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Löwen bedrohen Dorf in Kenia

Nachdem es viele Jahrtausende umgekehrt abgelaufen ist, beginnen in letzter Zeit an ganz verschiedenen Orten auf der Welt, Tiere den Menschen auf die Pelle zu rücken und sie in ihrem Lebensraum einzuschränken, wenn nicht gar zu bedrohen. Vielleicht gab´s das früher ja auch schon öfter, und man hat nur nichts davon erfahren. Wie dem auch sei – ich stoße  in letzter Zeit beim Durchforsten von Tier-Nachrichten für mein Blog immer wieder auf solche Geschichten. Sei es in Australien, wo wilde Kamele ein Dorf belagert haben, oder in Sibirien, wo massenweise mongolische Gazellen eingefallen sind.

Nun gibt es einen neuen Fall von “Tier-Terror” gegenüber Menschen: Ein Löwenrudel macht keine Jagd auf  seine üblichen Wildtiere mehr, sondern reißt Ziegen, Kühe und Esel in einem Dorf  in der Region Laikipia (Zentralkenia). Die Viehzüchter und Bauern dort leben mittlerweile in Furcht und Schrecken, die Dorfbewohner trauen sich kaum noch aus den Hütten, und die Kinder haben Angst, auf dem Schulweg von den Raubtieren angefallen zu werden.

Angeblich kommen die Löwen aus einem privaten Schutzgebiet. Deshalb beklagen sich die Dorfbewohner nun bei der staatlichen Naturschutzbehörde KWS, weil die nichts zum Schutz der Menschen in der Gegend unternehme. Als dann doch Mitarbeiter von KWS ins Dorf kamen, um die Lage zu checken, vertrieben die Dorfbewohner sie kurzerhand. Sie hätten zu spät reagiert, lautete ihre  Begründung.

Jetzt wollen die Menschen des Dorfes die Sache selbst regeln. Es sieht nicht so aus, als würde das etwas Gutes für die Löwen bedeuten: Möglicherweise lautet der Plan, die Tiere zu töten. Und das ist das Traurige an all den geschilderten Fällen: Am Ende sind immer die Tiere die Opfer.

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Unsere «Flogge» verlässt Nürnberg bald. Mit dieser Entscheidung können sich manche Eisbären-Fans nur schwer anfreunden. Der Tiergarten steht bei ihnen in der Kritik, weil er angeblich sein Zugpferd gehen lässt. Und auch das «Marineland» in Antibes  (Südfrankreich), wo Flocke eine neue Heimat finden soll, halten einige für keine gute Wahl. Was ist dran an den Vorwürfen?

Er verliert die Geduld nicht, wenn er immer wieder aufs Neue erklären muss, warum die beliebte Eisbärin nicht am Schmausenbuck bleiben kann: Der stellvertretende Zoochef Helmut Mägdefrau verteidigt die Entscheidung des für Eisbären zuständigen Koordinators im Europäischen Erhaltungszucht-Programm (EEP), dass Flocke und Rasputin an die Côte d’Azur ziehen sollen. Im EEP wird europaweit geplant – lokale Vorlieben für ein bestimmtes Zootier kann da niemand berücksichtigen.

flockerasputinAußerdem betont die Tiergartenleitung, dass sie es für eine sehr gute Lösung hält, wenn Flocke mit ihrem Gefährten Rasputin (beide auf nebenstehendem Foto)  weiter zusammenbleibt, nachdem sich die beiden so gut aneinander gewöhnt haben. Dem Argument, Berlin hätte sich niemals von Knut getrennt wie Nürnberg nun von Flocke, weil man in der Hauptstadt auf eine solche Besucherattraktion nicht verzichten würde, hält Mägdefrau Folgendes entgegen: In Nürnberg hat Flocke zwar in ihrem ersten Jahr für ein Besucher-Plus von 19 Prozent gesorgt, im zweiten, als sie kein knuddeliges Baby mehr war, aber nicht mehr.

