Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?

Seit Mitte dieser Woche gibt es auf dem Hauptmarkt Bestuhlung. 16 Stühle, acht Bänke und vier Tische hat das Marktamt dort aufgestellt. Damit wollen die Stadt Nürnberg und die Markthändler den Platz für Bürger attraktiver machen.
Tatsächlich könnten die neu geschaffenen Sitzgelegenheiten für eine längere und angenehmere Verweildauer auf dem Marktplatz sorgen (Foto: Roland Fengler). Hier können die Menschen sich ausruhen, etwas essen, miteinander ins Gesrpäch kommen. Sie haben auch die Möglichkeit, die Möbel zu verschieben und eigenen Bedürfnissen anzupassen. Jeder kann selbst entscheiden, ob er neben einem Unbekannten auf einer Bank Platz nehmen mag oder den Stuhl etwas weiter weg schiebt, um dort seine Ruhe zu haben.
Bei der Wahl der Möbel hat sich das Marktamt für eine pragmatische Variante entschieden. Die Möbel sind pflegeleicht, robust und stapelbar. Sie wurden auch günstig angeschafft, weil es sich bei der Initiative um einen Test handelt. Die Stadt Nürnberg will beobachten, wie die neuen Sitzgelegenheiten bei den Menschen ankommen. Die Stühle, aber vor allem Tische und Bänke sehen daher entsprechend einfach aus und bringen die Biergartenatmosphäre zwischen dem Schönen Brunnen und der Frauenkirche. außerdem besteht die Gefahr, dass die einzelnen Möbel so auf dem Platz verteilt werden, dass der Ort chaotisch wirken könnte.
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?“ In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren.

Ella Schindler

"Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?"

 

Werden Sie die Beachvolleyballer vermissen?

beachLange wurde darüber debattiert, ob die Beachvolleyballer auf den Hauptmarkt dürfen. Jetzt hat das Hickhack ein Ende. Die Sponsoren der Smart Beach Tour wollen mit ihrem Event nun plötzlich gar nicht mehr nach Nürnberg. Die Stadt, so der Vorwurf, habe sich nicht klar genug zu dem Event (Foto: Horst Linke) bekannt. Im Gegensatz zu Nürnberg würden andere Städte extra Pakete schnüren, um die Veranstaltung austragen zu dürfen, so Frank Mackerodt, der Organisator der sandigen Tour. Statt aber – wie andere Städte – Geld zu bezahlen oder geldwerte Vorteile zu gewähren, würde Nürnberg sogar eine Platzmiete für den Hauptmarkt verlangen. Das und die anhaltende Kritik an dem Spektakel, haben nun dazu geführt, dass die Tour nun doch nicht mehr in Nürnberg Station machen wird.

Sportbürgermeister Klemens Gsell machte seinem Ärger Luft: „Damit wird dokumentiert, dass die negative Diskussion im vergangenen Sommer dem Veranstaltungsstandort Nürnberg schwer geschadet hat.“ Damals hatte der Bürgerverein Nürnberg-Altstadt zusammen mit den Altstadtfreunden und der Stadtheimatpflegerin Kritik an der Veranstaltung geübt. Viel zu werblich und marktschreierisch sei das Spektakel, hieß es damals. Nachdem die Stadtspitze dann das Aus für die Veranstaltung beschlossen hatte, machte sie einen Rückzieher. Mit einem veränderten Konzept und weniger Werbung könne das Event 2016 noch einmal stattfinden, hieß es im Herbst. Dass die Veranstalter nun gar nicht mehr auf den Hauptmarkt wollen, findet Oberbürgermeister Ulrich Maly „bedauerlich“. Vor allem vor dem Hintergrund, dass man sich so viel Ärger eingehandelt habe, um die Veranstaltung doch ermöglichen zu können, sei die Entscheidung „sehr schade“.

Was meinen Sie? Werden Sie die Beachvolleyballer vermissen? Hat die Diskussion um die Eventisierung des Hauptmarktes der Stadt geschadet? Soll Nürnberg Geld bezahlen, um künftig für Großveranstaltungen attraktiver zu werden?

Julia Vogl

Bürgerhaushalt weiter umstritten

~7205043Ob aus Frust, Resignation oder Unwissenheit: Die Beteiligung der Bevölkerung an Wahlen ist erschreckend niedrig. Der Politik kann das nicht egal sein. Bürgerbeteiligung heißt das Stichwort, wenn es um Wege aus der Motivationskrise geht. Sollen die Bürger darüber mitentscheiden, ob Geld in Fahrradwege oder doch lieber in Schulen investiert wird? Einige Städte haben einen Bürgerhaushalt eingeführt. Auch in Nürnberg ist darüber diskutiert worden, ob das sinnvoll ist oder nicht. Der Stadtkämmerer sagt nein.

Die letzte intensive Debatte um das Thema Bürgerhaushalt hat der Stadtrat im Jahr 2011 geführt. Und das Thema wieder zu den Akten gelegt. Andere Kommunen haben das Experiment schon hinter sich, Frankfurt zum Beispiel. Dort war man Willens, die Bevölkerung in finanzielle Entscheidungen mit einzubinden und musste feststellen, dass die Resonanz winzig war. 700.000 Menschen leben in der Bankenmetropole, 3000 haben mitgemacht. Nach zwei Jahren wurde das Projekt eingestellt. Das Resümee des Frankfurter Stadtkämmerers ergab, dass der Bürgerhaushalt als „abstraktes Instrument“ vor allem vermutlich in kleinen Städten mit sehr konkreten Themen funktioniert.

Erledigt ist das Thema für den Nürnberger Stadtrat noch nicht. Die FDP-Politikerin Christiane Alberternst hat es in die Sitzung des Finanzausschusses eingebracht und dort Rückendeckung aus der CSU bekommen. Sie findet, dass es sehr wohl wichtig ist, die Bürger in die Finanzplanung einer Stadt mit einzubinden – eben mit Blick auf die regelmäßig unbefriedigende Wahlbeteiligung. Es müsse mehr Transparenz und Kommunikation geben.

Kämmerer Harald Riedel verweist auf die Ergebnisse seiner Recherchen. Nicht nur in Frankfurt sei man damit gescheitert. Auch Leipzig, Köln oder Solingen hätten keine guten Erfahrungen damit gemacht. Ein großes Problem sei die mangelnde Repräsentativität. Siehe Frankfurt. Wenn sich nur 1,2 bis 1,3 Prozent der Bürger beteiligen, könne nicht auf den Willen der Mehrheit geschlossen werden. „Ein demokrat