Setzt die VAG falsche Schwerpunkte?

Zum Jahreswechsel 2017 werden die Ticketpreise von der VAG und den Verbundpartnern im VGN durchschnittlich um 2,62 Prozent angehoben. Es ist die jährliche Preissteigerung, mit der, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich, die steigenden Personal-, Pensions- und Betriebskosten aufgefangen werden sollen. nach der Tarifreform und der außergewöhnlichen Anhebung 2012 haben die Kunden aber langsam das Gefühl, dass der ÖPNV zu teuer wird. Auch wenn das Netz der VAG sehr dicht geknüpft ist.
Dabei langt das eingenommene Geld bei der VAG nicht aus, um die in die Jahre gekommene Infrastruktur zu erneuern. Die U-Bahntechnik ist zum großen Teil 40 Jahre alt und muss an die neuen Erfordernisse angepasst werden. Es müssen neue Züge und Busse gekauft werden: Das Defizit bei der VAG, das von der Stadt oder den Städtischen Werken ausgeglichen wird, steigt deshalb in den nächsten Jahren weiter. Und wahrscheinlich auch die Ticketpreise. Die VAG war noch vor wenigen Jahren eines der Unternehmen mit den günstigsten Fahrpreisen in Deutschland. Das ist vorbei.
Die VAG, die mit der fahrerlosen U-Bahn ein teures Prestigeprojekt realisiert hat, will eigentlich in den nächsten Jahren den U-Bahnausbau abschließen. Doch zuletzt wurde schon der Ausbau der U-Bahn nach Eibach oder Stein gefordert. Auch sollen etliche Straßenbahnlinien neu gebaut werden. Allen voran die Verbindung von Am Wegfeld nach Erlangen. Gefordert wird auch die Ost-West-Linie für die Straßenbahn durch die Altstadt.
Wenn nicht plötzlich ein Geldsegen von Bund und Land verteilt wird, dann hat es die VAG immer schwerer, den erreichten Standard zu halten und zugleich noch teure Ausbauvorhaben durchzuführen. Da der Öffentliche Personennahverkehrs immer ein Zuschussgeschäft bleiben wird und am Ende stets die Politik entscheidet, muss überlegt werden, ob nicht doch günstige Fahrpreise wichtiger sind als Neubauvorhaben, die zwar gut bezuschusst werden, aber den Betrieb, für den es keine Fördergelder gibt, auf Dauer verteuern.

André Fischer

Setzt die VAG falsche Schwerpunkte?

Feuerlöscher-Werfer: Ist das Urteil zu hart?

FeuerloescherneuDieses Urteil hat viele überrascht: Mit sieben Jahren und einem Monat Haft hat das Nürnberger Schwurgericht am vergangenen Mittwoch den Feuerlöscher-Wurf eines 24-Jährigen auf eine fahrende U-Bahn geahndet. Das Gericht (Foto: Roland Fengler) ging vom Mordmerkmal Heimtücke aus, weil die betroffene U-Bahn-Fahrerin nicht mit einem solchen Angriff rechnen musste. Die einen finden das Strafmaß wegen versuchten Mordes gerecht. Die anderen glauben, die Justiz habe hier ein Exempel statuieren wollen, um die immer gewaltbereiteren Fußball-Hooligans in die Schranken zu weisen.

In der Tat erscheint das Urteil auf den ersten Blick hart. Der Raser auf der Großen Straße etwa, der im Juni 2014 eine 18 Jahre junge Skaterin totfuhr, kam mit knapp unter vier Jahren davon. Auch er musste wissen, welche existenziellen Folgen seine Raserei mitten in einem Freizeitareal haben konnte – ebenso wie es das Schwurgericht jetzt bei dem Feuerlöscherwerfer angenommen hat.

Andererseits: Wer von den beiden handelte fahrlässig, wer mit Vorsatz? Fahrlässig bedeutet, dass ein Täter davon ausgeht, dass schon alles gut gehen wird. Die Einstellung „na wenn schon“ charakterisiert den Vorsatz, dass der Täter selbst schlimmste Folgen billigend in Kauf nimmt. Man muss die Gegebenheiten des Einzelfalls betrachten, sagen erfahrene Juristen – und sehen genau hier den elementaren Unterschied: Der Raser ging sehr wahrscheinlich von einem guten Ende aus, dem Feuerlöscher-Werfer unterstellte das Gericht, dass ihm die Folgen egal waren.

