Der Wilbär ist los!

wilb_r.JPGDer Wilbär ist los: Heute durfte der kleine Eisbär in der Stuttgarter Wilhelma erstmals mit seiner Mutter Corinna ins Freie, um sich den Besuchern – und den Medien – zu präsentieren. Auch er hat, wie vor gut einer Woche unsere Flocke, seinen Auftritt mit Bravour gemeistert. Hatte auch, ebenso wie die „Brinzessin“, vorher heimlich ohne Publikum üben dürfen.

Die Verantwortlichen des Nürnberger Tiergartens dürften mit Wehmut nach Stuttgart geblickt haben. Ist doch dort alles mit dem Eisbären-Nachwuchs so gelaufen, wie man es sich am Schmausenbuck gewünscht hätte: auf dem Weg der natürlichen Aufzucht. Bei Corinna war es allerdings auch nicht der erste Anlauf. Sie war schon mehrmals trächtig, doch bisher überlebte keines ihrer Jungen. In der Wilhelma hatte man sehnlichst auf Eisbärennachwuchs gewartet. Und auch in Schwaben möchte man mit dem kleinen Bärchen möglichst viel verdienen.

Mittlerweile schaffen sich die verschiedenen Medien ihre eigene Wirklichkeit, wenn es um die Berichterstattung über Eisbär-Babys geht. Wenn es gerade ins Konzept passt, berichtet man über einen „Ansturm“ auf Knut, Flocke oder Wilbär, wenn nicht, heißt es eben „Ansturm blieb aus“, oder „Flocke flopt“ . Ungeachtet dessen, womit die Zoos selbst rechnen. Oft müssen die sich dabei – mangels Erfahrung – mit Schätzungen begnügen. Doch die Journalisten drehen ihnen dann das Wort im Munde herum.

Ich weiß, ich gehöre auch dieser Berufs-Spezies an. Und ich muss zugeben: Noch nie habe ich mich für manche Kollegen so geschämt wie seit der „Flocke-Zeit“. Was ich da an gedrucktem oder gesendeten Schwachsinn erlebe, lässt mich manchmal zweifeln, ob ich mir nicht einen anderen Job suchen sollte.

Wie auch immer – bevor ich ganz dem Trübsinn verfalle, wünsche ich lieber von Nürnberg aus dem Wilbär alles Gute! Denn Wilbär und Flocke sind heute und morgen!