Mittlerweile kursiert über das «Marineland» das Gerücht, es sei eine Einrichtung, die mit enormem Energieaufwand betrieben werde. Dieser Zoo in Antibes hat sich auf Meeresbewohner wie Orcawale, Delfine, Robben, Haie, Pinguine und Seewasserfische spezialisiert. Kürzlich hat sich eine Frau aus Nürnberg verärgert an den Artenschutzbeauftragten des World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland gewandt: Ausgerechnet Flocke, die zur «Botschafterin für den Klimaschutz» auserkoren wurde, gehe in einen «vollklimatisierten» Zoo. – Hat der Tiergarten versäumt, sich vorher in Sachen Klimaschutz über die Einrichtung zu informieren?

«Nein», sagt Mägdefrau und holt ein wenig aus. Für Eisbären werde in Antibes gerade die europaweit einzige Meerwasser-Anlage gebaut. Die funktioniert so: Man pumpt Wasser aus der Tiefe des Meeres, das ganzjährig eine konstante Temperatur von 14 Grad Celsius hat, und leitet es in die Eisbären-Anlage. Die Innenställe der Bären werden laut Mägdefrau zwar eine Klimaanlage besitzen, «aber nur für den Notfall, zum Runterkühlen, wenn es mal zu heiß wird». Aus dem Zoo San Diego wisse man jedoch, dass dies unter ähnlichen klimatischen Bedingungen so gut wie nie nötig sei – die «Weißen Riesen» bleiben bei großer Hitze einfach draußen.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, Eisbären bräuchten es kalt, hat man in Nürnberg ganz anderes beobachtet: Flocke und Rasputin, ebenso wie Vera, lieben die Wärme. «Selbst in der brütenden Mittagshitze legen sie sich auf die heißen Felsen in ihrer Anlage und sonnen sich. Da sind sie wie die Deutschen in Rimini», scherzt Mägdefrau.

Zurück zur Frage des Klimaschutzes im «Marineland» Antibes: Dort sei vor einem Jahr eine neue Abteilung für umweltfreundliches Zoo-Management eingerichtet worden, erzählt der Tiergarten-Vize. Der Zoo habe begonnen, mit Photovoltaik zu arbeiten und lasse Hybridfahrzeuge über sein Gelände fahren.

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AlbrechtbabyNürnberger Tierfreunde erinnern sich bestimmt an die Zeit, als er selbst noch ein Baby war: Albrecht, im Oktober 1999 im Tiergarten geboren, war das erste Panzernashorn, das in einem bayerischen Zoo das Licht der Welt erblickte.
Zu Ehren von Albrecht Dürer und seinem berühmten Holzschnitt taufte man es auf den Namen Albrecht. Nun ist Albrecht selbst Vater geworden: Im Zoologischen Garten von Lisieux in Frankreich. Dorthin war Albrecht im Herbst 2001 umgezogen. Er lebte sich schnell ein. Kein Wunder – traf er im Land der Liebe doch seine Traumfrau Winona, die allerdings keine Französin ist, sondern aus einer Dépendance des Zoos von Antwerpen stammt.

Aber bei Dickhäutern dieses Kalibers kommt es wohl nicht auf so feine Unterschiede an. Mit Winona versteht sich Albrecht jedenfalls so gut, dass die beiden nun ihr erstes Baby bekommen haben: Am Morgen des 1. Februar wurde der bislang noch namenlose Nachwuchs geboren. „Ein starkes Baby“, teilte die Zooleitung von Lisieux dem Tiergarten Nürnberg gleich freudig mit.
Zum Schluss noch etwas für Zahlen-Fetischisten: In ganz Europa leben nur rund 50 Panzernashörner in 20 Zoos, weltweit sind es 160 Tiere in 60 Zoos.

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Unglaublich, was in einigen Zoos dieser Tage so passiert! Ich will nur zwei Beispiele herausgreifen – zwei besonders spektakuläre.

Da hätten wir zunächst mal den Zoo von Sofia. Was dort passierte, ist wohl vor allem auf den strengen Winter dieses Jahres zurückzuführen. Streunende Hunde, die wegen der bitteren Kälte in Bulgarien zurzeit keine Nahrung finden, haben sich an Zootiere herangemacht, um ihren quälenden Hunger zu stillen. Dem Angriff der Hundemeute fielen acht Wildschafe und fünf Rehe zum Opfer. Eine Reihe anderer Zoobewohner wurde zwar angefallen, überlebte die Bisse aber.

