspitze nicht wirklich ernst gemeint waren“.
Aus einem „Machtwort“ des OB gegen das Beachvolleyball 2016 auf dem Hauptmarkt sei jetzt eine Ausweitung der Events geworden, die der Öffentlichkeit gar als „Kompromiss“ verkauft werden sollte. Für Elisabeth Most, Bürgervereinsvorsitzende der Altstadt, steht der „große Verlierer“ dieser Diskussion um den Öffentlichen Raum fest. Verloren hätte nämlich die „Glaubwürdigkeit öffentlicher Zusagen der Stadtspitze“. Und da sich an der Spitze der Stadtspitze Oberbürgermeister Ulrich Maly befindet, ist klar, in welche Richtung hier die Speerspitze gerichtet ist. Hier holt Maly auch das Wort „Machtwort“ wieder ein, das er zwar selber gar nicht benutzt hat, in diesem Zusammenhang aber eifrig verwendet wurde.

Wohl nicht ganz zu Unrecht. Versteht man unter „Machtwort“ doch die endgültige Entscheidung eines Entscheidungsträgers „am Ende einer fruchtlosen Diskussion“.
Viele jüngere Menschen waren von dem Beachvolleyball auf dem Hauptmarkt begeistert. Wohingegen die Begeisterung vieler älterer Nürnberger überschaubar war. Der Stadtverband Nürnberg der Jungen Union wiederum sprach sich für einen Hauptmarkt aus, der allen offenstehen und sich nicht auf die Bedürfnisse einer Gruppe beschränken sollte. Alles andere wäre „die Selbstverzwergung“ eines Großraums mit über einer halben Million Menschen.
Nun also im kommenden Jahr noch einmal – und letztmalig (?) – „der große Sandzwerg“ auf dem Hauptmarkt. Für den Bürgerverein Nürnberg Altstadt steht indes fest: „Ganz gleich, wie die Verhandlungen um Veranstaltungen auf dem Hauptmarkt auch immer ausgehen, waren die Aussagen andere, in der Öffentlichkeit, in Briefen oder in der Bürgersammlung.“
Wir wollen deshalb in unserer Frage der Woche von Ihnen wissen: Beachvolleyball – verliert Maly Glaubwürdigkeit? In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter www.nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren. Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „FSW: Soll die Stadt auf den BN zugehen?“ Teilgenommen haben 2162 Leser. Mit Ja antworteten 56,3 Prozent, mit Nein 43,7. Prozent.

Dieter Wegener

 

Beachvolleyball - Verliert Maly Glaubwürdigkeit?

Opernhaus: Braucht Nürnberg einen neuen Konzertsaal?

Auch der Schnürboden im Opernhaus ist veraltet.Nürnbergs Opernhaus ist innen wie außen prächtig anzuschauen, doch die Technik ist über 100 Jahre alt und muss saniert werden. Ersten Kostenschätzungen zufolge werden mindestens 50 Millionen Euro anfallen. Die Sanierung wird, so Schätzungen, mindestens drei Jahre dauern.

Für diese Interimszeit benötigen Oper und Ballett eine provisorische Spielstätte. Die Frage ist, ob das Geld für ein Ausweichquartier nicht besser langfristig anzulegen ist: Es könnte als Grundlage für den Bau eines neuen Konzertsaals verwendet werden und wäre nicht verloren. Städte wie Düsseldorf oder Kassel haben Millionenbeträge für Interimsspielstätten ausgegeben. Ein neuer Konzertsaal in Nürnberg könnte dann nach der Opernrenovation weiter verwendet werden, was viele Kunstliebhaber sich wünschen. Der Freistaat hat bereits eine großzügige Förderung in Aussicht gestellt.

Gegen ein solches Vorhaben spricht der hohe Verschuldungsgrad der Stadt. Die Meistersingerhalle ist sanierungsbedürftig und dafür wird ein zweistelliger Millionenbetrag benötigt. Sie steht zwar unter Denkmalschutz, doch ihre Akustik ist nicht sehr gut. Vielleicht sollte man über einen Abriss nachdenken. Die Stadt hat kein Geld und gleich mehrere Probleme. Ein Interimsquartier für die Oper wird benötigt, ein neuer Konzertsaal mit guter Akustik wäre sinnvoll und die Sanierung der Meistersingerhalle ist fällig. Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Braucht Nürnberg einen neuen Konzertsaal?“

Geben Sie Ihr Votum bitte auf www.nz-online.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Bettina Wulff: Wollen Sie wirklich alles wissen?“ Mit Ja antworteten 14 Prozent, mit Nein 86 Prozent.

