Flocke-Pfleger haben es schwer

flockefritz.jpgManche Flocke-Fans beneiden sie glühend: die Pflegerinnen und Pfleger, die das Bärenkind als Ersatzmama aufziehen durften und nun mit der Kleinen im Freigehege zusammen auftreten. Doch die vier haben es auch nicht immer leicht.

Anfangs war es ihnen noch erlaubt, mit Flocke durchs Gehege zu tollen. Vor allem Horst Maußner legte sich dabei ganz besonders ins Zeug. Gemeinsam mit „Flogge“ gab er alles. Doch nun, da sich das Eisbär-Mädchen langsam aber sicher zum Raubtier entwickelt und sozusagen das Teenie-Alter erreicht hat, haben die Pfleger eine neue Order: sich nach und nach von ihrem Schützling zurückzuziehen. Flocke soll sich ja irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft ohne menschliche Begleitung dem Publikum präsentieren.

Doch der Rückzug ist nicht so einfach. Die Besucher, die Flocke fotografieren wollen, verlangen „Action“. Es gefällt ihnen gar nicht, wenn Maußner, Fritz & Co. nur neben Flocke herumstehen, keine Turnübungen mit ihr absolvieren, sondern das Programm scheinbar lieblos herunterspulen. Womöglich noch die Hände in den Taschen vergraben. Das sieht ja so langweilig aus!! Macht sich nicht gut auf Fotos oder Videos.

Die vier verhalten sich aber nicht aus Faulheit oder Unwillen so. Vielmehr aus wahrer Tierliebe. Weil sie wissen, dass die Tage ihrer gemeinsamen Auftritte mit der „Brinzessin“ gezählt sind, versuchen sie, Abstand zum Bärenkind herzustellen. Bleiben auch mal scheinbar ungerührt stehen, wenn Flocke an der Hand schnuppert und vielleicht getreichelt werden will. Lange ist sie nämlich kein Streicheltier mehr! Dabei zerreißt es „Maußi“ bestimmt fast das Herz, wenn er so handeln muss.

Im virtuellen Gästebuch des Tiergartens wurde Petra Fritz für ihr nach außen vielleicht lieblos und gelangweilt wirkendes Verhalten sogar schon beschimpft. Sie hat sich zwar postwendend gewehrt. Geärgert hat sie sich aber sicher auch sehr. Ich finde: So was ist wirklich überflüssig wie ein Kropf, oder?