Gänse abschießen am Wöhrder See?

Die Freude über die neue Bademöglichkeit am Wöhrder See ist schnell getrübt worden. Denn in der Norikusbucht und auch am Strand gegenüber fühlt sich nicht nur der Mensch wohl, sondern auch die Gans (Foto: Eduard Weigert). Diese hat eine große Familie und bevölkert dementsprechend üppig Land und Wasser.

Was an sich kein Problem darstellt, wären da nicht die hässlichen Hinterlassenschaften. Der Gänsekot ist nicht nur eklig, er enthält auch Keime (E.coli, Campylobacter), die Durchfall verursachen können. Das bereitet nicht nur den Eltern von Kleinkindern Sorgen.

Die Stadt Nürnberg will das Problem nun angehen und, wie berichtet, auf die Tiere schießen lassen. Freilich sollen die Wasservögel nicht in Massen erlegt werden – es geht um Abschreckung. Tierschützer sind trotzdem schon auf die Barrikaden gegangen. Sie verteidigen die unschuldigen Vögel, die der Mensch durch verbotenes Füttern angelockt hat, und finden, die Natur gehöre schließlich auch ihnen. Andere Stimmen befürchten, es könnten nicht nur Gänse, sondern auch Spaziergänger vom Jäger getroffen werden.

Gabi Eisenack

 

Sollen am Wöhrder See Gänse abgeschossen werden?

  • Ja (81%, 30 Stimmen)
  • Nein (19%, 7 Stimmen)

Wähler insgesamt: 37

Sinnvoll oder nicht – soll Sör aufgelöst werden?

Zum 1. Januar 2009 ging der städtische Eigenbetrieb Service öffentlicher Raum (Sör) an den Start – durch Zusammenlegung von Tiefbauamt, Gartenbauamt und der Straßenreinigung sollten Unterhalt und Pflege von Straßen, Wegen, Grünanlagen und Plätzen aus einer Hand erfolgen. Fünf Jahre später stellt sich die Frage: Ist dieses Projekt gescheitert?

Auch wirtschaftlich erhoffte sich die Stadtverwaltung von der neuen Konstruktion Vorteile, weil Sör durch die Ausgliederung als Eigenbetrieb unabhängiger agieren kann und weniger von der Zuweisung aus kommunalen Kassen abhängt, wenn es zum Beispiel darum geht, neue Autos und Werkzeuge zu beschaffen.

Doch Schneechaos und Schlaglöcher auf den Straßen machten den neuen Eigenbetrieb in den vergangenen Jahren oft zur Zielscheibe der öffentlichen Kritik. Bürgermeister Horst Förther, zugleich erster Werkleiter von Sör, und seine Mitarbeiter konnten meist gute Gründe dafür anführen, warum zum Beispiel so mancher Wintertag Sör vor Probleme stellte – dennoch könnte die Struktur des Eigenbetriebs im Wahlkampf nun ein Thema werden.

Die Piraten etwa fordern die Abschaffung von Sör, und auch der OB-Kandidat der CSU, Sebastian Brehm, hat im NZ-Gespräch deutlich gemacht, dass er die Behörde für zu groß und ineffizient hält. Die mit der Gründung von Sör verbundenen Hoffnungen hätten sich nicht erfüllt, auch die Mitarbeiter seien unzufrieden, argumentiert Brehm.

Auf der anderen Seite gerät oft in Vergessenheit, dass auch die Sör-Vorgängerorganisationen es den Bürgern meist nicht recht machen konnten, was die Pflege der Plätze und der Straßen anbelangt. Vielleicht liegen die Schwierigkeiten, die Sör hat, weniger in der eigenen Struktur als in der überzogenen Anspruchshaltung der Nürnberger? Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Soll Sör aufgelöst werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Mehr Einfluss für die Opposition?“ Mit Ja antworteten 34,4 Prozent, mit Nein 65,6 Prozent.

Nehmen schlechte Umgangsformen zu?

Mit Missmut und Grantigkeit kommt man - wie Matthias Egersdörfer beweist - auf der Bühne zum Erfolg. Aber ist das im Alltag genauso?

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Das Risiko, Opfer von übel gelaunten Mitmenschen zu werden, ist groß. Die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Helfen können da aber weder Arzt noch Apotheker. Das beste Rezept gegen barsche, freche, garstige, unhöfliche, misslaunige, ruppige, rüde, sauertöpfische oder unverschämte Leute lautet: Auf gar keinen Fall anstecken lassen!

