"Nürnberger Schnauzen": aus und vorbei

Die Zeit rast nur so dahin. Die 24 neuen Folgen der ZDF-Doku-Soap „Nürnberger Schnauzen“ sind auch schon wieder abgelaufen. Ich habe tatsächlich alle angeschaut – wie im vergangenen Jahr, sogar im Urlaub. Man will ja nichts versäumen, und manche Anregung habe ich durch die Serie schon bekommen.

Wenn mich die Doku-Soap manchmal aufgrund mangelnder Aktualität auch ein wenig enttäuscht hat – an den tierischen Fernsehstars hatte ich jedenfalls meine Freude. Und nicht nur an ihnen: Den Interviews mit manchen Tierpflegern habe ich regelrecht entgegengefiebert. Bruno Regler zum Beispiel – ich liebe es, wenn er dem Rest der Republik breitestes Nürnbergerisch näherzubringen versucht. Außerdem begeistern mich seine kreativen Sprachschöpfungen für einige seiner tierischen Schützlinge immer wieder. Der „Herrgottschnitzer von Oberammergau“ etwa (damit meint er Takin „Klecks“, oder, O-Ton Regler: „Gleggs“) und der „einäugiche Bandit“ (für den Chef der Steinböcke, der einst ein Auge durch eine Verletzung verloren hat).

Und erst Horst Maußner! Wie der Mann sich für seinen Beruf begeistern kann! Wie er in seiner unnachahmlichen Art, vor Lachen glucksend, beispielsweise erklärt, dass er sich für die Schneeleoparden ein Beschäftigungsprogramm mit angepieksten Straußeneiern ausgedacht hat – das muss man gesehen bzw. gehört haben! Andere versuchen dagegen, mit Rücksicht auf die des Fränkischen nicht mächtigen Zuschauer ihren Dialekt abzulegen. Sehr freundlich zwar, aber ich find´s eigentlich schade. Einen durch die hiesige Mundart entstandenen Aussprachefehler des Off-Sprechers, der sich durch die ganze Serie zog, fand ich richtig nett: Die ZDF-Redakteure hatten immer von der Tiergarten-Außenstelle „Middlbüch“ reden hören und das Wort „Mittelbüg“ wohl nie geschrieben gesehen. So las der Sprecher jeweils „Mittelbüch“ vor. Oder war das ein Zugeständnis des Senders an den „allerschönsten Dialekt“? 

Die Serie hat auch gezeigt, dass der Nürnberger Tiergarten längst nicht mehr nur heimische Tierpfleger beschäftigt, sondern dass viele neue aus anderen Zoos dazugestoßen sind. Das kommt der Qualität der Arbeit durch die unterschiedliche Erfahrung, die sie mitbringen, mit Sicherheit zugute. – Insgesamt wurde der Tiergarten im allerbesten Licht präsentiert. Das kann für die Besucher-Entwicklung nur gut sein.

1 Kommentar in “"Nürnberger Schnauzen": aus und vorbei

  1. Um Gottes willen. Ich finde den Dialekt der Nürnberger Tierpfleger grauenhaft. Glaube nicht, dass den die anderen Zuschauer überhaupt verstehn.

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