Hat Deutschland ein Sportreporter-Problem?

poschDie Fans des 1.FC Nürnberg mussten beim Pokalspiel auf Schalke gleich zwei bittere Pillen schlucken: Das entscheidende Gegentor kurz vor dem Ende und die teilweise unsäglichen Kommentatoren.

Während Wolf-Dieter Poschmann im ZDF eindeutig auf Seiten der Schalker stand, sogar deren Stürmer Farfan anfeuerte („Mach es!“) und durch wenig Sachkenntnis glänzte, war Fritz von Thurn und Taxis im Bezahlsender Sky keineswegs besser. Nur ist der immer so, da regt sich kaum noch einer auf. Die Nennung seines Namens ist dann lediglich ein Grund zum Wegschalten – zumindest beim Ton.

Zorn auf TV-Kommentatoren baut sich also nicht erst seit vergangenen Dienstag auf. Kenntnisfreiheit gepaart mit Selbstverliebtheit stößt eben selten auf Begeisterung. Nicht wenige behaupten deswegen sogar, Deutschland habe ein Reporterproblem.

Andererseits muss man den TV-Kollegen aber zugute halten, dass sie es auch nicht leicht haben. Konkurrenz belebt bei ihnen nicht unbedingt das Geschäft, sondern führt eher dazu, dass man seltener dran und damit aus der Übung kommt, bzw. dass, wie beim ZDF, eben auch mal ein Leichtathlet als Fußballkommentator ran muss. Zu selten sind die Momente, in denen man noch Fußballspiele übertragen darf, da kann man keine festangestellten Fachleute vorhalten. Der Kommentator selber steckt zudem in der Zwickmühle, dass sachliche, unparteiische Berichterstattung oft als langweilig empfunden wird, während bei Engagement und Emphase eben manche schnell beleidigt reagieren. Außerdem haben die TV-Kommentatoren das gleiche Problem wie die Schiedsrichter: Der Zuschauer kann anhand der Bilder schnell überprüfen, ob sie danebenliegen oder nicht.
In unserer Leserfrage wollen wir daher von Ihnen wissen: „Sind die Sportreporter im Fernsehen zu schlecht?“ Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Haben Sie Ihren Speiseplan umgestellt?“ Mit Ja antworteten 38 Prozent, mit Nein 62 Prozent.