Wenn die Flocke-Meldungen ausgehen

Es ist schon ein Kreuz, wenn man partout über Flocke berichten muss, obwohl es eigentlich nichts Neues gibt.

Die Zeitung mit den vier Großbuchstaben ist am meisten darin geübt, aus nichts etwas zu machen. Also setzte sie dieser Tage das Gerücht in die Welt, der Zoo in Kopenhagen sei scharf auf unsere Flocke. Die Tiergartenleitung weiß zwar nichts davon und hat sich auch ziemlich geärgert über die Meldung. Aber das ist der Boulevardzeitung natürlich sch…egal.

Und dann das Bayerische Fernsehen! Dort pflegt man ja normalerweise eine seriöse Berichterstattung. Doch mit dem täglichen „Flocke-Tagebuch“ in der Sendung „Wir in Bayern“ hat man sich selbst unnötig unter Druck gesetzt. Nun sind die Fernsehkollegen schon so weit, dass sie mit dem Zählen der Tage durcheinanderkommen. „Montag, 21. April, zehnter Tag in meinem eigenen Gehege“, ließen sie Flocke gestern aus dem Off sprechen. Es war aber in Wirklichkeit schon Tag Nummer 14. Durch die Papst-Berichterstattung in der vergangenen Woche,  der das „Flocke-Tagebuch“ zum Opfer gefallen war, hat man offenbar den Überblick verloren.

Das mag jetzt korinthenkackerisch wirken. Also gut, Schwamm drüber. Viel schlimmer aber ist, dass den BR-Leuten auch inhaltlich nichts mehr einfällt, was Flocke in ihrem Tagebuch erzählen könnte.  Die Bilder dazu sind sowieso schon mindestens eine Woche alt. Mangels neuer schneidet man jetzt, wo wir alle die Nase voll haben vom Winter, einfach Ausschnitte von irgendwelchen Langlauf-Veranstaltungen dazwischen, mit einem sinnigen Text unterlegt, wie es wohl am Nordpol sein könnte. Offenbar merken die Fernsehmacher aber selbst, wie schwach ihre Beiträge inzwischen sind. Sie kündigen das Flocke-Tagebuch vorsichtshalber schon gar nicht mehr eigens an.   

1 Kommentar in “Wenn die Flocke-Meldungen ausgehen

  1. Ihren Eindruck kann ich nur bestätigen:
    Im ZDF werden in der Sendung „Nürnberger Schnauzen“ praktisch keine aktuellen Aufnahmen mehr von Flocke gezeigt, sondern nur noch Szenen, die vier bis sechs Wochen alt sind. Für mich ein Armutszeugnis, denn man hätte sicherlich die technischen wie finanziellen Möglichkeiten, den interessierten Zuschauer mit neuen Filmaufnahmen zu informieren.
    Aber so ist das nun mal in unserer schnelllebigen Zeit: die anfängliche, z.T. völlig überzogene Begeisterung für den Nürnberger Eisbären-Nachwuchs hält sich inzwischen in Grenzen.
    Gut dem Dinge: so kann die kleine Madame wenigstens in relativem Frieden groß werden.

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