Pandas für Olympia

wolong.JPGSchon wieder eine schlechte Nachricht. Sie betrifft die wunderschönen Pandabären, die sowieso schon als „stark gefährdet“ eingestuft sind: Die schweren Erdbeben im Südwesten Chinas könnten diese Tierart noch weiter dezimiert haben.

Im Panda-Reservat in Wolong etwa kamen zwar offenbar die meisten Pandas mit dem Schrecken davon – sie brüllten laut vor Angst bei dem Beben -,  doch sie sind zum Teil so traumatisiert, dass sie jetzt „psychologische Hilfe“ benötigen, heißt es in Berichten der Nachrichtenagentur dpa. Und solche Hilfe scheinen sie sogar in China zu kriegen, denn die Pandas sind dort enorm beliebt – so sehr, dass lange, bevor man absehen konnte, wie viele Menschenleben das Erdbeben gefordert hatte, die Medien dort fragten, ob Bären Schaden genommen hätten.

Wie viele Pandas in freier Natur durch das Beben umkamen, weiß derzeit niemand zu sagen. Die Populationen laufen auch ohne Erdbeben schon Gefahr, dass ihr Erbgut sich nicht genügend mischt, weil sie durch Eingriffe des Menschen in die Natur –  z.B. Straßen, Staudämme (die durch das Beben auch noch bersten könnten) oder Äcker – voneinander getrennt werden. So bleiben einzelne Gruppen unter sich – auch bei der Paarung.

Statt die traumatisierten Tiere aus Wolong nun in Ruhe zu lassen bzw. zu behandeln, verfrachtet man jetzt auch noch acht von ihnen nach Peking, wo die Umweltverschmutzung schon den viel unempfindlicheren Menschen zu schaffen macht: Die Pandas sollen zu den Olympischen Spielen. Nicht als Sportler natürlich, sondern als  Attraktion für die Olympiagäste. Das könnte man ja noch verstehen. Aber als weitere Begründung, so heißt es, sollen sie Symbole für den Artenschutz sein. Verstört, wie sie in Peking wohl ankommen werden.  – Das verstehe, wer will, ich jedenfalls nicht. Vielleicht ticken die Köpfe der so etwas entscheidenden Menschen ja irgendwie anders. Ich glaube, ich habe jetzt schon keine Lust mehr auf diese Olympischen Spiele. Manche Sportler ja auch nicht.

1 Kommentar in “Pandas für Olympia

  1. So sind wir nun mal: für unser aufstebendes Land scheuen wir weder Mühen noch Kosten, und auch die Gesundheit von Tieren ist uns nicht zu schade. Da muss man eben Opfer bringen!
    Bekannt sind ja auch unsere extraordinären Tischgewohnheiten und Essensvorlieben. Da könnte man dann einen Panda, der den Stress der Olympischen Spiele nicht überstanden hat, als Delikatesse den Touristen anbieten.

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