Nehmen schlechte Umgangsformen zu?

Mit Missmut und Grantigkeit kommt man - wie Matthias Egersdörfer beweist - auf der Bühne zum Erfolg. Aber ist das im Alltag genauso?

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Das Risiko, Opfer von übel gelaunten Mitmenschen zu werden, ist groß. Die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Helfen können da aber weder Arzt noch Apotheker. Das beste Rezept gegen barsche, freche, garstige, unhöfliche, misslaunige, ruppige, rüde, sauertöpfische oder unverschämte Leute lautet: Auf gar keinen Fall anstecken lassen!

Die NZ hat in ihrer letzten Mittwochausgabe von den leidvollen Erfahrungen der Sör-Mitarbeiterinnen berichtet. Das Dilemma ist, dass dort meistens nur die Entgleisungen von Wutbürgern ankommen. Die netten Leute, also solche mit Umgangsformen, rasten nicht gleich wegen jedes Hundehaufens oder wegen jedes ungeleerten Abfallbehälters aus.
Mit den schlechten Umgangsformen ist das allerdings so eine Sache: Sie befruchten sich gegenseitig. Beobachtet man nämlich beispielsweise, wie viele Kunden ihr „Mütchen“ an Kassierinnen kühlen (daheim und am Arbeitsplatz wohl nichts oder wenig zu sagen!), ist es wenig verwunderlich, wenn die „hinter der Kasse“ im Laufe des Tages auch patzig werden.

Wer schon mal die Vereinigten Staaten bereist hat, kann sich als Deutscher nur wundern: Da befruchtet allüberall Freundlichkeit die Freundlichkeit. Richtig ist: Meistens handelt es sich um eine „aufgesetzte Freundlichkeit“. Damit lässt es sich aber im Alltag wesentlich besser leben als mit „unaufgesetzter Unfreundlichkeit“.

Aber auch im rauen heimischen Gewässer scheint es besser zu werden. In zahlreichen Servicebereichen (nicht bei Sör!) ist erfreuliche Freundlichkeit zu genießen. Das muffige Gebaren und der ungnädige Ton weichen freundlichem Auftreten und einem verbindlichen Ton. Natürlich können nun einige besonders mürrische Zeitgenossen von einer „unerträglichen Freundlichkeit“ sprechen und sich miesepetrig in ihre ungehobelte Welt zurückziehen. Weiser dürfte allerdings der Spruch des US-Schriftstellers Mark Twain sein: „Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.“

Und wie erleben Sie im Frankenland ihre Mitmenschen? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wir wollen in dieser Woche von Ihnen wissen: „Haben schlechte Umgangsformen zugenommen?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf der NZ-Webseite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Ein Mahnmal für die Bücherverbrennung?“ Mit Ja antworteten 26 Prozent, mit Nein 74 Prozent. we

Soll Tempo 30 vor Schulen bleiben?

Zehn Beschwerdeführer bei der Regierung von Mittelfranken wollen die flächendeckende Tempo-30-Regelung vor Schulen in Nürnberg, die seit September gilt, zu Fall bringen. Sie haben um eine Überprüfung der verkehrsrechtlichen Anordnungen der Stadt Nürnberg gebeten. Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet, denn es geht um einen Kurswechsel bei der Ausweisung der Tempo-30-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen in Bayern: Bislang wurden solche flächendeckenden Geschwindigkeitsregelungen in Bayern nicht geduldet. „Nach der Straßenverkehrsordnung dürfen Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung von Rechtsgütern erheblich übersteigt. Die Rechtmäßigkeit einer Anordnung kann deshalb nur unter Berücksichtigung der konkreten Verkehrsverhältnisse in jedem Einzelfall beurteilt werden“, erklärt Günther Kiermeier, stellvertretender Pressesprecher der Regierung von Mittelfranken. Pauschale Tempo-30-Regelungen sind demnach eigentlich ausgeschlossen. Es müssen die jeweilige Gefahrenlage und die örtliche Verkehrssituation berücksichtigt werden. Wie wichtig aber eine Geschwindigkeitsbeschränkung vor Schulen ist, machen folgende Zahlen deutlich: In der ersten Schulwoche 2011, die nur aus vier Tagen bestand, wurden bei Geschwindigkeitskontrollen 883 Verstöße festgestellt.

