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Was die Attraktivität des Hauptmarkts betrifft, gehen die Meinungen auseinander. So auch im Stadtrat – das zeigten die Wortmeldungen in der jüngsten Sitzung: Ein SPD-Politiker findet, er sei der schönste der Platz der Stadt, ein CSU-Vertreter meint, es gebe schönere in der Stadt, die Kollegin von den Grünen beschwichtigt: „Er ist einer der schönsten Plätze.“ Fragt man tausend Leute, bekommt man tausend verschiedene Antworten.

Einigkeit herrscht in Politik und Verwaltung zumindest darin, dass der Hauptmarkt – noch – schöner werden soll. Bevor er komplett neu gestaltet wird, was noch ein paar Jahre dauern kann, werden jetzt immerhin die Stände ordentlicher und übersichtlicher angeordnet: Rücken an Rücken sollen sie künftig zu stehen kommen. In einem bestimmten Bereich sollen Händler ihre Waren anbieten dürfen, die nicht täglich kommen, außerdem wird in der Mitte des Marktes ein Platz zum Verweilen geschaffen. Um das Angebot attraktiver zu machen, werden neue Anbieter zugelassen – darunter auch Foodtrucks. Wie die Stände und Gefährte auszusehen haben, will die Stadt in Gestaltungsrichtlinien festlegen.

Kritiker des Konzepts befürchten unter anderem, dass die Möglichkeit zum Verweilen Trinkgelage auf dem Hauptmarkt fördern könnte. Andere wiederum möchten keine Verkaufsmobile dort haben, die es auf den Stadtteilmärkten längst gibt.

Gabi Eisenack

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Hauptmarkt: Muss sich etwas ändern?

Der Wochenmarkt am Hauptmarkt (Foto: Eduard Weigert) ist eine ganz wichtige Einrichtung in der Innenstadt, denn er belebt das Kopfsteinpflaster, und Menschen können sich mit frischen Lebensmitteln aus der Region eindecken. Doch, was gut ist, kann man noch besser machen. Das Bild, das der Hauptmarkt derzeit bietet, hat wenig mit Qualität zu tun.
Wer von der Fleischbrücke Richtung Burg blickt, schaut erst einmal auf drei locker aufgestellte Imbissbuden, die sich mit eher beliebig positionierten Tischen und Werbetafeln optisch aufdrängen. Das ist das Bild, das Touristen und Besucher von der Stadt mitnehmen. Es wäre ein leichtes, die Stände zusammenzurücken und sie an einer besser geeigneten Stelle zu positionieren.
Wer in einem Café am Hauptmarkt sitzt, der muss in der Regel auf die Rückseite von Ständen schauen. Besser wäre es, die Verkaufsstände Rücken an Rücken aufzureihen, damit das Ausfransen des Marktes verhindert wird und Dichte entsteht: Wenn etwas im landläufigen Sinn schön ist, dann halten sich Menschen dort gerne auf, reden miteinander und kaufen mehr ein.
Beispiele in Italien, Spanien oder Frankreich gibt es zuhauf. Der Hauptmarkt sollte zu einem Treffpunkt entwickelt werden, davon würden auch die Händler mit höheren Umsätzen profitieren. In Nürnberg wird zu oft die Bedeutung der ästhetischen Qualität des öffentlichen Raums unterschätzt. Wer Touristenmetropole sein will und finanziell davon profitiert, der muss seine gute Stube besser als bisher in Ordnung halten. Es fehlt nicht nur an einem Konzept für die Weiterentwicklung des Wochenmarkts, sondern auch an kleinen Dingen: Sitzen, ohne etwas zu verzehren, kann man sich fast nirgendwo erlauben.
Die Gegner von Veränderungen auf dem Hauptmarkt sagen, gerade diese lockere Struktur macht den Reiz des Marktes aus – eine Form von Freiheit. Außerdem würden die Imbissbuden dort stehen, wo die meisten Touristen sind. Es passt doch alles.

André Fischer

Hauptmarkt: Muss sich etwas ändern?