Braucht Nürnberg eine City-Maut?

Derzeit kocht die Diskussion in der Bundeshauptstadt wieder hoch: Die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther, parteilos, aber den Grünen nahestehend, will eine City-Maut wie in London einführen.

Die Stadt drohe im Verkehr zu ersticken, der Platz werde immer knapper. Unter diesem Problem leiden nahezu alle großen Metropolen in Europa und dem Rest der Welt. In Schweden, Norwegen und Großbritannien wird bereits von den Autofahrern Geld verlangt, wenn sie in die Innenstädte fahren wollen. Auch New York wird bald folgen. Das Geld kommt dem öffentlichen Personennahverkehr zugute und bringt sicher den ein oder anderen dazu, das Auto stehen zu lassen und doch lieber auf Bus oder Bahn umzusteigen – mit Hilfe der Maut-Einnahmen können die Fahrten mit den „Öffis“ schließlich günstiger und vielleicht auch komfortabler werden.

Doch es gibt auch Maut-Gegner, die finden, dass es immer die Autofahrer seien, die zur Kasse gebeten werden. Was sollen die Pendler tun, die vom Land kommen und in die Innenstadt zur Arbeit müssen? Sollen sich nur noch die Wohlhabenden die Fahrt in die City leisten können? Wäre das ein sozial ausgewogenes Konzept?

Gabi Eisenack

Braucht Nürnberg eine City-Maut?

Soll Falschparken noch teurer werden?

Stadt Nürnberg, Polizei und Feuerwehr haben eine neue Kampagne vorgestellt: Plakate und strengere Kontrollen sollen in den nächsten Wochen mehr Autofahrer zum korrekten Parken erziehen. Der Slogan „Falschparken kostet Leben!“ benennt das Problem: Wer in zweiter Reihe, in Kurven, in Feuerwehreinfahrten steht, blockiert im Ernstfall Lebensretter bei einem akuten Einsatz.

Bewusstseinskampagnen sind eine gute Sache – aber in diesem Fall ein sehr mildes Instrument. Erfahrungsgemäß lenkt man dreiste Bürger erst dann auf die Bahn des Gemeinsinns, wenn es ihnen ans Geld geht. Solange simples Falschparken 15 Euro kostet und bei Behinderung eines Rettungsfahrzeugs höchstens 65, nehmen viele Menschen einen Strafzettel in Kauf und verlassen sich auf die Unterbesetzung der Kontrolleure. Sie finden, dass eine kommunale Verkehrspolitik eben für ausreichend Parkplätze zu sorgen habe. Aber: Würde sich diese Haltung bei 200, 300 Euro Bußgeld vielleicht ändern?

Isabel Lauer

Soll Falschparken noch teurer werden?