Am selben Tag in Indien: Im Zoo von Guwahati sind zwei Tiger aus ihrem Gehege ausgebrochen – und das zu einem Zeitpunkt, als ungefähr 10 000 Besucher auf dem Gelände waren. Die beiden Raubkatzen lösten natürlich eine Massenpanik in dem Zoo aus, der im Bundesstaat Assam liegt. Die Tiger hatten die Gelegenheit zum Ausbruch genutzt, als ihr Käfig gereinigt wurde. Während die Menschen panisch in alle Richtungen auf und davon liefen, spazierten die zwei Ausgebüxten gemächlich dazwischen umher.

Glücklicherweise kamen bei dem Zwischenfall alle Beteiligten glimpflich davon: Die Besucher wurden unverletzt aus dem Zoo gebracht, die beiden “Flüchtlinge” wurden betäubt und lagen nach drei Stunden wieder in ihrem Käfig – selig schlummernd, als hätten sie das alles nur geträumt.

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Wunderbar: “Der Wolf”

DerWOLFEndlich ist es mal wieder richtig Winter! Ich liebe es, wenn draußen alles weiß verschneit ist, und auch knackige Kälte ist mir tausendmal lieber als ein wochenlanges Vor-sich-hin-Regnen-oder-Nieseln bei leichten Plus-Temperaturen, wie man es  in den letzten Jahren meist erlebt hat. Zu einem richtigen Winter gehört für mich die passende Lektüre. Und da habe ich ein Buch gefunden, das mich rundum begeistert – verbindet es doch Winter-Atmosphäre mit philosophischen Gedanken,  glasklarer Sprache und mit einem Thema, das mich zu jeder Zeit fasziniert:  Tiere. Und das Beste: Mein Namensvetter, der Wolf, ist die Hauptperson.

Joseph Karol Smith erzählt seine klar strukturierte Geschichte sehr stringent und lehnt sich dabei sowohl an die Welt der Fabel an als auch, wie er am Ende der Novelle schreibt, an ein Buch, das für ihn selbst seit seiner Kindheit prägend war: “Of Wolves and Men” von Barry Lopez.

Es ist einer der strengsten Winter, die der alte, einsame Wolf jemals durchgemacht hat. Weil er kein Futter findet, ist er am Ende seiner Kräfte und streunt durch den tief verschneiten Wald, in der verzweifelten Hoffnung, irgendwo irgendwann auf irgendetwas Fressbares zu stoßen. Seine Ansprüche hat er längst heruntergeschraubt: Nicht einmal vor verwesenden toten Vögeln schreckt er zurück. Als er auf einen Fuchs trifft, beginnt zwischen den beiden Raubtier-Konkurrenten ein psychologisches Kräftemessen, ein gegenseitiges Versteckspiel vor den Gedanken des anderen, das bald in eine gnadenlose Auseinandersetzung zu münden scheint.

Doch viel gefährlicher als der Fuchs ist für den Wolf der Mensch  - und obwohl er das eigentlich weiß, lässt er sich vom Fuchs verführen und missachtet die tödliche Bedrohung, die von den Zweibeinern schon immer auf seine Art ausgegangen ist. Das hat für den alten Grauen verheerende Folgen… Mehr will ich hier nicht verraten. Ich kann aber versprechen: Man möchte die Novelle nicht mehr aus der Hand legen, bevor man endlich weiß, wie sie ausgeht.

Das Buch (160 Seiten) mit wunderbaren Illustrationen von John Spencer ist im Berlin Verlag erschienen und kostet 16,90 Euro.

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Romeo und Julia in Isny

Der Storch: ein Zugvogel. So haben wir es jedenfalls einst aus dem Schulbuch gelernt. Doch die Wirklichkeit sieht manchmal anders aus. Nicht nur in deutschen Landen mit sehr mildem Klima, sondern auch dort, wo bei uns der Winter schön knackig ist, überwintern Weißstörche, statt in wärmere Gefilde zu ziehen. Die Kälte macht ihnen ja auch nichts aus – sie sind praktisch resistent dagegen. Schwierig wird es nur, wenn sie längere Zeit keine Nahrung finden.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100125-10-12243Freilebende Weißstörche im Winter – die kann man derzeit wieder im Allgäu beobachten. In Isny hat Storchenmann Romeo, eine ausgewilderte Handaufzucht, die langjährige Dame seines Herzens – die natürlich Julia heißt – überzeugen können, mit ihm den Winter über dazubleiben. (Das Foto zeigt Romeo und Julia in Gesellschaft eines Graureihers.) In den ersten Jahren ihrer Partnerschaft war es ihr offenbar noch zu kalt, und sie machte sich regelmäßig in den Süden auf. Doch die Liebe wurde immer größer, und Julia kehrte jedes Jahr ein paar Wochen früher zurück zu ihrem Romeo. Nun weicht sie überhaupt nicht mehr von seiner Seite.

