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Was wird aus Elefantenkuh Yvonne?

7. November 2007 von uwo

Yvonne im TiergartenElefanten sind in vielen Zoos die Sympathieträger Nummer 1. Auch im Nürnberger Tiergarten gehören sie zu den Besucher-Lieblingen. Seit die Elefantenkuh Kiri im August eingeschläfert werden musste, lebt ihre Partnerin Yvonne allein im Gehege der Dickhäuter.

Jetzt ist guter Rat teuer. Es gab Versuche, eine alte Elefantenkuh als Gefährtin für Yvonne nach Nürnberg zu holen. Das schlug bisher fehl. Man spielt auch mit dem Gedanken, die 40-jährige Afrikanische Elefantendame wegzugeben und zwei Jungbullen aus anderen Zoos in Nürnberg eine vorübergehende Heimat zu bieten, bis sie erwachsen sind. Dann müssten sie den Tiergarten wieder verlassen, denn für ausgewachsene Elefantenbullen ist die Nürnberger Anlage nicht geeignet.

Hoffentlich bleibt Yvonne aber eine Aktion erspart, wie man sie in der vergangenen Woche im Zoo von Anchorage in Alaska startete:

Maggie war der einzige Elefant im nördlichsten Bundesstaat der USA. Um das Wohlbefinden des Dickhäuters war schon vor Jahren ein Streit zwischen Tierschützern und Zoobetreibern entbrannt. Die Tierschutz-Organisation PETA prangerte schon 2004 Maggies trauriges Leben in Einzelhaft in einer frostigen Umgebung an.  Jetzt befindet sich die 25-jährige Elefantenkuh auf dem Weg ins warme Kalifornien. Wie die “Anchorage Daily News” berichtete, ist das dreieinhalb Tonnen schwere Tier letzte Woche in einem Spezialkäfig ohne Zwischenfälle an Bord eines Frachtflugzeugs der US-Luftwaffe gehievt worden. Von dort wurde sie zu einem Luftwaffenstützpunkt in Nordkalifornien geflogen. Ihr neues Domizil, ein Wildgehege für ausgediente Show- und Zirkuselefanten, soll sie dann per Lastwagen erreichen. 

 Über die ungewisse Zukunft von Yvonne habe ich in der NZ am 17. Oktober diesen Artikel veröffentlicht:

Yvonne scheint die schönen Oktobertage zu genießen: Die Afrikanische Elefantenkuh spaziert durch das Freigehege im Tiergarten, wühlt den Rüssel in den lockeren Boden und gönnt sich erst mal eine gründliche Sanddusche. Ob sie unter dem Verlust ihrer langjährigen Gefährtin, der Indischen Elefantendame Kiri, leidet, die im August nach einem Sturz eingeschläfert wurde – das lässt sich allenfalls vermuten.
Im Tiergarten bemüht man sich um einen Ersatz für Kiri. Doch die Suche nach einer älteren Elefantenkuh in anderen Zoos, die an den Tiergarten abgegeben werden und Yvonne Gesellschaft leisten könnte, gestaltet sich „schwierig”, räumt der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau ein. Um in Nürnberg längerfristig eine Elefantenhaltung zu ermöglichen, zieht die Zooleitung laut Mägdefrau nun eine zweite Möglichkeit in Erwägung: Man hält für Yvonne Ausschau nach einem Platz in einer Elefantengruppe, in die sie hineinpasst, und holt künftig junge Elefantenbullen im Alter zwischen fünf und zehn Jahren nach Nürnberg.

Ein solches Verfahren wäre im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) möglich, erläutert Mägdefrau: „Wir könnten jeweils zwei Jungbullen ungefähr fünf Jahre lang aufziehen und sie zurückgeben, wenn sie ausgewachsen sind.” Für erwachsene Elefantenbullen bietet der Tiergarten mit seiner Elefantenanlage nicht die nötigen Voraussetzungen; sie müssen außerdem zusammen mit einer Herde gehalten werden. Junge Bullen dagegen seien zwar sehr aktiv, aber nicht aggressiv. Mägdefrau glaubt deshalb, dass der Tiergarten manchem Zoo mit einer größeren Elefantengruppe einen Gefallen tun würde, wenn er ihm einen heranwachsenden Elefanten für eine Zeitlang abnähme. Viel jünger als fünf Jahre dürften die Tiere allerdings nicht sein, um sie nicht zu früh von der Mutter zu trennen.

Für die Haltung von Jungbullen wären in Nürnberg einige kleinere Umbauten der Anlage nötig, die ohne großen Aufwand realisierbar seien. Außerdem müsste man den Umgang mit den Tieren umstellen, was aber sowieso geplant ist: Vom „Hands on”Prinzip, also dem direkten Kontakt zwischen Tierpflegern und -ärzten und den Rüsseltieren, hin zum „Protected Contact”. Hierbei gibt es während pflegerischer Maßnahmen oder tierärztlicher Eingriffe schützende Barrieren zwischen Mensch und Tier.

Helmut Mägdefrau zufolge könnte die Haltung von Jungbullen die Elefantenhaltung in Nürnberg retten, ohne dass gleich eine unbezahlbare neue Anlage gebaut werden muss. Er hält diesen Weg für eine bessere Lösung, als eine Gefährtin für Yvonne zu suchen: „Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis die nächste alte Elefantin stirbt. Dann hat man wieder ein einzelnes Tier übrig.” Ob für Yvonne mit ihren 40 Jahren noch ein aufwändiger Transport und die Umstellung auf eine andere Umgebung zumutbar sind – das steht auf einem anderen Blatt. „Aber wenn wir anderswoher einen alten Elefanten bekämen, muss der auch umgesetzt werden. Für ein Tier bedeutet das in jedem Fall eine Veränderung”, gibt Mägdefrau zu bedenken.

Ute Wolf

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Veröffentlicht in Elefanten, Tiere in Nürnberg, Tiergarten | 3 Kommentare

3 Kommentare zu “Was wird aus Elefantenkuh Yvonne?”

  1. am 7. November 2007 um 6:46 pm1Udo Bärbel

    Hallo Wolf,

    das finde ich ja ganz schön heavy, so eine tonnenschwere Elefantenkuh mit dem Flugzeug ins sonnige Kalifornien zu verfrachten. Vielleicht kann sie ja nicht surfen, mag keine Beach Boys-Musik, und ihr Herz hängt an Alaska und einem Grizzly.
    Na gut, Yvonne soll in Nürnberg bleiben und irgendwann findet sich bestimmt ein geeigneter Partner für die “alte Lady”.

  2. am 7. November 2007 um 8:56 pm2B. Weizenkeim

    Der Circus Roncalli kommt doch nach Nürnberg. Haben die nicht auch Elefanten? Die könnten doch an den Schmausenbuck kommen und die alte Elefantendame besuchen. Da freut die sich bestimmt.

  3. am 20. November 2007 um 11:43 pm3Siebenkäs

    So ein Schmarrn. Als ob sich die Elefantendame jetzt soooo sehr über den Besuch von Roncalli freuen würde. Ich finde da gehört einfach ein neues Elefantenmännchen hin. Elefanten sind einfach wichtig für einen Tiergarten. Was hat Nürnberg sonst schon noch zu bieten außer der schoenen Landschaft?

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