Rauchverbot in der Öffentlichkeit?

Debatten um Rauchverbote verlaufen unversöhnlich und finden bis heute kein Ende. Das macht sie aber nicht überflüssig. In Schleswig-Holstein ist dieser Tage das Rauchen auf öffentlichen Spielplätzen verboten worden. Das ist in Bayern übrigens schon seit 2008 der Fall – was aber weitgehend unbekannt blieb. Jedenfalls haben Lungenmediziner die Gesetzesänderung im Norden wieder zum Anlass genommen, noch viel weiterreichende Rauchverbote zu fordern: auch im Auto und in der Öffentlichkeit generell. Passivrauchen schädige insbesondere die Lungen von Kindern unumkehrbar, also sei es unbedingt einzudämmen.

Streng medizinisch betrachtet kann es hier keinen Einwand geben. Jede nicht gerauchte Zigarette tut dem Körper gut, auch dem des Gegenübers. Und ein Mangel an Gelegenheiten minimiert die Lust so manches Gelegenheitsrauchers. Gesundheitsaufklärung und rücksichtsvolles Miteinander nützen einem Kind von Rauchern sonst nämlich nichts. Auf der anderen Seite lässt sich Menschen kein gesundes Leben per Gesetz verordnen. In Gaststätten, am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln ist der Tabak schon weitgehend zurückgedrängt. Der Rest, so kann man freiheitlich argumentieren, fällt nun mal in den Bereich der allgemeinen Lebensrisiken.

Isabel Lauer

Rauchverbot in der Öffentlichkeit?