Wie wurscht ist dem ZDF die Aktualität?

Nach den abgelaufenen ZDF-Doku-Soaps über andere Zoos hat der Sender heute also den ersten Teil der Serie „Nürnberger Schnauzen“ über den Tiergarten ausgestrahlt – eine Woche früher als geplant. „Flocke“ bringt auch in den Fernsehprogrammen alles durcheinander.

Das Eisbär-Baby zieht sich wie ein roter Faden durch die 45-minütige Sendung. Klar: Mit „Flocke“ lassen sich selbst die Zuschauer gewinnen, die von den inflationären Zoo-Reihen in der deutschen TV-Landschaft eigentlich längst übersättigt waren. Die Aufnahmen mit dem Bärchen werden aktuell gedreht, während man die übrigen Beiträge vor einem Jahr aufgezeichnet hat.

Die erste „Schnauzen“-Folge führte die Zuschauer quasi unter dem Motto „Guten Morgen, ihr Tiere!“ zu verschiedenen Zoobewohnern: Giraffen, Gorillas, Delfine, Seelöwen, Mendesantilopen und Geparden als Fernsehstars.

Wunderschöne Winterbilder von Tieren im Schnee am Schmausenbuck. Eine bessere Werbung kann sich der Tiergarten kaum wünschen. Dass das mit der derzeit eher tristen Wetter-Wirklichkeit überhaupt nichts zu tun hat, ist wohl Nebensache. In Restdeutschland denkt sowieso jeder, in Bayern schneit es im Winter noch so, wie es sich gehört, oder?

Aber auch an anderen Stellen hinkt die „Doku“ der Realität leider deutlich hinterher. So wird dem Publikum „Mara“ als jüngstes Giraffen-Baby präsentiert. Inzwischen hat bekanntlich längst die kleine „Zamani“ das Licht der Welt erblickt und war – bis „Flocke“ kam – erklärter Liebling vieler Besucher. Über so einen Lapsus könnte man jedoch großzügig hinwegsehen, denn wir wurden immerhin durch faszinierende Aufnahmen der eigentlich im warmen Afrika beheimateten Langhälse im verschneiten Freigehege entschädigt – ein schöner Kontrast.

Peinlich wird es aber bei den Geparden: Die Zuschauer erleben den heißen Flirt der beiden Verliebten „Turbo“ und „Lulu“ sozusagen hautnah mit. Unglücklicherweise wurde die Raubkatzen-Dame im vergangenen September aber eingeschläfert. Ihr Tod könnte sogar bundesweit bekannt geworden sein, denn sie war der erste nachgewiesene Fall von Katzenwahnsinn (FSE) in Deutschland. Zumindest im gesprochenen Text hätte man das erwähnen können. Aber das ZDF legte wohl  nur in Zusammenhang mit der quotenträchtigen „Flocke“ Wert auf Aktualität. 

3 Kommentare in “Wie wurscht ist dem ZDF die Aktualität?

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  3. Nachdem ich letztes Jahr öfter mitbekommen habe, wie das ZDF im Tiergarten gedreht hat, war mir klar, dass es sich um ältere Aufnahmen handeln würde, die wir zu sehen kriegen. Ich vermute mal, dass das bei allen anderen Zoosendungen ähnlich ist. Ich fände es allerdings auch angebracht, die Zuschauer wenigstens durch einen entsprechenden Kommentar über die aktuelle Lage zu informieren. Aber bei diesen Sendungen geht es ja grundsätzlich um den Unterhaltungswert und nicht um die harte Realität, sofern sie nicht zufällig gerade mitgefilmt wird. Und ich hoffe, dass so wenigstens auch die Aufnahmen von Kiri noch kommen werden, darüber würde ich mich sehr freuen.

    Ach ja, das Giraffenmädchen heißt übrigens Imara und nicht Mara 🙂

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