Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee?

Am nächsten Samstag wälzt er sich wieder durch Nürnberg: der Besucherstrom der Blauen Nacht. Rastlos, ziellos, gut gelaunt, prinzipiell kunstinteressiert, hauptsächlich aber begierig danach, in einer völlig aufgedrehten Innenstadt umherzulaufen.

Diesem Strom würden viele Einzelhändler sich allzu gerne als Wellenbrecher in den Weg stellen, indem sie ihre Läden zum Verkauf öffnen. Sie sehen dass Lokale und Eisdielen an diesem Abend das Geschäft des Monats machen und das Publikum so entspannt wie nie herumstreunt.

Warum also nicht das Fest zu einer langen Einkaufsnacht erweitern? Auch die dargebotene Kultur ist bei dem „Event“ längst nicht so frei von Kommerz und Werbung, wie ihre Väter es ursprünglich wollten. Und die Kundschaft nimmt Gelegenheiten zum Konsum bei aller Jammerei über Geldknappheit ja doch immer irgendwie wahr. Boutiqueninhaber im Altstadthof, die in einer Blauen Nacht einmal wohlmeinend kleine Tische zur Bewirtung aufstellten, bekamen Bußgeldbescheide – typisch deutsch, ärgerten sie sich. Die Stadt darf das Ladenschlussgesetz natürlich nicht eigenmächtig aussetzen, könnte aber eine Ausnahme beantragen, wie etwa zur Spielwarenmesse.

Wenn sie es denn wollte. Stolz auf seine Erfindung der ersten deutschen großen Kulturnacht, belässt das städtische Kulturreferat es bislang bei der Inszenierung verträglicher Kunst im öffentlichen Raum. Museen als Spaßlabore, Kunstinstallationen als Massenbeglückung – das ist das Ziel. Käme auch noch blaues Shopping hinzu, müssten sich die Veranstalter dem Vorwurf der Beliebigkeit und Anbiederung aussetzen. Schon öfter haben Händler die Stadt um Öffnung bei der Blauen Nacht ersucht. Am Kulturprogramm, beklagt das Projektbüro, hätte sich da im Gegenzug aber keiner von ihnen je ernsthaft beteiligen wollen.
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Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist Fürth auf ewig „unaufsteigbar“? Mit Ja antworteten 63,4 Prozent, mit Nein 36,6 Prozent.