Nehmen wir uns ein Beispiel an Florida!

An folgendem Beispiel kann man wieder mal sehen, wie Deutschland und die USA unterschiedlich mit ihren Bürgern umspringen. Es geht dabei natürlich um Tiere, und zwar um solche, die Menschen bei sich zu Hause halten, obwohl es keine Haustiere sind, sondern Exoten oder gefährliche Tiere. Keiner weiß, warum sich jemand einbildet, er müsse eine Raubkatze im Garten oder eine Riesenechse in der Badewanne halten. Aber es gibt diese Fälle immer wieder.

In Niedersachsen hat der Besitzer eines Geparden jetzt deutsche Behörder-Gründlichkeit erleben dürfen. Er hatte die Raubkatze großgezogen und seit eineinhalb Jahren in einem großen Gehege in seinem Garten untergebracht, nachts holte er sie immer ins Haus. Das Tier ist gesund, Nachbarn haben sich nie beschwert. Doch der Mann kannte wohl das deutsche Baurecht nicht: Das erlaubt die Haltung eines Raubtiers in einer Wohnsiedlung halt einfach nicht – das niedersächsische Verwaltungsgericht hat das dem Tierhalter nun noch einmal per Urteil bestätigt.

Die Gepardin wurde an einen ebenfalls privaten Züchter in Sachsen-Anhalt abgegeben. Der beteiligt sich nach eigenen Angaben ebenso wie der bisherige Besitzer an einem Arterhaltungszuchtprogramm, denn Geparden zählen zu den bedrohten Arten.

Auch wenn es zu Verstößen gegen Tierschutzgesetze kommt, greifen die Behörden bei uns hart durch. In den meisten Fällen wahrscheinlich zum Wohl der Tiere, aber kaum einmal zum Wohl der Menschen.  Wie es besser funktionieren könnte, führen uns die USA vor. In Florida hat man zum Beispiel einen „Amnestie-Tag“ für Tierbesitzer eingeführt und jetzt schon zum fünften Mal angeboten: Tierhalter,  die mit ihren exotischen Mitbewohnern nicht mehr zurechtkommen, werden nicht rechtlich verfolgt, sondern können ihre Tiere einfach im Zoo von Miami abgeben. Tun sie das, droht ihnen keine Strafe. Und die armen Viecher werden nicht einfach irgendwo ausgesetzt, sondern kommen in fachmännische Betreuung.

Ein nachahmenswertes Beispiel, das aber eine gewisse Flexibilität und Lockerheit der Behörden voraussetzt. Aber danach sucht man in Deutschland leider meist vergeblich.