Rauchverbot – macht sich die CSU unglaubwürdig?

Sicher darf auch in diesem Jahr wieder auf dem Oktoberfest geraucht werden, bestimmt auch in jedem anderen Bierzelt, möglicherweise auch in bestimmten Kneipen – das Rauchverbot steht auf der Kippe. Knapp eine Woche nach der CSU-Schlappe bei den Kommunalwahlen in Bayern ist die Abkehr vom deutschlandweit strengsten Rauchverbot beschlossene Sache. Der Grund ist klar: Die Union glaubt, dass die Raucher ihr einen Denkzettel verpasst haben. Nun wird zurückgerudert.
„Ein politischer Offenbarungseid“ sei das, sagen die Grünen im Landtag. Auch mit ihren Stimmen war im Dezember letzten Jahres das Nichtraucherschutzgesetz beschlossen worden. Die Wirte, die qualmenden Kneipengänger, die auf Gemütlichkeit pochenden Bierzelt-Besucher werden die Änderungen sicherlich begrüßen. Doch ebenso schwer wie der gesundheiltliche Schaden für die Passivraucher wiegt wohl der für das Ansehen der Politiker. „Umfaller“ seien die, schimpfen viele Bürger, egal ob Raucher oder Nichtraucher. „Die da oben“ seien nicht in der Lage, die Durchsetzung eines unbequemen Gesetzes durchzustehen. Ganz offenbar hatte das Wahlergebnis die CSU zum Nachdenken gebracht – doch muss nicht auch der Wählerwille respektiert werden, indem man ein ungeliebtes Gesetz nachbessert? Wir wollen von Ihnen daher wissen: Rauchverbot – macht sich die CSU unglaubwürdig? Abstimmen können Sie (wiem immer ab Montag) auf der NZ-Webseite.
In der vergangenen Woche fragten wir: Ist die Stadtratswahl zu kompliziert? Mit Ja antworteten 70,1 Prozent, mit Nein 29,9 Prozent (Telefon- und Internetvotings).