Höhere Strafen für rüpelhaftes Radfahren?

In der Debatte um Verkehrsverstöße von Radfahrern schlägt die Gewerkschaft der Polizei unter anderem höhere Bußgelder vor. Vorsitzender Bernhard Witthaut zeigt sich überzeugt davon, dass es nur über das Portemonnaie gehe. Es müsse geprüft werden, ob der Bußgeldkatalog für Radfahrer nicht an den für Autofahrer angepasst werden könnte – etwa wenn man das Handy benutzt.

Zuletzt hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ein zunehmend rücksichtsloses Verhalten von Radfahrern kritisiert. Bislang wurden sie oft Rüpelradler genannt. Ramsauer hat kürzlich einen neuen Namen für sie gefunden: Kampfradler. Er habe zum Beispiel beobachtet, wie Radler unter den Augen von Polizisten rote Ampeln und jede Verkehrsregel missachteten.

In Deutschland sterben jährlich rund 440 Menschen bei Fahrradunfällen. Tausende telefonieren beim Radeln, halten nicht bei Rot oder rasen halsbrecherisch durch Fußgängerzonen. Allerdings: Es sind deutschlandweit Millionen mit dem Rad unterwegs. Deshalb muss man andererseits die Frage stellen, ob mit den jüngsten Vorschlägen nicht mit Kanonenkugeln auf Spatzen geschossen wird.

Es mag ja sein, dass immer mehr radelnde Verkehrsrowdys unterwegs sind. Keinesfalls aber handelt es sich dabei um die Mehrheit der Radfahrer. Dem Verbieten, Regulieren und Bestrafen könnte auch erst einmal mehr Aufklärung über die Risiken vorausgehen. Außerdem haben sich die meisten Kommunen in puncto bessere Infrastruktur für mehr Fahrradsicherheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Höhere Strafen für rüpelhaftes Radfahren?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab. Hier können Sie über die Leserfrage diskutieren.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Sollen Senioren zum Führerschein-TÜV?“ Mit Ja antworteten 27 Prozent, mit Nein 73 Prozent.  we