Flocke bockt, ogottogott!

Flocke im TigergehegeFlocke bockt. Sie hat keine Lust auf ihre Transportkiste, in der sie im Tiergarten von einem Ort zum anderen gebracht werden soll – also von ihrem geheimen Zimmer zu einem geheimen Freigehege. Denn um am 8. April der Weltpresse und ab 9. April dem Rest der Welt im eigenen Gehege neben ihrer Mutter Vera präsentiert werden zu können, muss sie vorher einiges üben: Frischluft schnuppern zum Beispiel, auf Sand- und Felsboden laufen, Schwimmen, sich mit allerhand Keimen anfreunden, mit Sonne, Regen, Wärme und Kälte fertig werden, die Duftmarken anderer Tiergartenbewohner kennenlernen usw.

Doch das hat alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu geschehen. Denn wenn die Besucher jetzt schon Flocke in einem Freigehege sehen, dann ist es ja am 9. April keine richtige Premiere mehr. Und ob dann am 8. April noch die ganzen Fernsehsender zur Vorpremiere kämen, die sich jetzt schon beim Presseamt der Stadt Nürnberg angemeldet haben? Wohl kaum.

In Flockes künftigem Zuhause besteht jedenfalls keine Trainingsmöglichkeit. Nicht nur, weil die Eisbärenanlage im Aquapark des Tiergartens derzeit zu sehr im Brennpunkt des Besucherinteresses steht und folglich kein geheimer Ort ist. Dort wäre auch gar kein Platz für Flocke. Denn ihr Papa Felix macht sich da noch breit. Der soll zwar wieder auf Hochzeitsreise gehen und irgendwo in Europa eine Eisbärin beglücken. Aber bisher ist noch kein Zoo gefunden, der ihn brauchen kann respektive haben will!! Das treibt manchen Tiergarten-Verantwortlichen ziemlich um, schließlich ist allmählich Eile geboten. Felix muss weg, und zwar vor dem 8. April, sonst versaut er uns noch die ganze schöne Flocke-Premiere!

Und so übt Flocke immer wieder anderswo ihren Freigang: vergangene Woche zum Beispiel mal im leerstehenden Tiger-Gehege. Bloß kommen da halt auch zu viele Besucher vorbei, und so ist guter Rat teuer, wo man ein verstecktes, für Flocke geeignetes Frischluft-Terrain auftreibt. Beziehungsweise, wie man die kleine Prinzessin dort hinbekommt. Wie gesagt: Sie bockt, sträubt sich mit allen Pranken, wenn sie in die Transportkiste gesteckt werden soll. Sie ist halt – ihrem Alter entsprechend – in der Trotzphase angekommen. Und Gewalt will und kann man bei dem Promi-Eisbärchen ja schließlich auch nicht anwenden.

Also: Ich möchte zurzeit nicht in der Haut von denen stecken, die Flocke und die Eisbären am Schmausenbuck managen. Denn die haben alle ganz schön Stress!

3 Kommentare in “Flocke bockt, ogottogott!

  1. Glücklicherweise bockt sie nur. Ich dachte schon, oje jetzt bloggt die auch noch. Das wäre dann wirklich das Allerletzte!

  2. Bock = männlich. Zicke = weiblich.
    Flocke = weiblich.
    Ergo: Flocke zickt.

    Süßes Foto von der Kleenen 😉

  3. @Bärliner

    Gut mitgedacht, Bärliner! Von solch kreativen Blog-Kommentatoren würde ich mir mehrere wünschen. Im Lokalteil der „Nürnberger Zeitung“ vom 29. März, in der ich auch einen Artikel über Flockes neueste Anwandlungen geschrieben habe, habe ich das „Zicken“ in meiner Überschrift ebenfalls verwendet: „Die Prinzessin zickt ein wenig“, heißt es dort. Wenn mir in Zukunft mal keine gute Überschrift einfällt, werde ich mich vielleicht mal an „Bärliner“ wenden.

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