Suche nach dem Elefanten-Phantom

Haustiere machen zwar viel Freude, aber leider oft auch Kummer. Nicht nur wenn sie zum Tierarzt müssen und partout nicht wollen. Besonders schlimm wird es für die Herrchen und Frauchen, wenn ihre Lieblinge plötzlich verschwinden. „Katze entlaufen“, „Wer hat unseren Lumpi gesehen?“ mit rührendem Foto, das einen schwarzweißen Mops zeigt: Jeder kennt die kleinen Plakate, die im Park an Bäumen kleben und die Spaziergänger aufrufen, bei der Suche mitzuhelfen.

vermisst.JPGHunde, Katzen, Wellensittiche: Das sind die Tierarten, um die es dabei für gewöhnlich geht. Nicht so in Nürnberg. Da gibt es offenbar einen ganz besonderen Tierbesitzer mitten in der Stadt: Er vermisst seinen Elefanten Eduard und hat den Steckbrief mit der Beschreibung seines Lieblings fleißig in der Innenstadt ausgehängt, zum Beispiel am Bauzaun an der Lorenzkirche, mitten im Stadtzentrum.

„Vermisst! Mein Elefant ist mir am 5. September beim Hausputz durchs Treppenhaus meiner Wohnung entwischt“, heißt es da. „Er hört auf den Namen Eduard und reagiert sehr ängstlich auf Fremde, manchmal versucht er sich dann zu verstecken. Eduard kann man mit Leckereien wie Blättern, Ästen, Zuckerrohr, Dornbüschen, Bananen oder ähnlichem aus seinen raffinierten Verstecken herauslocken. Eduard ist wirklich sehr lieb!“

Dann gibt Herrchen/Frauchen noch besondere Kennzeichen von Eduard an: „graue Haut, kleine Ohren (indische Herkunft), ca. 3107 kg schwer, 2,55 m groß, Rüssel mit zwei fingerartigen Fortsätzen“.

„Bitte schaut in euren Kellerabteilen, Garagen und Dachböden nach. Falls ihr Eduard gesehen habt, dann meldet euch bitte unter eduard.komm.heim@gmx.de“

Braucht keiner auszuprobieren, die Adresse ist genau so ein Phantom wie Eduard. Ist aber irgendwie doch eine ganz nette Geschichte. Zumindest lustiger als die bei den Olympischen Spielen gedopten Pferde, oder? 

3 Kommentare in “Suche nach dem Elefanten-Phantom

  1. Super Geschichte! Nachdem sich gestern wieder gezeigt hat – der Kater meiner Freundin war verschwunden und wurde nach dem Anruf eines Nachbarn, der das „Fahndungsplakat“ gesehen hatte, wieder gefunden – wie effektiv solche Suchanzeigen sind, bin ich auch sicher, dass man Eduard findet.
    Vielleicht hat er es – ähnlich wie vor einigen Jahren das Zwergnilpferd Elsbeth – aber auch vorgezogen, sich im Fluss ein wenig zu erfrischen?

  2. Also ich habe die E-Mail Adresse (eduard.komm.heim@gmx.de) einfach mal angeschrieben und bekam nach einiger Zeit eine Antwort zurück. Kann ich nur weiter empfehlen, schon allein weil man so eine tolle Geschichte einfach unterstützen muss!

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