Hygienesünder beim Namen nennen?

„Mäusedreck und Schimmel“ – die Schlagzeile über einem Artikel, der vergangene Woche in der NZ erschienen ist, sorgte für Aufregung. Ein Wirt eines Innenstadtlokals war vom Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil in seinem Lokal hygienisch unhaltbare Zustände herrschten. Den Namen des Wirtes und den des Gasthauses veröffentlichte die NZ aus Gründen des Personenschutzes nicht. Im Netz wurde jedoch rege diskutiert, um welche Wirtschaft es sich handeln könnte.
Vor drei Jahren musste man nicht lange rätseln, in welchen Küchen es mit der Hygiene nicht so genau genommen wird. Damals ging eine Internetseite an den Start, auf der das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Namen der Gaststätten veröffentlichte, bei denen die Kontrolleure etwas zu beanstanden hatten. Plötzlich wurde publik, welcher Bäcker seine Ratten ignorierte und welcher Biergarten sein Fleisch direkt neben dem Müll lagerte.
Weil der Bayerische Verwaltungsgerichtshof im März 2013 jedoch erhebliche rechtliche Bedenken an der Rechtsgrundlage der Veröffentlichungen geäußert hat, werden grobe Verstöße von Wirten bis zur endgültigen Klärung der Rechtslage
derzeit nicht veröffentlicht. In der Praxis heißt das, dass Verbraucher zwar telefonisch unter  2 31 -25 24 nachfragen können, ob ein bestimmtes Nürnberger Lokal sauber arbeitet, einen „Online-Pranger“ gibt es jedoch nicht.

Julia Vogl

Hygienesünder beim Namen nennen?