Tilman Grewe

Feuerlöscher-Werfer: Ist das Urteil zu hart?

Wünschen Sie sich die U-Bahn-Fahrer zurück?

VAG_Am vergangenen Montag sind rund 20.000 Menschen zu spät gekommen – in die Schule, zur Arbeit, zum Arzt. Schuld war eine ganze Serie von Pannen bei den vollautomatischen U-Bahnen. Eine verirrte Taube versetzte das System in Panik, ein Passagier, der die Notbremse zog und ein anderer, der mitten im Tunnel ausstieg, weil die Bahn dort stehengeblieben war, trugen ihren Teil zum U-Bahn-Chaos bei. Und weil das offenbar noch nicht reichte, fiel auch noch das Ansage-System aus.

Seit dem Start der fahrerlosen U-Bahnen im Jahr 2008 hat die VAG immer wieder mit Pannen zu kämpfen, die den Verkehr aufhalten und die Fahrgäste verärgern. Noch läuft das System nicht wirklich rund.

Viele Passagiere, die auf den Strecken der U2 und U3 unterwegs sind, träumen derweil von der guten alten Zeit: als an der Spitze des Zuges noch ein Mensch saß, der sah, ob da in letzter Sekunde noch jemand angehetzt kommt und deshalb noch einen Moment wartete, der die Tür zur rechten Zeit auf- und zumachte – und der nicht gleich in Schockstarre verfiel, wenn eine Taube angeflattert kam. Oder der ein paar tröstende Worte sagte, wenn mal wieder der Verkehr ins Stocken geraten war.
Nun aber hat der Computer das Steuer übernommen. Aber der ist eben nicht unfehlbar. Ganz im Gegenteil, wie wir am Montag gelernt haben.

Von Ihnen wollen wir diesmal wissen: Wünschen Sie sich die U-Bahn-Fahrer zurück? Geben Sie Ihr Votum bitte hier (rechte Spalte unter NZ-Leserumfrage) ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Sind Gutscheine besser als Kindergeld? Mit Ja antworteten 74,1 Prozent, mit Nein 25,9 Prozent. gs

Die Führung lobt die führerlose U-Bahn

ubahn.JPGEs ist vollbracht: Die neue U-Bahnlinie 3 ist feierlich eröffnet. Die politische Führungsriege und die Nürnberger VAG loben das Projekt in den höchsten Tönen. Einmalig sei, dass Bahnen mit Fahrer die gleichen Gleisabschnitte wie Bahnen ohne Zugpersonal nutzen. Die Mehrheit der Besucher ist von der Bahn begeistert. Doch vor allem ältere Menschen haben Bedenken, dass die Zeit zum Umsteigen nicht reicht. Manche sehen in dem Projekt eine reine Geldverschwendung, immerhin 325 Millionen Euro hatte der Ausbau gekostet. cur

Fragen zur fahrerlosen U-Bahn

U-Bahn__1.JPGSeit Jahren fährt sie immer ein bisschen mehr: Nürnbergs fahrerlose U-Bahn. Jetzt wurde gerade die „finale Schnupperfahrt“ erfolgreich zu Ende gebracht. Nichts ist entgleist, niemand hat sich verfahren: Dem regelmäßigen Betrieb, der am 15. Juni beginnen soll, steht also nichts mehr im Wege.

Dennoch gibt es nach wie vor Bedenken, Sorgen und Fragen. Die NZ hat aus diesem Grund Experten eingeladen, die Rede und Antwort stehen sollen. Am 8. Mai werden die U-Bahn-Fachleute  zwischen 10.30 und 12 Uhr die Fragen im Rahmen einer Telefonaktion beantworten. Es können aber auch hier im Blog Fragen gestellt werden, die wir dann weiterreichen. Wer also etwas zur neuen fahrerlosen U-Bahn wissen will, kann seine Frage hier in der Kommentarspalte hinterlassen.