Die Beschwerde führenden Autofahrer sehen dagegen die Geschwindigkeitsbeschränkung als Möglichkeit, Autofahrer zu schröpfen, um Geld für den maroden Stadthaushalt zu bekommen. Eine Gefahrenlage liege in vielen Fällen nicht vor, so der Tenor der Kritik. „Die bislang 10 Einwender machen im Wesentlichen geltend, dass die Verkehrsbeschränkungen nach der Straßenverkehrsordnung nicht erforderlich seien, auch weil in vielen Fällen Schülerlotsen oder technische Einrichtungen zur Schulwegsicherung in Form von Fußgängerüberwegen, Ampeln vorhanden seien“, so Kiermeier. In Berlin unterlag im November aber eine Autofahrerin vor Gericht, als sie die dortige Tempo-30-Regelung vor Schulen und Kindertagesstätten kippen wollte. Die Richter stuften die Unversehrtheit von Kindern höher ein als den Zeitverlust für Autofahrer durch eine reduzierte Fahrgeschwindigkeit. Die Regierung von Ansbach überprüft jetzt die Nürnberger Regelung

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Soll Tempo 30 vor Schulen bleiben?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf der NZ-Homepage ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Fan-Randale: Soll der Club härter durchgreifen?“ Mit Ja antworteten 48 Prozent, mit Nein 52 Prozent. fis

Braucht der Flughafen einen neuen Namen?

Der Flughafen Nürnberg wurde zuletzt stark gebeutelt. Finanzkrise, Aschewolke, politischer Frühling in Nordafrika und zu wenig Grundkapital haben den Airport im Knoblauchsland in Finanznöte gebracht, so dass Stadt und Freistaat in den nächsten Jahren insgesamt 40 Millionen Euro zuschießen müssen. Mit neuen Flugzielen und einer Modernisierung des Angebots am Flughafen – von den Geschäften bis hin zu neuen Veranstaltungen –, soll der Airport modernisiert werden, damit mehr Fluggäste kommen.

Finanzminister Markus Söder, der auch wieder dem Aufsichtsrat des Flughafens angehören wird, brachte nun einen neuen Namen ins Spiel: Statt Flughafen Nürnberg soll es künftig Albrecht-Dürer-Airport heißen. Mit der Marke „Dürer“ versucht Nürnberg im kulturellen und touristischen Bereich seit zehn Jahren verstärkt auf sich aufmerksam zu machen. Dürer ist eben der bekannteste Sohn der Stadt – weltweit.

Ob die Gleichung „Dürer-Airport“ ist gleich mehr Fluggäste zutrifft, darüber kann man heftig streiten. Von München fliegt man ja auch nicht ab, weil der Flughafen „Franz-Josef-Strauss“ heißt, sondern weil das Angebot der Flugziele und die Preise stimmen. Eine Umbenennung würde aber in jedem Fall dazu führen, dass der Name Nürnberg international weniger stark wahrgenommen wird.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Braucht der Flughafen einen neuen Namen?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf unserer Homepage ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Gefällt Ihnen der neue Friedrich-Ebert-Platz?“ Mit Ja antworteten 24 Prozent, mit Nein 76 Prozent. fis

Soll die NPD verboten werden?

Die Debatte um ein Verbot der NPD ist seit der Aufdeckung der rechtsextremistischen Mordserie neu entbrannt. Die Politik ist aufgeschreckt, hat die Brisanz der Lage erkannt und die Suche nach einer Strategie gegen den braunen Terror aufgenommen. Welcher freilich der richtige Weg ist, darüber scheiden sich die Geister. Schon einmal hat der Versuch, die NPD zu verbieten, ein peinliches Ende gefunden. Vor dem Bundesverfassungsgericht scheiterte der Vorstoß im Jahr 2003 bereits im Ansatz. Denn das Beweismaterial, das vorlag, stützte sich zum Teil auf Aussagen von V-Leuten. Sollte sich der Rechtsstaat noch einmal um ein Verbot bemühen, dann muss er sehr gut vorbereitet sein. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat deshalb auch angekündigt, ein Verbotsverfahren im Vorfeld akribisch zu prüfen und erst dann vor Gericht zu ziehen.

