VAG-Tickets: Preiserhöhung aussetzen?

Die Ticketpreise von VAG und VGN sind zu teuer geworden, lautet von vielen Seiten der Vorwurf an die politisch Verantwortlichen. Jede Preiserhöhung, die in den letzten Jahren erfolgt ist und die nur die Kostensteigerungen bei Löhnen, Vertrieb und Treibstoffen berücksichtigt hat, war deshalb heftig umstritten. Derzeit wird darüber verhandelt, wie hoch die Erhöhung zum Jahresende erfolgen soll. Im Gespräch sind 2,5 bis 3,2 Prozent.

Das könnte die Einzelfahrt, die derzeit bei 3,10 Euro in Nürnberg, Fürth und Stein kostet, noch einmal teurer machen. „Könnte“ deshalb, weil der Aufsichtsrat der VAG erst noch Vorschläge machen muss, wie er den Preisanstieg auf die einzelnen Tarife verteilt. Er könnte auch den Einzelfahrschein günstiger und das Jahresabo dafür teurer machen.

Am Ende muss der Stadtrat entscheiden. Die Nürnberger CSU hat jetzt gefordert, die Tarife für zwei Jahre nicht anzuheben. Es soll überlegt werden, ob die Finanzierung des ÖPNV nicht neu organisiert werden kann. Auch mit Hilfe von Bund und Land. Grüne und Linke sind schon seit jeher gegen Preiserhöhungen bei Bussen und Bahnen. Die SPD hat sich noch nicht festgelegt.

Wenn es keine Preiserhöhung geben sollte, dann muss die Stadt mit zusätzlichen Einnahmeausfällen von mindestens 3,8 Millionen Euro allein für 2019 rechnen. Sie kommen zum jetzt schon absehbaren Defizit der VAG von rund 70 Millionen Euro hinzu. Wie das zusätzlich Defizit ausgeglichen werden soll, ist derzeit offen. Der städtische Haushalt gibt es eigentlich nicht her.

Im Grunde sind sich alle Parteien einig, dass der ÖPNV von Bund und Ländern mehr gefördert werden muss, um Menschen zum Umsteigen auf Busse und Bahnen zu bewegen. Das wäre auch angesichts der Schadstoffund Dieselproblematik in Großstädten hilfreich. Doch es gibt keinen Konsens über die Strategie, wie man mehr Nutzer anlocken soll und wie das Defizit auch aus anderen Finanzquellen ausgeglichen werden kann: Sollen Einzelkarten oder Abos günstiger werden und eine Nahverkehrsabgabe eingeführt werden? Muss in den ÖPNV nicht wesentlich mehr Geld gesteckt werden, um etwa elektronische Kartensysteme einzuführen, damit individuelle Abrechnungen möglich werden?

Günstige Ticketpreise machen einen ÖPNV aber noch nicht attraktiv: Wichtig sind auch kurze Taktzeiten und ein eng geknüpftes Netz. Wie können Bund und Land helfen? Eines ist aber klar: Die Fahrten mit Bussen und Bahnen verursachen Kosten, für die jemand finanziell aufkommen muss.

André Fischer

VAG-Tickets: Preiserhöhung aussetzen?

E-Ticket – eine gute Lösung?

Der elektronische Fahrausweis kommt: Im Frühjahr können zunächst VGN-Abokunden das E-Ticket, also die neuen Chip-Karten, nutzen. Alle anderen sind erst später an der Reihe. Nürnberg und die Region haben damit keine Revolution ausgelöst, andernorts in Deutschland und der Welt sind E-Tickets für Bus und Bahn schon Normalität. Für den Nutzer durchaus praktisch: Er braucht keinen Verbundpass mit Ticket mehr, er kann den Geltungsbereich selbstständig ändern, die Karte ist fälschungssicher und kann bei Verlust oder Diebstahl leicht gesperrt werden.

Kritiker befürchten allerdings, dass durch die zunehmende Digitalisierung im öffentlichen Personennahverkehr der Datenschutz bedroht ist und Verkehrsbetriebe Bewegungsprotokolle ihrer Kunden erstellen könnten.

Gabi Eisenack

E-Ticket - eine gute Lösung?