Sollen Plastiktüten ganz verboten werden?

Wer nach Ruanda, Kenia oder Tansania reist, sollte seinen Koffer mit Bedacht packen. Hat er Schuhe in eine Plastiktüte gewickelt, bekommt er Stress oder drakonische Geldstrafen bei der Gepäckkontrolle. Denn viele afrikanische Staaten haben Plastiktüten verboten. Das Leben geht dort trotzdem weiter, und die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) kann sich das nun nach der CSU auch vorstellen.

Ein Schritt zur dringend notwendigen Entmüllung der Welt ist so ein Verbot natürlich. Tüten, ob kostenpflichtig oder gratis, landen oft genug im Gebüsch oder Gewässer. Skeptiker halten die Idee aber für Symbolpolitik mit geringer Wirkung. Denn ein Verbot löst das Problem dahinter nicht: unser – im Vergleich zu Afrika weit verschwenderischerer – Konsum von Einwegwaren aller Art. Und dem Irrtum, Papier- und Stofftragetaschen seien umweltfreundlich, sitzen viele Leute auf.

Isabel Lauer

 

Sollen Plastiktüten ganz verboten werden?

Verzichten Sie künftig auf Plastiktüten?

Jeder Deutsche benutzt im Schnitt 70 Plastiktüten (Foto: dpa) pro Jahr. Das soll sich der Umwelt zuliebe ändern. Ab dem 1. April schaffen viele große Handelsketten ihre kostenlosen Tüten ab. Die Lebensmittelmärkte verlangen schon seit geraumer Zeit Geld für die unökologischen Transportmittel, auch Drogerie- und Elektronikmärkte tun das. Die meisten Kunden hätten kein Problem mit der Umstellung gehabt, wie die Unternehmen in einer NZ-Umfrage mitteilten.

Viele Menschen haben ohnehin immer einen Einkaufsbeutel bei sich, weil sie helfen wollen, die Plastikflut einzudämmen. Wer trotzdem eine Tüte will, bezahlt künftig zwischen 5 und 20 Cent. Das sind nicht unbedingt abschreckende Beträge, aber sie bringen den einen oder anderen vielleicht doch dazu, künftig darauf zu verzichten.

Gabi Eisenack

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