Die Frage ist freilich, ob ein Verbot überhaupt sinnvoll ist. Wäre es ein starkes Zeichen gegen Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit? Viele Stimmen, über die Grenzen der demokratischen Parteien hinweg, sagen Ja. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat sich für ein NPD-Verbot ausgesprochen. Er bezeichnet es als unerträglich, dass die „hochgefährliche und verfassungsfeindliche“ NPD aus der Parteifinanzierung Millionen an Steuergeldern kassiert. Sie sei der Nährboden für Fremdenfeindlichkeit und Gewalttaten, so Herrmann in einem Gespräch mit der NZ.

Allerdings gibt es auch Argumente gegen ein NPD-Verbot, die nicht von der Hand zu weisen sind. Es bestehe dann die Gefahr, dass sich die Partei einen Märtyrerstatus aneignet, fürchten Verbotsgegner. Das rechtsextreme Potenzial werde nicht beseitigt, sondern agiere im Untergrund weiter und sei somit noch schwerer kontrollierbar. Sinnvoller sei es, die Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu forcieren und Organisationen, die Aussteigern helfen, stärker zu unterstützen.Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Soll die NPD verboten werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Sind Sie für das Betreuungsgeld?“ Mit Ja antworteten 44 Prozent, mit Nein 56 Prozent.   gs

Sind Sie für das Betreuungsgeld?

Wie das Konstrukt am Ende funktionieren soll, darüber streiten sich noch die Geister aus Union und FDP. Doch einen Punkt haben die Koalitionsspitzen in seltener Einigkeit geklärt: Das Betreuungsgeld wird im Wahljahr 2013 eingeführt. Eltern, die auf einen Krippenplatz verzichten, sollen als Anerkennung ihrer Erziehungsleistung zuerst 100 Euro im Monat erhalten, ab 2014 sogar 150 Euro.

Vor allem die Union will das Betreuungsgeld als Ausgleich für Eltern verstanden wissen, die keinen staatlich geförderten Krippenplatz in Anspruch nehmen. Gründe dafür gebe es laut CDU/CSU genug: Manche Kinder finden sich in Krippen nicht ein, die Gruppen sind zu groß oder die Eltern bekommen schlicht keinen Platz. Ein weiterer Vorteil sei die individuelle Betreuung des Kleinkindes durch eine feste Bezugsperson.

Und diese Bezugsperson müsse noch nicht einmal unbedingt die Mutter oder der Vater sein. Denn obwohl über die Ausgestaltung auch innerhalb der Koalitionsreihen noch heftig diskutiert wird, kann sich Familienministerin Kristina Schröder durchaus vorstellen, dass Papa und Mama arbeiten gehen und die Betreuung von einer Tagesmutter oder der Oma übernommen wird – selbst in diesem Fall soll es einen Anspruch auf Betreuungsgeld geben.

Die Opposition, aber auch Mitglieder aus den Reihen der Regierungsparteien schlagen bei dem Thema die Hände über dem Kopf zusammen. Eine grundsätzlich zu klärende Frage wird sein, ob das Betreuungsgeld überhaupt mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Nach Ansicht von Juristen verletzt die Erziehungsleistung die politische Pflicht, sich nicht in die private Familiengestaltung einzumischen. Außerdem werde es in der Realität so sein, dass die Leistung vor allem von Müttern bezogen wird. Somit werde die Vorherrschaft von Männern im Berufsleben verfestigt, ergo der Gleichberechtigung von Mann und Frau widersprochen. Zuletzt haben auch etliche CDU-Frauen dem Betreuungsgeld widersprochen.

Außerdem stellen sich Kritiker die Frage, was der Unterschied ist zwischen berufstätigen Eltern, die ihr Kind staatlich geförderten Einrichtungen überlassen, und berufstätigen Eltern, die ihre Kinder zu staatlich geförderten Tagesmüttern bringen.

