Braucht die Stadt eine Surfwelle?

Nürnberg und Surfen? Diese Begriffe passen ungefähr so gut zusammen wie Fürth und Fußballstadt – eigentlich gar nicht. Hier fehlt es für die Trendsportart an allem, was sie ausmacht: heiße Sommer, Meer und Strand. Und nein, der Stadtstrand am Wöhrder See zählt nicht. Dennoch könnte Nürnberg tatsächlich zum Surf-Pilgerort werden. Das ist die Hoffnung des Vereins „Nürnberger Dauerwelle“. Seit sechs Jahren setzt er sich für eine Surferwelle in der Pegnitz ein – und musste seitdem einiges einstecken: Der Standort musste zweimal gewechselt werden, das Projekt kam nicht voran. Doch die Pläne werden konkreter. Es steht fest: Das Fuchsloch in Muggenhof ist der geeignete Ort.

Das sieht auch der bayerische Finanzminister Markus Söder so, der das Vorhaben mit 250000 Euro unterstützen will. Fehlt „nur“ noch der Rest der Finanzierung. Der Verein spricht von Kosten in Höhe von 500.000 bis 700.000 Euro. Neben Spenden setzt er auf Crowdfunding: In diesem Finanzierungsmodell geben viele Unterstützer kleine Beträge ab. Wie so etwas ausgehen kann, zeigt das aktuelle Beispiel vom „Max-Morlock-Stadion“: 800.000 Euro sollen so zusammenkommen, um die Umbenennung des Stadions zu finanzieren. Bisher läuft es mehr als schleppend.

Dies schreckt den Verein „Nürnberger Dauerwelle“ nicht ab: Er verweist auf die große Community der Surfer in der Region. Außerdem hofft er auf eine Beteiligung der Stadt. Schließlich wäre Nürnberg um eine Attraktion reicher. Auch weil die Konstruktion zur Erzeugung der künstlichen Wellen deutschlandweit einzigartig wäre – und Nürnberg so zum Vorbild für andere Städte werden könnte.

Braucht die Stadt eine Surfwelle?

Brauchen wir mehr Zugang zur Pegnitz?

Die Stadt Nürnberg hat einen Plan: Die Pegnitz soll zugänglicher und besser erlebbar werden, für Einwohner wie für Touristen. Man hat zwei Landschaftsarchitekten beauftragt, die Vorschläge machten, wie das zu realisieren sein könnte. Mit einer Treppe hinunter zum Ufer beispielsweise, mit Bänken und einem Steg am Wasser. Letztlich sollen aber die Bürger entscheiden, was davon umgesetzt wird. Und sie werden dazu aufgerufen, eigene Vorschläge zu machen.

Man könnte nun argumentieren, dass es Wichtigeres gäbe, in das die Stadt ihr Geld und ihre Zeit investieren könnte, als in derartige Pläne: Schulen, Straßen, vernachlässigte Grünanlagen. Ist die bessere Erschließung der Pegnitz da nicht ein Luxusproblem?

Und doch: Wasser bedeutet Lebensqualität. Das gilt nicht nur fürs Meer. Der Blick aufs Wasser beruhigt. Wir Nürnberger haben das Glück, dass unser Fluss mitten durch die Innenstadt fließt. Doch davon bekommt man kaum etwas mit, es sei denn, der Weg führt über eine der zahlreichen Brücken. Meist ist die Pegnitz weit weg, weit unter uns. Das kann sich nun ändern. Vielleicht wäre das eine gewisse Investition wert.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche „Brauchen wir mehr Zugang zur Pegnitz?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab Über die Leserfrage diskutieren können Sie hier.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Sind Kaufhäuser noch zeitgemäß?“ Mit Ja antworteten 76 Prozent, mit Nein 24 Prozent.