Die NZ hat in ihrer letzten Mittwochausgabe von den leidvollen Erfahrungen der Sör-Mitarbeiterinnen berichtet. Das Dilemma ist, dass dort meistens nur die Entgleisungen von Wutbürgern ankommen. Die netten Leute, also solche mit Umgangsformen, rasten nicht gleich wegen jedes Hundehaufens oder wegen jedes ungeleerten Abfallbehälters aus.
Mit den schlechten Umgangsformen ist das allerdings so eine Sache: Sie befruchten sich gegenseitig. Beobachtet man nämlich beispielsweise, wie viele Kunden ihr „Mütchen“ an Kassierinnen kühlen (daheim und am Arbeitsplatz wohl nichts oder wenig zu sagen!), ist es wenig verwunderlich, wenn die „hinter der Kasse“ im Laufe des Tages auch patzig werden.

Wer schon mal die Vereinigten Staaten bereist hat, kann sich als Deutscher nur wundern: Da befruchtet allüberall Freundlichkeit die Freundlichkeit. Richtig ist: Meistens handelt es sich um eine „aufgesetzte Freundlichkeit“. Damit lässt es sich aber im Alltag wesentlich besser leben als mit „unaufgesetzter Unfreundlichkeit“.

Aber auch im rauen heimischen Gewässer scheint es besser zu werden. In zahlreichen Servicebereichen (nicht bei Sör!) ist erfreuliche Freundlichkeit zu genießen. Das muffige Gebaren und der ungnädige Ton weichen freundlichem Auftreten und einem verbindlichen Ton. Natürlich können nun einige besonders mürrische Zeitgenossen von einer „unerträglichen Freundlichkeit“ sprechen und sich miesepetrig in ihre ungehobelte Welt zurückziehen. Weiser dürfte allerdings der Spruch des US-Schriftstellers Mark Twain sein: „Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.“

Und wie erleben Sie im Frankenland ihre Mitmenschen? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wir wollen in dieser Woche von Ihnen wissen: „Haben schlechte Umgangsformen zugenommen?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf der NZ-Webseite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Ein Mahnmal für die Bücherverbrennung?“ Mit Ja antworteten 26 Prozent, mit Nein 74 Prozent. we

Sonderabgabe für besseren Winterdienst?

winterdienst

Mit dem beginnenden Winter hat es die Stadt Nürnberg eiskalt erwischt: Die Bürgerinnen und Bürger waren bereits angesäuert von den vorausgegangenen Presseberichten über geplante Einsparungen beim neuen Winterdienst-Konzept. Und dann brach zu allem Unglück in Nürnberg das erste Winter-Chaos aus. Die Autofahrer kamen meistens nur im Schneckentempo voran und fragten wütend: „Wo bitteschön ist der Winterdienst?“ Das schlug sich auch in zahlreichen Leserbriefen nieder. Viele fühlten sich auf den Straßen hinsichtlich der Verkehrssicherheit von der Stadt im Stich gelassen. Die Telefone bei SÖR (Service öffentlicher Dienst) liefen heiß, der Tenor: Von „Service“ keine Spur!

Allerdings zeigte sich nicht nur die Stadt von dem massiven Wintereinbruch überfordert: Auch zahlreiche Hausbesitzer schienen vor dem Schnee kapituliert zu haben, wenn man beobachtete, wie Fußgänger am 2. Dezember verzweifelt versuchten, auf den Fußwegen voranzukommen, im Schneckentempo, rutschend und sich an Hauswänden vorbeidrückend.

((Platzhalter))Wie berichtet, wird der städtische Winterdienst in einer Übergangszeit von zwei bis drei Jahren geändert. Das neue Konzept wurde laut Stadtverwaltung notwendig, weil SÖR im vergangenen Winter Mehrausgaben von 3,5 Millionen Euro hinnehmen musste. Durch das runderneuerte Winterdienst-Konzept soll gespart und die Ressourcen sollen besser verteilt werden. Bereits in diesem Winter greift die Regelung, dass nur noch von 6 Uhr bis 22 Uhr geräumt wird, ausgenommen „bei heftigen Schneefällen oder Blitzeis“.

Nach dem turbulenten Winterauftakt mit noch turbulenteren Reaktionen der Bürger scheint klar zu sein: Die Bevölkerung will auch bei „Land unter Schnee“ rasch geräumte Straßen vorfinden. Das ist aber nur mit einem wesentlich höheren Einsatz an Personal, Gerät und Fahrzeugen zu stemmen. Und das wiederum erfordert einen wesentlich höheren finanziellen Aufwand – Geld, das in der städtischen Kasse ganz offensichtlich nicht vorhanden ist. Wir wollen deshalb von Ihnen wissen, ob Sie selbst bereit wären, sich finanziell an einem effektiveren Winterdienst zu beteiligen. Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: Sonderabgabe für besseren Winterdienst?

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Halten Sie WikiLeaks für gefährlich?“ Mit Ja antworteten 38 Prozent, mit Nein 62 Prozent.