Polizeieinsätze: Sollen die Vereine selber zahlen?

Im August 2017 wechselte der brasilianische Offensivspieler Neymar vom FC Barcelona zu Paris St. Germain – für 222 Millionen Euro. Nun ist dies zwar eine Rekordbetrag und in dieser Höhe ein absoluter Ausnahmefall, aber dennoch veranschaulicht das Beispiel sehr gut, welche Summen im Profifußball mittlerweile bewegt werden. Es ist vor diesem Hintergrund verständlich, dass viele Steuerzahler sich fragen, warum sie mit ihren Steuergeldern für die Sicherheit von Fußballspielen aufkommen müssen. Es werden Millionenumsätze im Fußballgeschäft erwirtschaftet – da müssten sich die Vereine die paar hunderttausend Euro für Polizeieinsätze auch noch drin sein.
Der Stadtstaat Bremen hat deswegen der Deutschen Fußball-Liga eine Rechnung für die Polizeieinsätze beim Hochrisikospiel gegen den Hamburger SV geschickt und nun vom Bremer Oberlandesgericht Recht bekommen.
Aber: Für die Sicherheit im öffentlichen Raum ist der Staat zuständig. Außerdem befürchten die Vereine, dass der Ligaverband die Kosten an sie weiterreicht. Aber was kann beispielsweise der 1.FC Nürnberg dafür, wenn Fans eines Gastvereins randalieren? Insofern birgt das Urteil eine große Brisanz.

Marco Puschner

Polizeieinsätze: Sollen die Vereine selber zahlen?

Steuergelder für Schaeffler?

Das Herzogenauracher Familienunternehmen Schaeffler steht am Abgrund: Ohne eine staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe in Form einer Kreditbürgschaft oder einer direkten Finanzspritze droht dem Konzern das Aus. Auf dem Spiel stehen weltweit rund 220.000 Arbeitsplätze, davon etwa 80.000 in Deutschland. Nach Berechnungen der Arbeitnehmervertreter sind allein in Bayern – und hier vor allem im Großraum Nürnberg – inklusive der Firmen, die Schaeffler zuarbeiten, rund 55.000 Stellen in Gefahr. In Schieflage ist das über Jahre sehr erfolgreiche Herzogenauracher Unternehmen gekommen, weil es kurz vor der Wirtschaftskrise die deutlich größere Continental AG geschluckt hat. Allein dadurch hat Schaeffler Schulden von gut zwölf Milliarden Euro angehäuft, für die monatlich 70 Millionen Euro an Zinsen fällig werden. Die kann das Unternehmen in der Krise aber nicht aufbringen. Die Eigentümer des Konzerns – Maria-Elisabeth Schaeffler (Bild) und ihr Sohn Georg – wurden bislang mit einem Vermögen von mehreren Milliarden Euro zu den reichsten Deutschen gezählt. Beide betonen allerdings, dass ihr gesamtes Vermögen in der Firma steckt. Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Steuergelder für Schaeffler?
Abstimmen können Sie hier.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Braucht Nürnberg mehr öffentliche Toiletten? Mit Ja antworteten 95,8 Prozent, mit Nein 4,2 Prozent. joho