Nashornbaby dank Gefriersperma

Breitmaulnashörner stehen ganz weit oben auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Bei diesen Tieren könnte es, ähnlich wie bei den Przewalski-Urwildpferden, so weit kommen, dass die Art nur durch Zucht in Zoologischen Gärten erhalten werden kann.

Aber auch in Zoos klappt es nicht immer so einfach mit dem Nachwuchs bei Breitmaulnashörnern. Deshalb tüfteln Wissenschaftler Möglichkeiten aus, wie man der Sache nachhelfen könnte. Im Zoo von Budapest haben die Forscher des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung jetzt einen aussehenerregenden Erfolg verbuchen können: Dort hat mit ihrer Hilfe weltweit zum ersten Mal ein mit Gefriersperma gezeugtes Breitmaulnashorn das Licht der Welt erblickt.

Und so hat das Ganze funktioniert: Im Juni vergangenen Jahres wurde Nashorn-Dame Lulu im Zoo von Budapest mit Sperma befruchtet, das vorher drei Jahre lang bei minus 196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff gelagert wurde. Das Sperma stammte von dem schon 38 Jahre alten Nashornbullen Simba, der im Zoo von Colchester (Großbritannien) lebt. Die künstliche Besamung war überaus schwierig und glückte nur dank einer ausgefeilten Technik. Weibliche Breitmaulnashörner besitzen nämlich einen eineinhalb Meter langen Genitaltrakt und einen stark gefalteten Gebärmutterhals.

Eigentlich war man davon ausgegangen, dass das künstlich gezeugte Nashornbaby erst im November geboren würde. Es kam aber bereits ein paar Wochen früher zur Welt. Dem bei der Geburt 45 Kilo schweren Nashorn-Baby geht es gut, und Lulu ist eine vorbildliche Mutter, die sich liebevoll um ihren Nachwuchs kümmert.

Die Wissenschaftler hoffen nun, dass man mit Hilfe von gefrorenem Sperma weltweit neues Erbmaterial in die Nashornzucht bringen kann. Sie denken bereits daran, in freier Wildbahn lebende Bullen zu betäuben, um ihnen Sperma zu entnehmen, das dann in Zoos für künstliche Befruchtung eingesetzt werden könnte.

2 Kommentare in “Nashornbaby dank Gefriersperma

  1. Donnerwetter, das klingt intetessant,. Dann haben wir ja wieder Hoffung für den Weiterbestand der Breitmaulnashörner.

    Zur Information: der Bestand der Breitmaulnashörner hat sich von 30 Stück auf 14.500 erholt.
    Spitzmaulnashörner gibt es etwa 3.700 Tiere.
    Die Zahl der Panzer-Nashörner beläuft sich auf ca. 2.500 Tiere.
    Es leben noch ca. 300 Sumatra-Nashörner.
    Und das Java-Nashorn ist fast ausgestorben: es gibt noch maximal 55 Tiere.
    (Quelle: WWF)

  2. Manfred, Du Neunmalkluger, dann sollte man doch in einem Tiergarten das gleiche mal bei Javanashörnern probieren.

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