Zu viel Polizei im Stadion?

Der Profifußball ist bekanntlich ein Millionengeschäft. Und ein Geschäftsmodell, das gut bewacht wird. Denn starke Polizeikräfte an jedem Spieltag im Umfeld der Stadien gehören längst zum gewohnten Bild auch in Franken. Die Landtags-Grünen, etliche Fußballvereine und auch die Fan-Hilfen wollen dies geändert sehen – und haben jetzt die Forderung nach weniger Polizei beim Fußball erhoben (die NZ berichtete).

Das Kernargument dieses Vorstoßes besteht in einem Vergleich zwischen Fußball und Oktoberfest. Während der „Wiesn kämen alle Jahre wieder weit mehr Menschen je 100000 Besucher durch Verletzungen zu Schaden als in den Profifußball-Stadien. Dies zeige, dass das Polizeiaufgebot rund um die Fußballstadien viel zu groß geworden sei.

Kritiker halten dem entgegen, es sei gerade der ständigen Polizeipräsenz zu verdanken, dass gewaltaffine Fußballanhänger in den Stadien sowie in deren Umfeld im Zaum gehalten würden. Eine deutliche Reduzierung der Einsatzkräfte würde alsbald dazu führen, dass der verbal-aggressive Schlagabtausch verfeindeter Ultra-Gruppierungen durch eine zunehmende Zahl von (Massen-)Schlägereien abgelöst würde.

Tilmann Grewe

Zu viel Polizei in den Fußballstadien?

Schützen Sie Ihre Daten jetzt besser?

Ein 20-jähriger Schüler hat große Datenmengen, darunter zahllose persönliche Informationen von Politikern und Prominenten, im Internet veröffentlicht. Aber auch für viele Durchschnittsinternet-Nutzer ist dieser Alptraum, laut einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom, schon bittere Realität geworden – demnach wurde im vergangenen Jahr jeder zweite Internetnutzer Opfer von Cyberkriminalität, mal ging es um Kreditkartenbetrug, mal um Identitätsdiebstahl, mal um die Weitergabe persönlicher Daten an Dritte (Foto dpa).
Es gibt aus aktuellem Anlass wieder Experten-Tipps, wie man sich besser vor Datenmissbrauch schützen kann: Änderung des Passwortes, der sparsame Umgang mit der Angabe persönlicher Daten (das beginnt schon beim Geburtsdatum) oder genauer zu überlegen, welches Foto man ins Netz stellt oder, ob man seinen Standort preisgibt. Auch vor immer raffinierter gefälschten E-Mails wird gewarnt, vor allem, wenn sie Anhänge oder Links enthalten.
Manch einer nimmt sich diese Hinweise zu Herzen, andere resignieren und sagen: Wenn es einem 20-jährigen Schüler und Autodidakt gelingt, Daten in dieser Vielfalt und Menge abzufischen, dann kann man sich offenbar sowieso nicht effektiv schützen. Wir wollen daher in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Datenklau: Schützen Sie Ihre Daten ab jetzt besser?“ In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren.

Claudia Urbasek

Schützen Sie Ihre Daten jetzt besser?

Sichtbare Tatoos für Polizisten erlauben?

In der Tattoo-Frage ist unsere Gesellschaft gewissermaßen gespalten. Ältere Menschen können dem weit verbreiteten Körperschmuck in der Regel wenig abgewinnen. Je größer die Zahl der zurückliegenden Lebensjahre, desto stärker ist die Assoziation von Tätowierungen mit Seeleuten, Knastbrüdern und dem Rotlichtmilieu. Ehrbare Bürger lassen sich keine Muster, Sprüche oder Bilder in die nackte Haut stechen, mag so mancher Ältere sich denken.
Vollkommen anders sieht die jüngere Generation dieses Thema. In den 1990er Jahren wurden Tätowierungen allmählich „in“. Lange Zeit suchten sich die Protagonisten dafür aber Körperstellen aus, die sich im Zweifel mit Kleidungsstücken leicht bedecken lassen. Das hat sich in den zurückliegenden zehn Jahren grundlegend verändert. Wer sich heute unter die Nadel legt, entscheidet sich häufig ganz bewusst für (fast) jederzeit sichtbare Körperregionen: Unterarme, Unterschenkel, Dekolletee, Hals und sogar das Gesicht.
Längst gelten Tattoos als Symbole eines des Lebensstils, Zeichen der Lässigkeit. Und: Sie sollen den Träger bzw. die Trägerin einzigartig machen. Dabei ist – nebenbei bemerkt – gerade derjenige heute einzigartig, der ohne Tätowierungen in eine Szenebar geht. Ja, mit Nadeln verewigter Körperschmuck ist in allen Schichten der Gesellschaft angekommen und in allen Berufsgruppen – vom Busfahrer bis zum Banker, vom Bundesliga-Fußballprofi bis zum Polizisten.
Im Dienst dürfen Polizisten allerdings keine sichtbaren Tätowierungen tragen – zumindest in Bayern. Der Freistaat befürchtet, die Bürger könnten den Respekt vor solchen Beamten verlieren. Dagegen klagt jetzt ein Streifenbeamter aus Mittelfranken vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Er ist der Auffassung, Tattoos sind in unserer Gesellschaft so selbstverständlich geworden, dass auch Polizisten in Uniform sie sichtbar tragen dürfen sollten.

