Soll der Staat Opel retten?

Opel_Kri.JPGWenn eine Firma in Schwierigkeiten geraten ist, dann hat sie bisher entweder Geld von der Bank erhalten oder ist pleite gegangen. Pleite gehen gehört zu den Risiken eines Unternehmers, und der strengt sich an, weil er es nicht so weit kommen lassen will.
Inzwischen scheint sich da aber einiges gewandelt zu haben. Wenn ein Unternehmen in Schieflage gerät, schreit es plötzlich nach dem Staat. Der Staat soll dann, mit unserem Geld aushelfen. Jetzt hat das Opel-Management um eine Milliarden-Bürgschaft gebeten, um nicht durch die Krise bei der Konzernmutter General Motors in den Abgrund gezogen zu werden. Als ob es nur General Motors war, das die falschen Autos gebaut und sich nicht ums Verrecken auf neue Anforderungen einstellen wollte? Gibt es denn bei Opel ein Modell, dem irgendwer eine Träne nachweinen würde, wenn es nicht mehr gebaut würde? Eigentlich war das letztmals beim Manta der Fall.
Insofern könnte man Opel durchaus über den Jordan gehen lassen, das Staatsgeld anderweitig einsetzen und einen Präzedenzfall verhindern, der dazu führt, dass andere Unternehmen genauso behandelt werden wollen. Allerdings: Allein bei Opel sind rund 25.000 Arbeitsplätze  betroffen, dazu kommen fast doppelt so viele Arbeitsplätze bei den Zulieferern. Eine ganze Menge und — vor allem wenn man die mit betroffenen Familien dazu rechnet — ein enormes Wählerpotential, das niemand angesichts der anstehenden Landtagswahlen in Hessen und Thürigen vor den Kopf stoßen will.
In unserer Leserfrage der Woche wollen wir diesmal von Ihnen wissen: Soll der Staat Opel retten? Abstimmen können Sie (ab Montag) hier.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Braucht der Club einen neuen Präsidenten? Mit Ja antworteten 48,5 Prozent, mit Nein 51,5 Prozent.