Es wird eng, Flocke!

Faltblatt.JPGSeit Januar hat sich zumindest mein berufliches Leben ganz schön verändert: Flocke wirbelt einiges durcheinander. Bis in den Winterurlaub hat sie mich sogar verfolgt, wie ich an anderer Stelle in diesem Blog schon geschrieben habe.

Als sie vor knapp zwei Wochen endlich in ihr Freigehege durfte, dachte ich: Okay, jetzt sind wir aus dem Gröbsten raus. Sie, aber auch ich. Doch weit gefehlt, zumindest, was meine Person betrifft: Inzwischen habe ich für die „Nürnberger Zeitung“ ja auch noch ein Buch zu Flocke und den anderen Tieren am Schmausenbuck zusammengestellt. Auch wenn das schon längst fertig und käuflich zu erwerben ist, hält es mich immer noch auf Trab. Und auch über Flocke selbst berichte ich natürlich noch ab und zu in der Zeitung und in diesem Blog.

Doch inzwischen scheint mich das Thema Eisbär wirklich überall zu verfolgen. Nicht nur, dass alle Bekannten mich dauernd darauf ansprechen und mir von allen Kino-Plakaten schwarze Eisbären-Knopfaugen nachstarren. Auch Leute, mit denen ich dienstlich telefoniere und die gar nichts mit dem Tiergarten oder Flocke zu tun haben, fragen mich, ob ich nicht endlich genug habe davon. Sogar mein früherer – inzwischen pensionierter – Chefredakteur war kürzlich bei einem Treffen ganz besorgt um mich.

Obendrein flattert mir heute auch noch Post von WWF Deutschland ins Haus, mit folgendem Inhalt: „Es wird eng – der Eisbär braucht Ihre Hilfe“. Weil seine Heimat schmilzt, soll ich bitteschön spenden. In einem Faltblatt lese ich Sätze wie „Die weißen Riesen sind in Gefahr“ oder „Wenn das Eis verschwindet, sterben die Eisbären“. Sätze, wie ich sie selbst seit Wochen in allen möglichen Artikeln geschrieben habe.

Klar, sie sind traurige Wahrheit. Aber bevor ich nun vollends dem Verfolgungswahn verfalle, lese ich gegen Ende des Schreibens: „Es wird Zeit zu handeln!“ – Jawohl, stimmt genau! Und ich nehme das mitgeschickte Überweisungsformular und zerreiße es in tausend kleine Stücke.