Die Barauszahlung wiederum stößt selbst in CDU-Kreisen auf Stirnrunzeln, nur HartzIV- Eltern scheinen es nach dem jetzigen Stand der Dinge nicht wert zu sein, dass ihre Erziehungsleistung anerkannt wird: Das Betreuungsgeld soll wie auch das Elterngeld vollständig auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden.

Böse Zungen behaupten gar, das Anliegen des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer sei nur abgenickt worden, weil das Ziel, bis 2013 bundesweit eine Betreuungsquote der unter Dreijährigen von 35 Prozent zu erreichen, nicht einzuhalten ist.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Sind Sie für das Betreuungsgeld?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Söder Finanzminister, ist das eine gute Entscheidung?“ Mit Ja antworteten 49 Prozent, mit Nein 51 Prozent. kawa

Söder Finanzminister, eine gute Entscheidung?

Die Absetzbewegungen aus der Politik häufen sich. Mit seiner Absicht Sparkassenpräsident zu werden hat der bisherige bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon die CSU und die Staatsregierung in die Bredouille gebracht. Ein Nachfolger musste her und zwar schnell. Doch so richtig drängte sich keiner als oberster bayerischer Kassenwart auf. So blieb die Aufgabe an Markus Söder hängen. Der gelernte Jurist hatte zunächst auch keine besondere Affinität zur Umweltpolitik erkennen lassen und wurde dann trotzdem Umweltminister. Wie viele behaupten, hat er seine Sache nicht einmal schlecht gemacht. Somit scheint er flexibel und in der Lage zu sein, sich gut in neue Ämter einarbeiten zu können — auch wenn sie ihm fremd sind.

Andererseits ist das Finanzministerium eine Schlüsselposition, auf der ein erfahrener Fachmann sitzen sollte. Deswegen ging der bayerische SPD-Chef Florian Pronold nach Bekanntwerden der Personalie auch mit der Parole „Flachmann statt Fachmann“ hausieren. Die hiesigen CSU-Freunde Söders erinnerten demgegenüber daran, dass Söder im Gegensatz zu den meisten anderen Regierungsmitgliedern Franke sei und das in München auch nicht vergessen habe. Er könne daher vielleicht dafür sorgen, dass der Norden Bayerns künftig etwas besser wegkommt.
Unsere Leserfrage lautet daher in dieser Woche: „Söder Finanzminister: Eine gute Entscheidung?“. Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Braucht Nürnberg ein reines Fußballstadion?“. Mit Ja antworteten 29 Prozent, mit Nein 71 Prozent.

Stadtteilkirchweih – ein Auslaufmodell?

In Großreuth bei Schweinau mussten die Kirchweihbesucher sich mit wenigen Buden zufriedengeben, in Großreuth hinter der Veste mussten die Kärwaburschen ein eigenes Stadtteilfest organisieren, weil Stadt und Schaustellerverband abgesprungen waren. Vor allem Kirchweihen in Randgebieten von Nürnberg leiden unter Besucher- und Schaustellerschwund.
Für die Schausteller müsse sich eine Kirchweih nun mal lohnen, sagt Lorenz Kalb, Vorsitzender des süddeutschen Schaustellerverbandes. Und so entsteht ein Teufelskreis: Weniger Besucher ziehen weniger Schausteller nach sich, was die Kirchweihen immer unattraktiver macht – und gleichzeitig immer teurer für die Schausteller. Die müssen sich die Nebenkosten nämlich teilen.
Die Stadt versucht nun herauszufinden, woran es in den einzelnen Stadtteilen liegt, dass die Kirchweih so schlecht besucht ist. Man denkt auch über finanzielle Hilfen für die Schausteller nach, um die Tradition der Stadtteilkirchweihen zu bewahren. Aber ist das überhaupt möglich, wenn die Menschen in manchen Stadtteilen kein Interesse mehr an den derartigen Festen haben?

Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Stadtteilkirchweih – ein Auslaufmodell?“ Abstimmen können Sie wie immer auf der NZ-Homepage.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Gefällt Ihnen da neue Stadtlogo?“ Mit Ja antworteten 36 Prozent, mit Nein 64 Prozent.