Tilmann Grewe

Sichtbare Tatoos für Polizisten erlauben?

Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Die Polizei hat dieses Jahr zusammen mit der Stadt Nürnberg ein neues Verkehrskonzept für das Klassik-Open-Air erarbeitet. So wurden einige Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt und der Verkehr umgeleitet (Foto: Michael Matejka). Die Polizei und die Stadt Nürnberg sahen im neuen Verkehrskonzept wichtige Verbesserungen: Die Maßnahme sollte die Sicherheit der Veranstaltung erhöhen.

Außerdem versprachen sich die Verantwortlichen mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger, die aufgrund der Zufahrtssperren die Straße einfach überqueren konnten. Andererseits erforderte die Umsetzung einen höheren Aufwand für die Polizei und einiges an Umstellungen für die Autofahrer, die nicht zum Klassik-Open-Air wollten. Ella Schindler

Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Polizei auf Twitter und Co. – Ist das sinnvoll?

Die Berliner und die Münchner Polizei sind schon seit geraumer Zeit eifrig dabei, jetzt macht auch die mittelfränkische bei Twitter und Facebook mit. Heute, am Mon­tag, gibt Polizeipräsident Johann Rast in Nürnberg quasi den offiziel­len Startschuss.

Nun stellt sich die Frage, ob das wirklich sein muss. Denken wir an den Amoklauf im Münchner Olym­pia- Einkaufszentrum. Die Polizei hat in den Stunden der Ungewiss­heit die Öffentlichkeit über den Kurznachrichtendienst Twitter auf dem Laufenden gehalten. Auch die Berliner informierten die Bürger während des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt am Breidscheid­platz via Twitter über das Gesche­hen. Sicher ist das ein Weg, um Gerüchtebildung zu vermeiden und die Bevölkerung zu bitten, keine Fil­me von Tatorten und Opfer im welt­weiten Netz zu verbreiten. Über die sozialen Medien sind sehr viele Men­schen sehr schnell erreichbar.

Doch andererseits: Werden Nach­richten über Twitter und Facebook überhaupt noch richtig wahrgenom­men, wenn die Flut an Meldungen täglich mehr und mehr steigt? Und: Besteht nicht die Gefahr, dass sich die Polizei im Ernstfall verzettelt? Dass sie selbst unter einen enormen Druck gerät, Informationen schnel­ler und schneller unter die Leute zu bringen?
Gabi Eisenack

Polizei auf Twitter und Co. – Ist das sinnvoll?

