Findige Frosch-Forscher

Das ist doch mal eine positive Meldung: Deutsche Forscher haben auf Madagaskar 130 neue Froscharten – vielleicht sogar 200 – entdeckt. Bisher ging man davon aus, dass auf der Insel im Indischen Ozean knapp 250 verschiedene Froscharten leben. Diese Zahl erhöht sich nun beträchtlich durch die gründliche Arbeit einer Gruppe Biologen um den Braunschweiger Professor Miguel Vences. Sie haben keine Mühe gescheut, in der Regenzeit unter widrigsten Bedingungen mehr als 2800 Amphibien an 170 verschiedenen Orten auf Madagaskar zu analysieren. Eine derart vollständige Bestandsaufnahme existierte bisher nicht.

Viele Tier- und Pflanzenarten gibt es nur auf dieser Insel, sonst nirgends auf der Welt. Wissenschaftler nennen das ein „endemisches Vorkommen“. Unter den neuen Fröschen sind einige, die wiederum nur in einzelnen, winzigen Waldstücken leben. So zum Beispiel diese Neuentdeckung, die zur Gattung Platypelis gehört und auf Madagaskar höchstwahrscheinlich nur auf einer Fläche von lediglich 100 mal 100 Metern existiert. Dieser Frosch ist schwarzweiß und zweieinhalb Zentimeter groß.

Die große Freude der deutschen Entdecker wird allerdings gleich wieder geschmälert durch die Sorge um die unsichere Lage auf der Insel: Nach den Fortschritten, die es in letzter Zeit in ökologischer Hinsicht auf Madagaskar gab, sind nun wieder viele Lebensräume der Tiere bedroht: durch unerbittliches Abholzen von Wäldern.