Ist die 28-Stunden-Woche ein sinnvolles Modell?

Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit: Die IG Metall erweist mit ihrem Vorstoß einem gewerkschaftlichen Kernanliegen seine Reverenz – der Reduzierung der Arbeitszeit. Arbeitnehmer sollen künftig einen Anspruch darauf haben, ihre Arbeitszeit ohne Angabe von Gründen für zwei Jahre auf bis zu 28 Wochenstunden zu reduzieren. Danach soll es einen Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit geben.

Die Arbeitgeber schlagen Alarm. Dabei haben sie selbst immer flexiblere Arbeitszeiten angemahnt. Wenn die Unternehmen jedoch von „Flexibilität“ sprechen, versteckt sich dahinter meist ein Angriff auf das Arbeitszeitgesetz, wonach Menschen nicht mehr als acht oder zehn Stunden arbeiten dürfen. Nun will die Gewerkschaft eine Form der Flexibilität, die es den Arbeitnehmern zeitweise ermöglicht, kürzer zu treten, um Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen zu leisten. Die Wirtschaft sieht die Gewerkschaft im „Wolkenkuckucksheim“ angekommen – das gehört aber auch zum tarifpolitischem Muskelspiel. Ambitioniert ist das Vorhaben der IG Metall angesichts des bereits vorhandenen Fachkräftemangels indes durchaus.

Ist die 28-Stunden-Woche ein sinnvolles Modell?

Ist das Projekt Euro gescheitert?

Der Euro – mit Posaunen und Trompeten eingeführt, die Euphorie war schier grenzenlos. Die Europäische Währungsunion stellt formal den Zusammenschluss von EU-Mitgliedsstaaten auf dem Gebiet der Geld- und Währungspolitik dar. Seit ihrer Errichtung 1999 mit elf Staaten (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien) traten mit Griechenland (2001), Slowenien (2007), Malta und Zypern (2008), der Slowakei (2009) und Estland (2011) sechs weitere Staaten bei.

Die Jubelzeiten gehören der Vergangenheit an. Vielmehr ist das Stichwort „Euro“ mittlerweile meistens Anlass für Sorgenfalten auf der Stirn. Der Euro ist ins Gerede gekommen, denn er scheint die Staaten zu spalten, anstatt sie zu einen. Viele Kritiker machen den Euro verantwortlich für die Schwierigkeiten im Bankensektor Europas. Auch hätte er maßgeblichen Anteil an der hohen Arbeitslosigkeit und an den enormen Handelsdefiziten.

Das Ansehen des Euro scheint ziemlich ruiniert, wenn fast jeder bei diesem Wort zuerst an einen Rettungsschirm denkt. Der ebenso häufig herbeigesehnte wie auch abgelehnte Euro-Rettungsschirm für mittlerweile so viele klamme Staaten bestärkt jene Kritiker, die den Euro als größten Antreiber einer europäischen Spaltung geißeln.

Einer der entschiedensten Euro-Kritiker, Prof. Wilhelm Hankel, fühlt sich bestätigt: „Die Euro-Union musste scheitern, weil sie die Kreditwürdigkeit der unterschiedlich entwickelten und regierten Euroländer nivelliert und ihre bekannten und erkennbaren Kosten-, Produktivitäts- und Kaufkraft-Disparitäten ignoriert.“ Zinsen und innere Wechselkurse seien von Beginn an falsch und verzerrt gewesen. Sie verführten die heutigen Krisenländer zu sich steigerndem Überkonsum, „finanziert aus Pump und Über-Verschuldung“.

Wohingegen Altbundeskanzler Helmut Schmidt „alles Gerede über eine Krise des Euro als leichtfertiges Geschwätz“ bezeichnet. Damit steht er nicht allein, denn viele Experten sind sich einig und warnen: Ohne die gemeinsame Währung wäre Deutschlands Wirtschaft nicht da, wo sie sich im Augenblick befindet.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Ist das Projekt Euro gescheitert? “ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Können Sie ein Minarett in Nürnberg tolerieren?“ Mit Ja antworteten 17 Prozent, mit Nein 83 Prozent.