Hilfspolizisten gegen Einbrecher?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich angesichts der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen für den vermehrten Einsatz von Hilfspolizisten ausgesprochen. Diese könnten „als Wache in besonders belasteten Vierteln eingesetzt werden“, sagte de Maizière in einem Interview der „Rheinischen Post“.
In Sachsen unterstützen bereits 47 Absolventen einer solchen Ausbildung die regulären Polizeikräfte. Der Innenminister bezeichnete das „zukunftsweisende Modell“ im Freistaat als vorbildlich für andere Bundesländer. Die bewaffneten Wachpolizisten, die auch Uniform tragen, sollen in Sachsen vorrangig Aufgaben des Objektschutzes sowie der Personenbewachung übernehmen.
Die Politiker des Freistaats Bayern halten indes nichts von diesem Vorschlag. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte in einem Gespräche mit der NZ, man setze hier auf ein anderes Konzept. Die bayerische „Sicherheitswacht“ hat sich nach seinen Worten außerordentlich bewährt.
Im Gegensatz zur „Wachpolizei“ verfügen die nur gegen eine Aufwandsentschädigung tätigen Angehörigen der bayerischen „Sicherheitswacht“ weder über Uniform noch Waffen. Man habe sich bewusst gegen Uniformen und Waffen entschieden, da die Angehörigen der Sicherheitswacht weder Hilfspolizei noch Bürgerwehr seien. De Maizière hat mit seinem jüngsten Vorschlag breiten Widerstand ausgelöst. Die SPD lehnt solche „Hilfssheriffs“ ebenfalls ab.
Andererseits steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche dramatisch. Waren es im Jahr 2014 noch 152.123 Fälle, wurden 2015 insgesamt 167.136 Fälle einschließlich der Einbruchsversuche erfasst. Das ist ein Anstieg um 9,9 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei gerade mal 15,2 Prozent.
Thomas de Maizière hat mit seinem umstrittenen Vorschlag ganz besondere Brennpunktviertel im Visier. Und offensichtlich hat sich das Modell in Sachsen bewährt. Die Forderung, anstatt solcher „Hilfssheriffs“ lieber die Kopfstärke der Polizei zu erhöhen, ist angesichts des offensichtlichen Sicherheitsdefizits bei Wohnungseinbrüchen nicht auf die Schnelle umzusetzen.
Es gibt also bei dieser Frage sehr wohl das Für und Wider. Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal Ihre Meinung zu der Frage wissen: „Hilfspolizisten gegen Einbrecher?“

Dieter Wegener

Hilfspolizisten gegen Einbrecher?

Ist der Blitzmarathon sinnvoll?

„Wer zu schnell fährt, gefährdet sein Leben und das der anderen“ – an dieser Aussage von Innenminister Joachim Herrmann gibt es nichts zu rütteln. Trotzdem drücken nach wie vor etliche Autofahrer gerne mal ein bisschen „auf die Tube“, wenn sich die Gelegenheit bietet. Man braucht nur mit der vorgeschriebenen Maximalgeschwindigkeit über eine gut frequentierte Landstraße fahren und mitzählen, von wie vielen Autos man in ein paar Minuten überholt wird. Kein Wunder, dass hier ein Unfallschwerpunkt liegt. Erschreckend sind auch Zahlen, die belegen, dass jeder dritte Unfalltote auf das Konto von Raserei geht.
Blitzmarathon

Ob nun allerdings eine aufwendige Kontroll-Aktion wie der aktuelle „Blitzmarathon“ das geeignete Mittel ist, um der Raserei beizukommen, ist eine andere Frage. „Purer Aktionismus“, finden die Kritiker. Während des Kontroll-Zeitraums werde brav langsam gefahren, nur einige Unvorsichtige würden in die zahlreich ausgelegten Fallen tappen. Die einzige Auswirkung sei, dass der Berufsverkehr noch zäher als sonst üblich ausfalle, nach dem Ende der Aktion sei dann trotzdem wieder der Gasfuß angesagt. Deshalb bringe statt Einzelaktionen nur ein längerfristiges Konzept etwas. Ob nun aber etwa fest installierte „Radarfallen“ das Maß aller Dinge sind, ist ebenso umstritten. Manchmal machen sie die Autofahrer eher erfinderisch statt einsichtig, denn feste Punkte lassen sich ziemlich einfach speichern und weitergeben.

Clemens Helldörfer

Ist der Blitzmarathon sinnvoll?

Was tun gegen Cybermobbing?

NZ-mobbingBeschimpfung, Verleumdung, Erpressung, Fotomontagen: Cybermobbing hat viele Gesichter. Meist sind es Jugendliche, die Gleichaltrige über einen längeren Zeitraum gezielt fertig machen. Eltern und Lehrer erfahren erst viel zu spät von der Hetze im Netz. Wir haben nachgefragt: Was kann man eigentlich tun, wenn man selbst Opfer wird – oder die eigenen Kinder?

Markus (Name geändert) ist ein Opfer besonders perfiden Mobbings geworden. Ein Mitschüler stellt ihm ein Bein, Markus fällt auf die Nase. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Der Nürnberger Schüler vergräbt die Hände wie immer tief in den Taschen und bekommt sie nun nicht rechtzeitig heraus, um sich abzustützen. Das Video, auf dem ihm Blut im Rhythmus seines Pulsschlags aus beiden Nasenlöchern spritzt, wird 15.000-mal angeklickt, er wird in der ganzen Region zum Gespött, kassiert bösartige Kommentare.

