Soll die Stadt eine mobile Sporthalle kaufen?

Weil die Wände der großen Vierfachhalle am Berufsschulzentrum Berliner Platz (BBZ) repariert werden müssen, bleibt die Halle mindestens bis zum Jahresende geschlossen. Das bedeutet für den Profi-Basketball in der Stadt ebenso einen Einschnitt wie für Schüler und Vereinssportler. Nun erwägt die Stadt, eine mobile Sporthalle zu kaufen.

Dies könnte auch deshalb sinnvoll sein, weil nicht sicher ist, ob die Bauarbeiter nicht in der Halle auf Asbest stoßen und diese viel länger geschlossen bleiben muss. Andererseits wäre eine solche Lösung ziemlich teuer. Eine mittlere sechsstellige Summe müsste die Stadt für die Halle ausgeben.

Marco Puschner

Soll die Stadt eine mobile Sporthalle kaufen?

Soll die Stadt das "Casablanca" retten?

Es ist klein, ein bisschen dunkel – und sehr charmant: das „Casablanca“. Dem kleinen Südstadtkino droht das Aus. Zum 1. April will der Betreiber Wolfram Weber, der auch das Cinecittà, die Meisengeige und das Metropolis sein Eigen nennt, das Kino schließen. Diese Pläne stießen bei vielen „Casa“-Fans auf Entsetzen; es gründete sich die „Interessengemeinschaft (IG) Casa“. Sie will das Kino von Weber übernehmen. Weber wollte dafür eine Ablösesumme von 50.000 Euro, reduzierte seine Forderung indes auf 33.000 Euro. Das ist immer noch zuviel, findet die „IG Casa“ – maximal 15.000 Euro soll Weber von ihr bekommen. Das sei immer noch mehr als das marode Inventar eigentlich wert sei.

Um Geld zusammen zu tragen, hat die IG ein Spendenkonto eingerichtet, ein Verein soll gegründet werden. Die Hausgemeinschaft will investieren, ein Filmkunsttheater soll das „Casa“ werden. Auch zwei mögliche Betreiber sind schon gefunden, darunter die Theaterregisseurin Tina Geißinger. Alle Beteiligten sind enthusiastisch, wissen aber auch, dass die Übernahmen mit hohen wirtschaftlichen Risiken verbunden ist.

Die Interessengemeinschaft ist derzeit aber vor allem von der Stadt enttäuscht. Die Stadt solle sich für die Rettung des „Casablanca“ stark machen; schließlich trage das Kino zur kulturellen Vielfalt Nürnbergs bei.

Die Stadt hat sich bisher nicht zu der Problematik geäußert. Sie hält sich auffallend zurück, bedenkt man, dass sie Wolfram Weber einst äußerst günstige Konditionen verschaffte, damit er seine großen Kinos bauen konnte. Aber vielleicht will sich die Stadt nur den guten Gewerbesteuerzahler nicht verprellen?
Wie ist Ihre Meinung: Soll die Stadt das „Casablanca“ retten?

Nachtrag vom 24.3.:

Das Tauziehen um das Kino Casablanca ist zu Ende. Da es zwischen der Interessengemeinschaft „IG Casa“ und Betreiber Wolfram Weber zu keiner Einigung gekommen ist, wird das kleine Kino am Mittwoch seinen letzten Film zeigen.

Weber hatte das Kino 33 Jahre lang betrieben und wollte es nun zum 1. April schließen. (Ein ausführliches Interview dazu finden Sie hier.) Dagegen hatten sich zahlreiche Nürnberger gewehrt. Sie gründeten eine Interessengemeinschaft. Sie wollte das Kino weiter betreiben.
Weber verlangte von der IG für das Inventar, darunter Stühle, eine Bar und Projektoren, 33 000 Euro. Das sei zuviel, befand die IG, zumal zahlreiche Investitionen in das marode Kino nötig gewesen wären. 15 000 Euro sei die größtmögliche Summe gewesen, die die IG für das Inventar hätte zahlen wollen. Dafür hatte sie sogar ein Spendenkonto eingerichtet. Bis gestern waren darauf rund 7800 Euro eingegangen. Das Geld werde nun an die Spender zurück überwiesen.

Auf Weber kommen indes hohe Kosten zu: Er muss den Rückbau des Südstadt-Kinos finanzieren. Den ausführlichen Bericht dazu finden Sie hier und hier.

cur

Nachtrag vom 3. 4.:

Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder: Durch die umfassende NZ-Berichterstattung war ein Paar aufmerksam geworden auf die drohende Schließung. Es ist dem Casa offenbar romantisch verbunden. Eine fünfstellige Summe werden sie der „IG Casa“ zur Verfügung stellen. Damit ist der Kinobetrieb auch in Zukunft gesichtert. Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier und hier.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Brauchen wir einen Frauentag? Mit Ja antworteten 22,3 Prozent, mit Nein 77,7 Prozent.