Live vom großen Flocke-Auftritt

Reporter.JPGDie Eigentümerin dieses Blogs ist mit Fernglas und Handy bewaffnet (Bild: Fengler) zum großen Auftritt des kleinen Eisbär-Mädchens Flocke in den Tiergarten abgedüst. Ute Wolf hat da keine Hände mehr frei, um auch noch live zu bloggen. Macht nichts! Da übernehme ich das ausnahmsweise und transferiere die Worte der großen Tiergarten-Fachfrau in ihr Blog.

14.20 Uhr: Testanruf von Ute: „Wollte nur mal sehen, ob das mit dem Handy funktioniert.“ Dazu muss man wissen, Ute benutzt das NZ-Diensthandy, ansonsten verwendet sie solch neumodisches Zeugs nicht (aber Blogs schreiben!). Außerdem berichtet sie noch: „Der Kollege von der AZ hat mir geraten, die Telefonseelsorge anzurufen.“ Offenbar hat Ute im Tiergarten einen ziemlich aufgeregten Eindruck gemacht. Wie soll es da erst der kleinen Flocke ergehen, wenn selbst erwachsene Menschen derart abgehen?

14.45 Uhr: „Da sind zwei Peta-Leute über den Zaun gestiegen und schreien was von Tierquälerei.“ Gut verstehen könne man sie aber nicht, berichtet Ute. Sie ist, wie die mehr als 400 anderen Journalisten, ziemlich sauer auf das ZDF. Damit der Sender seine Sendezeit für die Serie „Nürnberger Schnauzen“ einhalten kann, muss Flocke nämlich noch drinnen bleiben und die Journalisten müssen unnötig warten. Die zwei Tierschützer sind während des Telefonats noch von Ordnern zurückgeholt worden.

14.55 Uhr: Nachdem es die zwei Tierschutzaktivisten geschafft haben, über den Zaun zu steigen, machen sich die Journalisten jetzt Sorgen, irgend ein Durchgeknallter könnte einen Anschlag verüben. Ute sieht das eher gelassen. „Für Flocke würde ich sterben“, sagt sie. Ich bin gerührt. Dass Tierliebe so weit gehen kann!

15.00 Uhr: Ute ist happy. Sie hat eine Parkscheibe mit integriertem Münzfach und Gurtschneider, aber vor allem mit dem Bild von Flocke, ergattert. „In meiner Lieblingsfarbe blau.“ Die Parkscheibe wird demnächst auch im Handel erhältlich sein.

15.05 Uhr: Flocke ist draußen. „Wie ein kleiner Hund hängt sie am Bein von Steffi Krüger dran.“ Steffi Krüger ist eine der Tierpflegerinnen. Außer ihr ist auch Revierleiter Harald Hager und ein ARD-Fernsehteam mit Flocke im Gehege. Ute sieht kaum etwas. „Die Fotografen versperren hier alles.“

15.10 Uhr: Flocke hat einen Ausflug zum Wasserfall unternommen und ein paar Schluck getrunken. „Sie schaut richtig sauber aus“, freut sich Ute. „Ganz weiß, wie mit Perwoll gewaschen.“

15.20 Uhr: „Jetzt hat sie sich hinter dem großen Baumstamm versteckt.“ Zunächst hat Flocke versucht, am Baum hochzuklettern. Aber das klappte noch nicht. OB Ulrich Maly, „ganz leger gekleidet“, ist mittlerweile auch eingetroffen und gibt Interviews. Ute überlegt, wie sie Flocke wissen lässt, dass sie diejenige ist, die immer über sie bloggt. Ihr ist aber noch nichts Richtiges eingefallen. „Ich hoffe da auf die Zukunft.“

15.30 Uhr: Flocke ist ins Wasser gesprungen und schwimmt ein paar Runden. Ute hat sich mit Ralf Schedlbauer unterhalten. Er war bislang der einzige, der Flocke fotografieren durfte. Das ist nun auch vorbei. Schedlbauer nimmt es gelassen und wird sich halt künftig wieder anderen Aufgaben widmen.

15.35 Uhr: Ute hat, während Flocke im Gehege herumtollt, mit OB Maly gesprochen. „Ein richtig neugieriges Eisbärbaby“, zeigte sich der Oberbürgermeister begeistert. Er hofft jetzt nur, dass das mit dem Besucheransturm nicht gar so schlimm wird und Unmut aufkommt, weil nicht jeder Flocke gut genug zu Gesicht bekommt.

15.40 Uhr: Bis 17 Uhr dürfen die Journalisten dem kleinen Eisbären zuschauen. Dann ist Schluss. Ute wird schon ein bisschen eher gehen müssen. „Ich habe für heute abend Theaterkarten.“ Dummerweise hat sich das mit dem Theaterbesuch nicht anders terminieren lassen. Und schreiben für die NZ-Druckausgabe muss sie ja auch noch.

15.45 Uhr: Die ersten Besucher gehen schon. Ihnen reicht es jetzt. „Ich gehe dann auch“, kündigt Ute an. „Schweren Herzens.“ Dann bleibt sie aber doch noch: „Gerade spielt Flocke mit der Pflegerin und hat die Pfoten auf sie drauf gelegt.“…

15.50 Uhr: Ute macht sich auf den Weg in die Redaktion. „Ich hoffe, dass ich Flocke bald einmal von näher sehe, wie die Stadträte auch.“ Bekanntlich haben die Nürnberger Städträte bereits vor den Journalisten Flocke aus nächster Nähe sehen dürfen. Nicht allen ist das gut bekommen. 50 der 70 von Bürgermeister Horst Förther eingeladenen Volksvertreter sind übrigens der Einladung gefolgt. Ute wird sich Flocke nach dem Theater noch einmal in Ruhe vor dem Fernseher anschauen. „Ich habe mir das natürlich aufnehmen lassen.“

5 Kommentare in “Live vom großen Flocke-Auftritt

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  2. Liebe Ute Wolf,

    ich bin online dabei, was Sie in Ihrem Blog zu berichten wissen.
    Spannende Sache…

  3. Also:Flocke ist viel größer und dicker als ich dachte. Da sieht man mal, wie „alt“ die Aufnahmen im ZDF „Nürnberger Schnauzen“ waren

  4. Hallo,
    jetzt weiss ich wenigstens, dass hinter „uwo“ eine Ute steckt!
    Leider habe ich Dich heute unter den vielen Reportern vor meinem Gehege nicht erkannt – ich bin extra in den Wassergraben gesprungen, um näher ranzukommen.
    Aber es klappt bestimmt mal mit dem persönlichen Kennenlernen. Irgendwie, irgendwo, irgendwann.

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