Die Stadt Isny tut einiges, um den beiden den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. In dem 34 Meter hohen Kamin auf dem Rathaus konnte es sich das Storchenpaar so richtig heimelig machen. Schon fünfmal haben Romeo und Julia in dem Horst Nachwuchs aufgezogen. In der Zeit der Brutpflege – also im Mai/Juni – stellen Mitarbeiter eines eigens gebildeten “Storchennestteams” den Tieren zusätzliches Futter zur Verfügung. Denn während dieser Monate finden die Störche kaum Futter, weil dann die Streuwiesen nicht gemäht werden.

Im Herbst dagegen füttert man bewusst nicht zu, weil man eigentlich möchte, dass Meister Adebar sein natürliches Verhalten beibehält und den Abflug in den Süden macht. Die 12 in Isny geschlüpften Störche tun das auch. Aber Romeo ist eben eine Handaufzucht und deshalb vielleicht zu bequem, die weite Reise anzutreten. Julia hat sich inzwischen von ihm beeinflussen lassen. Und sie weiß offenbar, dass sie selbst bei Schnee und hohen Minustemperaturen nicht auf kulinarische Leckerbissen verzichten muss: Das Storchenteam von Isny legt im Winter Fischreste und Eintagsküken auf einer Wiese am Stadtrand aus, damit Familie Weißstorch nicht Hunger leiden muss.

Romeo und Julia sind übrigens kein Einzelfall: Der Landesbund für Vogelschutz  hat beobachtet, dass in diesem Jahr allein in Schwaben über 30 Weißstörche überwintern.

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Jägern droht die Hölle

Was ist nur los mit unserer Welt? In Australien gibt es Kamel-Plagen, in Russland eine Antilopen-Invasion: In der ostsibirschen Baikal-Region wurde, nachdem dort rund 40 000 ausgehungerte Tiere aus der benachbarten Mongolei eingefallen waren, der Notstand ausgerufen. In der Nähe der Grenze drängen sich über 60 000 weitere Mongolei-Gazellen, weil sie wegen des harten Winters kein Futter mehr finden. Die Jagd auf die Tiere bleibt – zumindest in Russland – trotzdem verboten, denn Mongolei-Gazellen stehen dort auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Sie sind so selten, dass es in unserem Archiv kein Foto gibt – ich hätte sie gerne hier abgebildet. Selbst bei “Wikipedia” ist kein Foto, sondern nur eine Zeichnung zu finden.

Polizei und Umweltbehörden informieren die Bevölkerung in Sibirien jetzt eigens auf Flugblättern über das Jagdverbot. Wie wirksam das ist, bleibt abzuwarten. Denn wer will in einer solchen Region, noch dazu bei strengstem Frost, schon kontrollieren, ob das Verbot eingehalten wird? Und wer meldet da schon Wilderer? Aus der Kamel-Belagerung in Australien haben wir jedenfalls gelernt, dass derartige Geschichten für Tiere schnell ganz schlecht ausgehen können.

Immerhin: Einigen der wilden Kamele in Down Under winkt inzwischen Rettung – und zwar von anderswo auf der Welt. Eine Gruppe saudischer Tierfreunde hat im Internet eine Kampagne für die Wüstenschiffe gestartet. Die frommen muslimischen Tierschützer beziehen sich auf den Koran. Darin heißt es im 17. Vers der 88. Sure:

Sehen die Ungläubigen denn nicht die Kamele, wie sie geschaffen worden sind.

