Babyboom im Tiergarten

In Deutschland hat es unsere Familienministerin nicht hinbekommen, für einen Babyboom zu sorgen. Der Nürnberger Tiergarten schafft es auch ohne Familienministerin: Dort gibt es jetzt gleich doppeltes Mutterglück – bei den Schabrackentapiren und den Netzgiraffen.

Die Tapire haben ein paar Jahre gebraucht, bis sich nach Banju wieder Nachwuchs eingestellt hat. Doch nun ist Indah im Tropenhaus stolze Mutter eines Babys, von dem im Moment allerdings noch niemand weiß, ob es ein Männchen oder Weibchen ist. Der oder die Kleine sieht – wie bei Schabrackentapiren immer – fast so aus wie ein Frischling: Mit weißen Streifen im bräunlichen Fell. Dieses Aussehen wird er/sie mit der Zeit ändern und nach und nach seiner/ihrer Mutter ähneln: grau, mit einer helleren Schabracke um den Körper. Das Baby ist gesund und munter und kam ganz unspektakulär über Nacht zur Welt, so dass es die Pfleger am vergangenen Freitag früh entdeckten.

Netzgiraffe Lilly ist schon eine erfahrene Mutter. Ihre jüngste, ebenfalls am letzten Freitag geborene Tochter, heißt Lubaya. Die hat sich bei der Geburt etwas Zeit gelassen, streckte erst ihre Vorderfüße aus dem Mutterleib und blieb eine Zeitlang in dieser Position, bis sie es sich dann plötzlich doch anders überlegte und auf den Boden flutschte. Lubaya ist bereits Giraffe Nummer 25 im Tiergarten und spaziert inzwischen mit ihren Artgenossen durchs Freigehege. Ihr Vater heißt Charly und hat am Schmausenbuck schon ein paarmal für Nachwuchs gesorgt. Traurig ist allerdings, dass er sein jüngstes Baby selbst nicht mehr erleben durfte: Charly musste im Januar eingeschläfert werden. Die Zooleitung hatte sich entschlossen,  ihn von den unerträglichen Schmerzen zu erlösen, die ihm seine chronisch entzündeten Gelenke bereiteten.