Finden Sie den Terroralarm übertrieben?

urn:newsml:dpa.com:20090101:101112-10-10601Wer hätte gedacht, dass die unzähligen Kochshows auf fast allen Fernsehkanälen noch von einem anderen Thema getoppt werden könnten? Terroralarm! Seit Innenminister Thomas de Maizière (Bild) die eindringlichste Terrorwarnung aussprach, die es seit dem 11. September 2001 in Deutschland gab, ist – gar nichts passiert. Weder ist die Reichskuppel in die Luft geflogen, noch explodierte Sprengstoff in Bahnhöfen, U-Bahnen oder Flugzeugen, und es gab auch keinen Sturmangriff schwer bewaffneter Islamisten auf das Hotel Adlon.

Die Politiker befinden sich in einer ausgesprochenen Zwickmühle: Einerseits ist es ihre Pflicht, die Bürger zu schützen. Dazu gehört ab einem bestimmten Gefährdungsgrad auch die Information. Andererseits müssen die Politiker aber eine Hysterie bei der Bevölkerung vermeiden. Es ist eine geradezu skurrile Situation: „Alarm!“, tönt es aus dem Regierungsviertel. „Was ist zu tun?“, schallt es zurück. „Nur keine Panik“, lautet die Antwort. Da bleibt der Bürger ratlos zurück. Panik hatte er sowieso keine, warum denn auch? Panik kann, wenn man sich Mühe gibt, aber doch noch erzeugt werden: In zahllosen Talkshows betreiben die „Terrorexperten“ Kaffeesatzleserei bis zum Abwinken. Die Medien – und das ist durchaus selbstkritisch festzuhalten – befinden sich wieder einmal im Ausnahmezustand. Einerseits vor Terrorismus-Hysterie zu warnen und im selben Atemzug diese schlagzeilenträchtig zu befeuern heißt letztlich: Öl ins Feuer zu gießen.

Man stelle sich aber andererseits vor: „Die Regierung gibt eine Terrorwarnung aus, und niemand berichtet davon. Das wäre dem Minister wohl auch nicht recht“, so Alexander Görke vom Institut für Publizistik der Freien Universität Berlin kürzlich.

Hätte also der Innenminister besser schweigen sollen? Wir wollen in unserer Leserfrage von Ihnen wissen: Finden Sie die Terrorwarnung übertrieben? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Straßenbahnen durch die Altstadt?“ Mit Ja antworteten 43 Prozent, mit Nein 57 Prozent (in das Gesamtergebnis fließt übrigens auch unsere Telefonumfrage ein, weshalb das auf der NZ-Homepage angezeigte Resultat, das nur die Online-Votings berücksichtigt, mitunter etwas abweichen kann). we