Menschen, die Kamelen Leid antun, wird im Koran außerdem schwere Strafe – sprich:  die Hölle – angedroht. Die Saudis wollen deshalb die wilden australischen Kamele dorthin bringen, wo sie geliebt und respektiert werden. – Über die Tierliebe der Moslems habe ich mich kürzlich erst in einem Kommentar zu meinem Beitrag über die Wolfsjagd in Schweden freuen können. Eine Muslima hatte dort deutlich gemacht, welcher Respekt in ihrer Religion nicht nur Menschen, sondern auch Tieren entgegengebracht wird.

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Teure Liebe zu Alligatoren

Tierliebe kann zuweilen seltene Blüten treiben. So zum Beispiel im Fall einer Frau, die offenbar Alligatoren über alles liebt. Die Mainzerin hatte in ihrem USA-Urlaub in Florida den präparierten Kopf eines Alligators als Souvenir gekauft und ihn als Postpaket zu sich nach Hause geschickt. Doch dort kam er nie an: Zollbeamte stellten das gute Stück, das immerhin ungefähr einen halben Meter lang war, sicher und beschlagnahmten es.

Hintergrund ist, dass für das artengeschützte Tier keine Einfuhrgenehmigung vorlag. Alligatoren gehören nämlich zu den besonders geschützten Tierarten, und ihre Einfuhr bei uns ist nur mit einer Ausfuhrgenehmigung des Herkunftslandes und einer zusätzlichen Genehmigung der deutschen Behörden erlaubt. Diese Regelung gilt auch, wenn es sich nur um Teile eines Alligators – wie in dem gschilderten Fall den Kopf – handelt.

Die Frau kann sich nun nicht nur nicht über ihr tierisches Souvenir freuen - sie muss obendrein mit einem Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz rechnen. Dürfte also insgesamt eine ziemlich teure Sache werden!

Dabei hätte die gute Frau für weit weniger Geld echten Spaß mit ihren Lieblingstieren haben können. Nicht einmal in die USA hätte sie dafür fliegen müssen – eine Autofahrt von Rheinland-Pfalz ins benachbarte Bundesland Hessen hätte genügt. Dort gibt es in Ockstadt (Wetterau-Kreis) einen Privatzoo, der sich auf Alligatoren und Kaimane spezialisiert hat. Auf der “Alligator Action Farm” kann man nicht nur den größten Alligatoren-Verband Europas anschauen, man kann mit den “gators” richtig was erleben: zum Beispiel zu ihnen ins Gehege gehen und sogar mit ihnen gemeinsam schwimmen.

Zoofachleute mögen diese Art von Zurschaustellung von Tieren und die sensationelle Erlebniswelt, die eine solche Farm vorspiegelt, nicht unbedingt gutheißen. Eine bessere Alternative als der Alligator-Tourismus in die USA ist diese Farm aber allemal - oder was glauben Sie/glaubt Ihr?

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Zum Vogelzählen hatte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Dreikönigstag aufgerufen, und ich habe versucht, die Aktion auch durch eine Ankündigung hier in meinem Blog zu unterstützen. Ob´s was geholfen hat, weiß ich nicht, aber Tatsache ist: Noch nie haben sich so viele Menschen in einem deutschen Bundesland an einer Vogelzählung beteiligt wie bei dieser Aktion am 6. Januar 2010; 17 679 Bayern (doppelt so viele wie im Vorjahr) zählten 514 836 Vögel.

ErlenzeisigUnd was ist – abgesehen von diesen beeindruckenden Zahlen – dabei herausgekommen? Am meisten hat die Experten vom LBV überrascht, dass in diesem Winter unheimlich viele Erlenzeisige (ein Exemplar dieser Art ist auf nebenstehedem Foto zu sehen) nach Bayern kamen. Mit fast 30 000 Meldungen rückte der Erlenzeisig auf Platz 8 der Liste der “Top Ten” der bayerischen Wintervögel auf. Man vermutet, dass dieser Vogel bei seinem Zug von Skandinavien nach Südwesten an den unüberwindlichen Alpen sozusagen hängenbleibt.

