Fahrradstraßen: Sind sie sinnvoll?

Nürnberg soll für Radler attraktiver werden – auch mit Hilfe von Fahrradstraßen, die den Radverkehr bündeln. Die Straßenzüge, die das Verkehrsplanungsamt dafür ausgewählt hat, sind jetzt schon Teil der bei Radlern beliebten Routen durch die Stadt. Sie haben insgesamt eine Länge von 15 Kilometern. Radfahrer haben auf diesen Straßen an Einmündungen Vorfahrt, sie dürfen auch nebeneinander fahren. Außerdem gilt Tempo 30. Damit sollen noch mehr Bürger dazu bewegt werden, ihr Auto auch mal stehenzulassen. Schließlich wird die Stadt so vom Verkehr entlastet und damit auch die Luft besser – denn auch Nürnberg hat ein Problem mit erhöhten Stickoxidwerten.

Der Vorteil für die Fahrradfahrer: Sie kommen schneller und sicherer voran. Laut einer Untersuchung der deutschen Versicherungswirtschaft ist die Verkehrssicherheit auf Fahrradstraßen „positiv zu bewerten“.

Auf rund 750.000 Euro werden die Kosten für die Einrichtung der Fahrradstraßen in Nürnberg geschätzt. Kritische Stimmen finden, dass das Geld besser in neuen Radwegen angelegt wäre. Ihnen scheint es sicherer, wenn Fahrrad- und Autofahrer auf klar voneinander getrennten Wegen unterwegs sind. Was die Versicherungswirtschaft in ihrer Studie auch festgestellt hat: das Tempolimit von 30 km/h wird häufig überschritten.

Gabi Eisenack

Fahrradstraßen: Sind sie sinnvoll?

Rote Radwege für ganz Nürnberg?

Radfahrer (Foto: Daniel Bockwoldt) leben in den großen Städten nicht ungefährlich. Im Dickicht des Straßenverkehrs werden sie schnell einmal übersehen. In Nürnberg sind mittlerweile Radwege- oder Spuren an gefährlichen Kreuzungen rot gekennzeichnet worden. Nun hat der Verkehrsausschuss des Stadtrats – gegen die Stimmen der CSU – für eine flächendeckende Ausstattung des Radwegenetzes mit roter Farbe gestimmt. So soll die Sicherheit der Radler erhöht und allen Verkehrsteilnehmern mehr Orientierung verschafft werden. Neue Radwege sollen künftig von Anfang an farbig gekennzeichnet werden.
Der Ausschuss hat beschlossen, die schon bestehenden Routen nachzurüsten, was mit 2,6 Millionen Euro zu buche schlägt. Geld, so finden die Christsozialen, das lieber in den Ausbau des Radwegenetzes und in Reparaturarbeiten investiert werden sollte.
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Rote Radwege für ganz Nürnberg?“ – In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren.
Vergangene Woche haben wir Sie gefragt: „Sollen Jogginghosen in der Schule Tabu sein?“ Teilgenommen haben 98 Leser. Mit Ja antworteten 87,8 Prozent, mit Nein 11,2 Prozent.

Gabriele Eisenack

 

 

Rote Radwege für ganz Nürnberg?

Braucht Nürnberg mehr Radwege?

rad_klein.jpgIn Nürnberg dreht sich derzeit viel um das Rad. Die Stadt wurde in der vergangenen Woche mit dem deutschen Fahrradpreis „best for bike“ für ihre „Mobile Bürgerversammlung“ ausgezeichnet. Außerdem begann das Stadtradeln, bei dem sich Politiker für den guten Zweck abstrampeln. Für jeden gefahrenen Kilometer wandern 50 Cent in den Bau neuer Radwege. Hinzu kommt: Durch die Aufstockung des Radwegeetats stehen in den kommenden fünf Jahren 4,5 Millionen Euro für den Ausbau neuer Strecken bereit.

Und schon jetzt ist die Stadt auf das Erreichte stolz und bescheinigt sich in ihren Verlautbarungen „ein gutes Radverkehrsnetz“. Kritiker hingegen bemängeln fehlende Querungen der Fußgängerzone und des Hauptmarktes. Andere beklagen, dass es zu wenig lückenlose Radwegeachsen gibt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) präsentierte im Verkehrsausschuss in der letzten Woche sogar einen ganzen Katalog von Verbesserungsvorschlägen.
Doch wie sieht das die Bevölkerung? Braucht Nürnberg tatsächlich neue Radwege oder reichen die aus, die es bereits gibt? In unserer Leserfrage wollen wir diesmal von Ihnen wissen: Braucht Nürnberg mehr Radwege? Abstimmen können Sie ab Montag hier.

Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Sollen Wahlplakate nur noch in begrenzten Zonen aufgehängt werden dürfen? Mit Ja antworteten 76,9 Prozent, mit Nein 23,1 Prozent.