Ist der Blitzmarathon sinnvoll?

„Wer zu schnell fährt, gefährdet sein Leben und das der anderen“ – an dieser Aussage von Innenminister Joachim Herrmann gibt es nichts zu rütteln. Trotzdem drücken nach wie vor etliche Autofahrer gerne mal ein bisschen „auf die Tube“, wenn sich die Gelegenheit bietet. Man braucht nur mit der vorgeschriebenen Maximalgeschwindigkeit über eine gut frequentierte Landstraße fahren und mitzählen, von wie vielen Autos man in ein paar Minuten überholt wird. Kein Wunder, dass hier ein Unfallschwerpunkt liegt. Erschreckend sind auch Zahlen, die belegen, dass jeder dritte Unfalltote auf das Konto von Raserei geht.
Blitzmarathon

Ob nun allerdings eine aufwendige Kontroll-Aktion wie der aktuelle „Blitzmarathon“ das geeignete Mittel ist, um der Raserei beizukommen, ist eine andere Frage. „Purer Aktionismus“, finden die Kritiker. Während des Kontroll-Zeitraums werde brav langsam gefahren, nur einige Unvorsichtige würden in die zahlreich ausgelegten Fallen tappen. Die einzige Auswirkung sei, dass der Berufsverkehr noch zäher als sonst üblich ausfalle, nach dem Ende der Aktion sei dann trotzdem wieder der Gasfuß angesagt. Deshalb bringe statt Einzelaktionen nur ein längerfristiges Konzept etwas. Ob nun aber etwa fest installierte „Radarfallen“ das Maß aller Dinge sind, ist ebenso umstritten. Manchmal machen sie die Autofahrer eher erfinderisch statt einsichtig, denn feste Punkte lassen sich ziemlich einfach speichern und weitergeben.

Clemens Helldörfer

Ist der Blitzmarathon sinnvoll?

Wird in Nürnberg zu viel geblitzt?

blitzer1Die Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach haben zu Beginn des Jahres ihre kommunalen Verkehrsüberwachungen zu einem Zweckverband zusammengelegt. Das schafft Ressourcen. Die beiden in die Jahre gekommenen Geräte für die Geschwindigkeitsüberwachung werden derzeit durch zwei neue ergänzt. Wird in Nürnberg zu viel geblitzt?

Der Vorteil: Mit ihnen kann der Autoverkehr auch in Kurven und bei schlechten Lichtverhältnissen kontrolliert werden. Eines von den beiden Geräten braucht auch keinen Blitz mehr, so dass die Autofahrer nicht mehr feststellen können, ob geblitzt wird.

Der Lerneffekt erfolgt erst dann, wenn man schriftlich aufgefordert wird, für die Geschwindigkeitsübertretung zu bezahlen. Mit der eher unauffälligen Überwachung dürften erheblich mehr Autofahrer als bisher zur Kasse gebeten werden.((Platzhalter))

Auf der anderen Seite hat es auch nichts mit „Abzocke“ oder mit „dem Stellen von Fallen“ zu tun, wenn Autofahrer bei zu schnellem Fahren erwischt werden. Wer gegen Regeln verstoßen hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn er zahlen muss. Es müssen auch Fußgänger und Radfahrer geschützt werden. Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: Wird in Nürnberg zu viel geblitzt?

Über die Leserfrage abstimmen können Sie auf www.nz.de.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Bürgerhaushalt: Ist das eine gute Idee? Mit Ja antworteten 63,2 Prozent, mit Nein 36,8 Prozent.