Gamer sind sauer auf OB Maly

Die Absage ist zwar schon etwa vier Wochen her, wurde aber erst jetzt bekannt: Am 29. Mai wird in der Nürnberger Meistersingerhalle kein Game-Event stattfinden. OB Ulrich Maly hat das Intel Friday Night Game abgesagt. Nach dem Amoklauf von Winnenden passe eine solche Veranstaltung nicht in die Landschaft.

Maly muss sich jetzt allerdings vorhalten lassen, gegen die Internationale Waffenmesse, die zwei Tage nach dem Amoklauf in Nürnberg eröffnet wurde, nichts unternommen zu haben. Die Stadt entschuldigt sich allerdings damit, nur Teilgesellschafterin der Messe zu sein. Sie habe daher keine Absage veranlassen können.  Die Stadt hat in der Messegesellschaft einen Anteil von 49,96 Prozent. Das heißt im Umkehrschluss, die anderen Gesellschafter, der Freistaat Bayern mit ebenfalls 49,96 sowie die beiden Kammern, haben sich offenbar für eine Durchführung der Messe ausgesprochen.

Bei der Stadt Nürnberg räumt man jedoch ein, sich mit den Spielen, die beim iFNG gespielt werden, gar nicht auseinandergesetzt zu haben. Man habe sich vielmehr am Verhalten des Stuttgarter OBs Wolfgang Schuster orientiert, der die gleiche Veranstaltung in Stuttgart abgesagt hat.

Nachtrag: Inzwischen wurde bekannt, dass die Veranstaltung am 29. Mai in Hannover stattfinden wird. Gleichzeitig bedauerte der Pressesprecher des Veranstalters, dass durch die Absage in Nürnberg auch das dort vorgesehene Eltern-LAN nicht durchgeführt werden konnte. Hierbei sollte Eltern die Möglichkeit geboten werden, einmal zu sehen, was ihre Kinder da eigentlich spielen. Das Projekt wird unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.

Hätte man die Waffenmesse absagen müssen?

Nach dem Amoklauf von Winnenden diskutiert man in ganz Deutschland, wie man so etwas verhindern könnte. Verbote von so genannten Killerspielen werden ebenso gefordert, wie Einlasskontrollen an den Schultüren, mehr Schulpsychologen und eine Verschärfung des Waffenrechtes.

Dass ein Verbot von Computerspielen realistischer erscheint als anderes, dürfte auch damit zusammenhängen, dass es nichts kostet. Gleichzeitig werden damit auch kaum in Deutschland für Arbeitsplätze sorgende Firmen geschädigt. Letzteres wäre aber bei einer weiteren Verschärfung des Waffenrechtes der Fall. Ausgerechnet eine in Nürnberg jedes Jahr stattfindende Veranstaltung rückt nun genau diesen Aspekt in den Fokus: die Internationale Waffenmesse.

Zwei Tage nach der schrecklichen Bluttat in der Albertville-Realschule wird im Nürnberger Messezentrum diese weltweit größte Fachmesse für Jagd- und Sportwaffen eröffnet. Terminlich ist das für die Veranstalter ein unglücklicher Zufall, nicht unbedingt aber für die öffentliche Diskussioh.

Denn natürlich stellt sich jetzt auch die Frage, ob man diese Messe nicht hätte kurzfristig absagen sollen, schließlich wurden wegen des Amoklaufs noch andere Dinge abgesagt, die weitaus weniger mit der Bluttat zu tun haben.