Wird Deutschland wieder Weltmeister?

Der Auftakt ging schon mal daneben. 0:1 gegen Mexiko. Und mit Schweden wartet noch ein Gegner in der Gruppe, der immerhin Italien und den Niederlanden die Reise nach Russland verbaut hat. Vor diesem Hintergrund ist für Deutschland nun sogar der Einzug ins Achtelfinale in Gefahr.

Doch auf der anderen Seite startete die deutsche Elf häufiger holprig ins Turnier und steigerte sich dann. 2010 etwa ging zwar nicht das erste Spiel verloren, aber das zweite gegen Serbien. Am Ende stand dennoch Platz drei. Und vor 36 Jahren, als die DFB-Auswahl bis zum gestrigen Tag letztmals ein Auftaktspiel verlor (1:2 gegen Algerien), kam das Team von Trainer Jupp Derwall immerhin trotzdem noch ins Finale, das man gegen Italien mit 1:3 verlor.

Doch der amtierende Weltmeister kann sich mit zweiten oder dritten Plätzen eigentlich nicht zufriedengeben, Ziel von Bundestrainer Joachim Löw und seinen Gefolgsleuten ist die Titelverteidigung. Der Kader ist sehr stark, aber die Konkurrenz auch. Löw baut in seiner Stammelf vorwiegend auf Weltmeister von 2014. Können die es noch einmal richten?

Wird Deutschland wieder Weltmeister?

Interessiert Sie die Frauenfußball-WM?

Durch besondere Fortschrittlichkeit ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in seiner Geschichte nur selten aufgefallen. Und so ist auch der Beschluss auf dem Verbandstag von 1955 kein Ruhmesblatt, als Deutschlands oberste Fußball-Funktionäre befanden, dass die „Kampfsportart“ Fußball „der Natur des Weibes“ fremd und auch nicht „schicklich“ sei – Frauenfußball wurde kurzerhand verboten.

Die Frauen scherten sich glücklicherweise nicht um dieses Verbot, das noch bis 1970 galt, sondern spielten einfach trotzdem – und inzwischen haben sich die Zeiten ohnehin geändert, denn der heutige DFB-Präsident Theo Zwanziger gilt als großer Fan des Frauenfußballs. Der DFB kann auch froh sein, dass er die Mädels hat – die sind nämlich in jüngerer Vergangenheit um einiges erfolgreicher als die Herren. Die deutschen Nationalspielerinnen holten 2003 und 2007 die Weltmeisterschaft und seit 1989 sieben Europameisterschaften.

Dennoch: Im Fernsehen wird über die Bundesliga der Frauen nicht annähernd so ausführlich berichtet wie über die der Männer, und auch die Stadien sind im Männmerfußball wesentlich voller. Die durchschnittliche Zuschauerzahl liegt im Frauenfußball bei 1000, bei den Männern bei über 40.000 pro Bundesligaspiel.

Ob die Weltmeisterschaft das ändern kann? Dadurch, dass sie in Deutschland stattfindet, wird Frauenfußball noch mehr in den Fokus rücken. Dennoch fand sich kein Unternehmen, das etwa auf der Wöhrder Wiese wie bei den Männerturnieren ein Public Viewing organisiert hätte. Die Veranstalter glauben offenkundig nicht, dass Birgit Prinz und Co. heuer für eine ähnliche schwarz-rot-goldene Fußball-Euphorie sorgen können wie Philipp Lahm und seine Mitstreiter bei den WM- und EM-Spielen 2006, 2008 und 2010.

Wir wollen in unserer Leserfrage von Ihnen wissen: „Interessiert Sie die Frauen-WM?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf unserer NZ-Homepage ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Soll das Sozialticket eingeführt werden?“ Mit Ja antworteten 43 Prozent, mit Nein 57 Prozent.

Ist Nürnberg frauenfeindlich?

Frauenfußball

Nach der Fußball-WM der Männer im vergangenen Jahr findet nun auch die der Frauen in Deutschland statt. Während Nürnberg bei den Männern als Spielort dabei war und deswegen einen Mords-Zinnober veranstaltet hat, hat man sich für die Frauen-WM nicht einmal beworben. Dabei wären die Einrichtungen ja schon vorhanden gewesen. Größere Kosten, gar immense Millionenbeträge wie bei den Männern, wären also nicht angefallen. Warum sich das Nürnberg Rathaus bei den Frauen so vornehm zurückgehalten, ist daher nur schwer erklärbar. Den Männern dort wird das wohl zu abartig und der Frauenbeauftragten zu primitiv gewesen sein, könnte man annehmen. Doch die Fußballverantwortlichen (Männer!) beteuern, dass nicht sie, sondern der Deutsche Fußballbund (Männer!) schuld sei. Der glaubt nämlich, dass Frauenfußball nur kleine Stadien, wie die in Sinsheim, Magdeburg oder Augsburg, füllt. Nürnberg sei für Frauen einfach eine Nummer zu groß.