Soll das Handyverbot an Schulen fallen?

Immer und überall klingelt es. Fortwährend spricht ein Mensch in ein Smartphone oder spielt damit herum. Ist es da nicht gut und richtig, dass wenigstens in der Schule Sendepause herrscht? Die Frage, ob die Handynutzung an Schulen erlaubt oder verboten werden soll, wird seit langem heftig diskutiert – auch jüngst erhitzte das Thema bei einer Podiumsdiskussion in Nürnberg die Gemüter. Die Zahl der Befürworter und Gegner hielt sich in etwa die Waage. Dass die Schüler für eine Freigabe sind, versteht sich. Aber es gibt auch Politiker, für die das Handy-Verbot abgeschafft gehört, so etwa Nürnbergs Schulbürgermeister Klemens Gsell. Befürworter des Verbots fürchten, dass es mit der Handy-Freigabe an Schulen zu Missbrauch kommt, dass zum Beispiel Mobbing betrieben wird, indem Schüler Aufnahmen von Klassenkameraden oder Lehrern ins Netz stellen. Auch sehen sie mit Skepsis die viele Aufmerksamkeit, die Smartphones auf sich ziehen. Rauben sie den Kindern nicht das letzte Bisschen Konzentrationsvermögen? Ist es nicht wichtig, gegen die permanente Ablenkung anzugehen und Pausen zu verordnen?

Nein, sagen die Gegner des Verbots. Sie halten die strikte Linie, die nicht nur in Bayern gilt, für antiquiert. Das Smartphone sei nun einmal ein Teil der Lebenswirklichkeit der jungen Leute, finden sie. Es sei doch besser, ihnen einen vernünftigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Gerät beizubringen, statt es zu verbannen. Bestimmte Regeln könnten außerdem einen ungebremsten Gebrauch im Unterricht eindämmen. Und schließlich: Möglichkeiten, dem Unterricht geistig fernzubleiben, gibt es auch jenseits des Mobiltelefons reichlich. Stichwort: Schiffeversenken.

Gabi Eisenack

Soll das Handyverbot an Schulen fallen?

Soll Tempo 30 vor Schulen bleiben?

Zehn Beschwerdeführer bei der Regierung von Mittelfranken wollen die flächendeckende Tempo-30-Regelung vor Schulen in Nürnberg, die seit September gilt, zu Fall bringen. Sie haben um eine Überprüfung der verkehrsrechtlichen Anordnungen der Stadt Nürnberg gebeten. Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet, denn es geht um einen Kurswechsel bei der Ausweisung der Tempo-30-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen in Bayern: Bislang wurden solche flächendeckenden Geschwindigkeitsregelungen in Bayern nicht geduldet. „Nach der Straßenverkehrsordnung dürfen Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung von Rechtsgütern erheblich übersteigt. Die Rechtmäßigkeit einer Anordnung kann deshalb nur unter Berücksichtigung der konkreten Verkehrsverhältnisse in jedem Einzelfall beurteilt werden“, erklärt Günther Kiermeier, stellvertretender Pressesprecher der Regierung von Mittelfranken. Pauschale Tempo-30-Regelungen sind demnach eigentlich ausgeschlossen. Es müssen die jeweilige Gefahrenlage und die örtliche Verkehrssituation berücksichtigt werden. Wie wichtig aber eine Geschwindigkeitsbeschränkung vor Schulen ist, machen folgende Zahlen deutlich: In der ersten Schulwoche 2011, die nur aus vier Tagen bestand, wurden bei Geschwindigkeitskontrollen 883 Verstöße festgestellt.

Die Beschwerde führenden Autofahrer sehen dagegen die Geschwindigkeitsbeschränkung als Möglichkeit, Autofahrer zu schröpfen, um Geld für den maroden Stadthaushalt zu bekommen. Eine Gefahrenlage liege in vielen Fällen nicht vor, so der Tenor der Kritik. „Die bislang 10 Einwender machen im Wesentlichen geltend, dass die Verkehrsbeschränkungen nach der Straßenverkehrsordnung nicht erforderlich seien, auch weil in vielen Fällen Schülerlotsen oder technische Einrichtungen zur Schulwegsicherung in Form von Fußgängerüberwegen, Ampeln vorhanden seien“, so Kiermeier. In Berlin unterlag im November aber eine Autofahrerin vor Gericht, als sie die dortige Tempo-30-Regelung vor Schulen und Kindertagesstätten kippen wollte. Die Richter stuften die Unversehrtheit von Kindern höher ein als den Zeitverlust für Autofahrer durch eine reduzierte Fahrgeschwindigkeit. Die Regierung von Ansbach überprüft jetzt die Nürnberger Regelung

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Soll Tempo 30 vor Schulen bleiben?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf der NZ-Homepage ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Fan-Randale: Soll der Club härter durchgreifen?“ Mit Ja antworteten 48 Prozent, mit Nein 52 Prozent. fis