Es sind Zwillinge!

nachwuchs_1.jpgEisbärin Vera ist wirklich eine von der ganz schnellen Sorte:  Schon am vergangenen Freitag hat sie Zwillinge geworfen: Mit 400 bis 50 Gramm Gewicht haben sie etwa die Größe von Meerschweinchen. Mit dieser guten Nachricht wurden heute die Journalisten im Tiergarten überrascht. Also hat Flocke nun zwei Geschwisterchen – ob Brüderchen oder Schwesterchen, kann allerdings noch niemand sagen. Aber sie sind wohlauf, sagt Tiergartendirektor Dag Encke.

Denn alles, was man über den Nachwuchs weiß, hat man von den Videobildern, die eine in der Wurfhöhle installierte Infrarot-Kamera liefert. Die Qualität ist ziemlich mies, man sieht die Bärchen nur als zwei helle, sich bewegende Flecken vor grauem Hintergrund, und dann werden sie auch immer wieder von Vera verdeckt. Die Bilder drohen in den nächsten Wochen sogar noch schlechter zu werden: Eine Spinne hat begonnen, vor der Kameralinse ihre Fäden zu spinnen. Wenn das Netz erst fertig ist, sieht man vielleicht nicht mehr viel. Entfernen kann man das Spinnennetz nicht, weil man ja nicht in die Höhle hineinkann.

Auf jeden Fall hört man die beiden Bärchen: Mal schreien sie, mal schmatzen sie. Das heißt, sie haben manchmal Hunger, und Vera säugt sie regelmäßig. Sie kümmert sich bisher gut um die beiden.

Wenn alles gut geht, wird man auch in den nächsten Wochen nicht viel Neues über den Eisbären-Nachwuchs sagen können. Denn wenn Vera so weitermacht und keines der beiden Jungtiere krank wird, dann bleiben alle drei bis März oder April in der Höhle. So machen es Eisbären in der Natur ja auch. Erst wenn das Frühjahr kommt, verlassen sie das „Nest“.

Vera kann allerdings dazwischen schon mal in ihr Gehege rauskommen, um Luft zu schnappen. Das hat sie den Videoaufzeichnungen zufolge bisher schon einmal getan. Sie geht aber nicht zum Fressen raus. Denn obwohl sie ihre Jungen stillt, wird sie derzeit nicht gefüttert. Auch in der Natur fressen Eisbärenmütter in dieser Phase nichts. Sie können monatelang ohne Nahrungsaufnahme auskommen.

Jetzt können wir alle nur hoffen, dass Vera in den nächsten Wochen nicht gestört wird und ihre Zwillinge ganz normal großziehen kann. Denn eine „Flocke 2“ – im Sinn von Handaufzucht – will niemand.

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