Biber? Geil! Oder: Bibergeil?

Der Biber erobert unsere heimischen Flussufer zurück, unter anderem in Fürth. Weil er sich mit seinen Baumfällungen fleißig als Landschaftsgestalter betätigt, ist man nicht überall hoch erfreut über sein neuerliches Auftreten.

In Fürth aber, so war kürzlich in einer Tageszeitung zu lesen, sei der Biber auf jeden Fall „willkommen“. Nicht unbedingt nur als Dammbauer in der Pegnitz  – nein, möglicherweise auch als exotische Delikatesse. Das ist typisch Fürth: Krise hin, Krise her, die Gaststätten sind proppenvoll, und der Fürther ist Koch-Experimenten gegenüber äußerst aufgeschlossen. Er hofft wohl auch, dass Biberfleisch nicht allzu teuer ist. Übrigens habe ich eine Bekannte, die schon einmal Biber gegessen hat: als eine Art Gulasch zubereitet. Ihr war danach den ganzen restlichen Tag schlecht.

Weniger erfreut über solch ausgefallene kulinarische Vorlieben werden wohl die Naturschützer sein, die froh sind, dass Castor fiber (das ist der lateinische Name für den Biber) nach seiner Fast-Ausrottung vor über 100 Jahren endlich wieder da ist. Der Bund Naturschutz  bietet jetzt sogar Biber-Exkursionen für Schulklassen an. Da können sich Kinder und Jugendliche auf die Spuren des emsigen Nagers begeben.

Persönlich antreffen dürften sie ihn dabei allerdings nicht unbedingt, denn er ist nachtaktiv und scheut die Menschen. Vor allem vor Jugendlichen dürfte er schnell zurückschrecken. Ich stelle mir folgendes Szenario vor: „Mensch, Biber, geil“, schreit da ein Halbwüchsiger, der an einer Biber-Exkursion teilnimmt. Da tauchen die so Angesprochenen doch sofort unter! Denn wegen „Bibergeil“ wäre es der ganzen Art schon einmal fast an den Kragen gegangen. Dieses Duftsekret bildet der Biber nämlich in seinen beiden „Geilsäcken“ (die heißen wirklich so!), und weil man der Flüssigkeit unter anderem eine aphrodisierende Wirkung zuschreibt, hat man Jagd auf die Biber gemacht.

6 Kommentare in “Biber? Geil! Oder: Bibergeil?

  1. Hallo Frau Wolf,
    also ich glaub‘ es nicht: wie kann den jemand einen Biber essen – wir
    sind doch nicht in China !? Spätestens jetzt sollte jeder Vegetarier
    werden, denn auch Schweine sind zu possierlich, um sie zu essen….
    Vielen lieben Dank für Ihre regelmäßigen „tierischen Aufklärungen“.

  2. Ich kann mir ein Bibergulasch hervorragend vorstellen: leicht sauer angemacht mit angebratenen Spätzle.
    Oder – noch besser und raffinierter – mit Trüffeln und Polenta. Dazu ein kräftiger Barolo und zum Nachtisch etwas mit Schokolade.
    Gut, lassen wir das Schwelgen in kulinarischen Genüssen.

    Mir ist es natürlich auch lieber, wenn die Biber am Leben bleiben und wir beim Spaziergang am Fürther Wiesengrund entlang des Flusses hoffen können, dass wir einen von ihnen mal zu Gesicht bekommen.

  3. @Hartmann
    Danke für das Kompliment! Aber ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken – das Foto stammt nicht von mir, sondern von der Deutschen Presse-Agentur und ist auch nicht in Fürth entstanden. Es sieht einfach besser aus, wenn man ein schönes Foto zu seinen Blog-Beiträgen stellen kann, und sie werden dann auch von mehr Leuten gelesen. Wenn möglich, verwende ich authentische Bilder, aber manchmal gibt es da eben einfach keines.

  4. Pingback: Achtung, Wolf! » Blog Archive » Auf den Spuren der Biber in Fürth

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