Und das sind die “Top Ten” der Wintervögel auf der Häufigkeits-Rangliste: 1.Haussperling, 2.Kohlmeise, 3.Grünfink, 4.Amsel, 5.Feldsperling, 6.Blaumeise, 7.Buchfink, 8.Erlenzeisig, 9.Bergfink, 10.Rotkehlchen. Damit hat der Haussperling die Kohlmeise vom 1. Platz verdrängt. Wahrscheinlich haben mehr Menschen in ländlichen Gebieten an der Zählung teilgenommen; dort kommt der Spatz noch häufiger vor als in der Stadt. Offensichtlich ist für den LBV auch, dass Amseln, Kohl- und Blaumeisen von den vielen alten Bäumen in städtischen Bereichen profitieren. Dagegen kommen Haus- und Feldsperlinge nur noch in kleineren Städten und Dörfern häufig vor, wo es noch Wildkrautfluren, größere Gärten und Bauernhöfe gibt.

Und noch ein Ergebnis hat mich sehr verblüfft: Immer mehr Zugvögel trotzen dem Winter. So wurde bei der Zählung aus Kronach ein Schwarzstorch gemeldet – eine echte Sensation! Schwarzstörche überwintern normalerweise südlich der Sahara. Auch der Star, der früher als typischer Zugvogel galt, wurde oft gemeldet, vor allem aus den Weingebieten in Unterfranken, wo das Klima bekanntlich etwas milder ist. Sogar der Hausrotschwanz, dem früher niemand zutraute, den kalten Winter in Bayern zu überleben, wurde bei der Zählung 338-mal gemeldet. Im südlichen Oberbayern wurde ein Halsbandsittich gesichtet; diese ursprünglich tropischen Vögel haben den Winter bisher nur im warmen Rhein-Main-Gebiet überleben können.

Interessante Ergebnisse – das Zählen hat sich also auf jeden Fall gelohnt!

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Von Puggles und Jackapoos

In den USA sind sie mittlerweile der letzte Schrei: sogenannte Designer-Hunde. Für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können, sei gesagt, dass es sich bei diesen Vierbeinern um Hunde handelt, die aus zwei reinen Rassen gezielt gezüchtet werden. Es sind also keine Mischlingshunde im herkömmlichen Sinn. Die Züchter von Designer-Hunden streben an, dass Mama und Papa Hund ihre besten Eigenschaften an die Welpen weitergeben. Designer-Hunde sind an sich nichts Neues, es gibt sie schon seit Jahrzehnten. Früher hat man sie allerdings – wenig schmeichelhaft – als “Möchtegern-Rassen” bezeichnet, und sie waren wohl auch nicht so angesagt wie heute. Möglicherweise auch nicht so teuer, denn inzwischen muss man satte 700 bis 1500 Euro für so ein speziell designtes Tierchen hinlegen.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100119-99-01610Hier ein paar Beispiele für Designer-Hunde, die derzeit besonders “in” sind. Da hätten wir – und das wären, wenn ich mir schon so ein Exemplar heraussuchen müsste, meine persönlichen Favoriten – die Puggles: eine Kreuzung zwischen Beagle und Mops. “Puggle”-Welpen sind auf nebenstehendem Foto zu sehen. Schon länger gibt es die Cockapoos, eine Mischung aus Cocker Spaniel und Pudel. Oder die Pekeapoos, der Cocktail aus Pekinesen und Pudeln. Ein  Labradoodle soll so klug sein wie ein Labrador und dazu das Fell eines Pudels besitzen – der Idealhund für Blinde mit Allergie gegen Hundehaare. Der Papipoo stammt von einem besonderen Zwergspaniel, dem Papillon, und dem Pudel ab. Und die Eltern eines Chiweenie sind ein Chihuahua und ein Dachshund. Der Jackapoo schließlich könnte mir eventuell gefallen: die Mischung aus Jack Russell Terrier (meiner Lieblings-Hunderasse) und Pudel. (Man merkt schon: Pudel werden fast bei all diesen neuen Rassen eingekreuzt.)

Aber mal im Ernst: Ich stehe, wie viele Tierschützer auch, der Zucht von solchen Hunden sehr skeptisch und kritisch gegenüber. Aus verschiedenen Einzelteilen einen “Superhund” zusammenzubasteln und den dann überteuert zu verkaufen, das erinnert auch mich an ein Ersatzteilelager, aus dem man zusammenschraubt, was man gerade so chic findet. Allerdings passen Designer-Hunde sehr gut in eine  Zeit, in der sich auch Menschen gern designen lassen und ihren Körper immer öfter dem Skalpell oder der Spritze des Schönheitschirurgen ausliefern – mit manchmal zweifelhaftem Ergebnis.

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