Er hat sich gewehrt und ist zur Polizei gegangen. Die hat dem Täter sein Handy abgenommen – er wird es nicht zurückbekommen. Aber ein Foto oder Video aus dem Internet zu löschen, ist schwierig. Was einmal online ist, bleibt oft dauerhaft zu finden.

Was also tun, wenn man im Netz fertiggemacht wird?

Damit es gar nicht so weit kommt, kann man einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Es ist eigentlich ein alter Hut, aber noch immer vergeben viel zu viele Menschen unsichere Passwörter – und verraten sie auch noch ihrer besten Freundin. Die kann aber morgen die schlimmste Feindin werden und dann zum Beispiel das Facebook-Profil manipulieren, mit falschen Fotos oder Einträgen. Christian Brunner von der Polizeiberatung Zeughaus rät deshalb, ein möglichst schwieriges Passwort zu wählen und es geheimzuhalten.
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Gefällt Ihnen Bayerns Polizei in Blau?

Neue Polizeiuniform in Bayern
Für Beobachter war es keine Überraschung: Eine deutliche Mehrheit der uniformtragenden Polizeibeamten hat sich für die Farbe Blau ausgesprochen. Das bedeutet: Voraussichtlich ab Ende 2016 wird das seit Jahrzehnten gewohnte Grün-Beige, das rund 27 700 Polizisten/innen und etwa 5300 Justizbeamte im Freistaat tragen, nach und nach durch das neue Österreich-Blau verdrängt.

Gegner des Farbenwechsels argumentieren unter anderem, dass die Bürger in Bayern (und damit in Franken) das gewohnte Grün-Beige emotional mit Sicherheit und Ordnung verbinden. In einem Meer von blauen bzw. blaugrauen Uniformen – von der Bundespolizei über VAG- und Bahn-Mitarbeiter bis zum Ausgehrock etwa von Berufsfeuerwehr und THW – seien grün-beige gewandete Polizisten zudem auf den ersten Blick auszumachen. Nicht zuletzt wird gerne darauf verwiesen, dass der bayerische Weg traditionell in vielen Belangen ein ganz eigener sei – warum also nicht auch bei der Polizei-Uniform?

Die Blau-Befürworter halten dagegen, dass der Freistaat seit langem das einzige Bundesland ist, in dem Streifenpolizisten und Justizbeamte nicht in der Farbe Blau unterwegs sind. Sogar europaweit stehe Bayern hier alleine da. Dabei habe der Farbenwechsel längst begonnen: Die geschlossenen Einheiten der Bereitschaftspolizei und etliche Einsatzzüge haben still und leise auf Blau umgeschwenkt (wenngleich es sich dabei um ein fast schwarzes Nachtblau handelt). Und die Wasserschutzpolizei ist traditionell blau ausstaffiert. Vorteile sehen die Befürworter auch bei den Kosten: Die hängen erheblich von Bestellmengen und Herstellerkapazitäten ab. Die europaweite „Sonderfarbe“ Grün-Beige mache Uniformen von Haus aus teurer.

In einem sind sich aber beide Lager einig: Bayerns Polizisten/innen brauchen eine neue Ausstattung. Nicht nur Schnitte und Formen der bisherigen Uniform sind mehr als antiquiert. Auch die Materialien (Stichwort: Wärme/Kälte, Atmungsaktivität etc.) müssen dringend modernisiert werden, ebenso wie die Funktionalität und der Tragekomfort. An den rund 33 Millionen Euro, die das Innenministerium für die Erneuerung der Polizeiuniformen vorgesehen hat, kommt der Steuerzahler also nicht vorbei –  unabhängig von der Uniformfarbe.

In unserer Frage der Woche möchten wir von Ihnen wissen: Gefällt Ihnen Bayerns Polizei in Blau?

Gefällt Ihnen Bayerns Polizei in Blau?

Soll die Sperrstunde verlängert werden?

Mittelfrankens Polizeipräsident Gerhard Hauptmannl hat sich in der vergangenen Woche im Stadtrat für eine Verlängerung der Sperrstunde eingesetzt. Solche politischen Einlassungen von hohen Beamten in der Öffentlichkeit sind selten geworden. Hauptmannl wies dabei auf die steigende Kriminalitätsrate hin: Immer mehr Delikte würden unter Einfluss von Alkohol begangen. Wer das bestreite, wolle bewusst Fakten nicht zur Kenntnis nehmen. Die wachsende Zahl von Delikten, bei denen Alkohol eine Rolle spiele, wie Raub, Sachbeschädigung und Schlägereien belaste zunehmend die Polizeiarbeit. weiter lesen