Hat Wilbär die Reise verschlafen?

Wilbär ist jetzt in Schweden angekommen – kürzlich habe ich seine bevorstehende Abreise aus der Stuttgarter Wilhelma hier ja schon angekündigt.

Aber die Meldung, die jetzt in deutschen Redaktionen über die Agenturen lief, kann so nicht stimmen: Wilbär sei betäubt auf die Reise in seine neue Heimat Orsa gegangen, wurde berichtet. Also, wenn die Verantwortlichen in Stuttgart das tatsächlich gemacht haben, hätten sie gegen eindeutige Vorschriften verstoßen. Große Raubtiere wie Eisbären müssen bei jedem Transport wach sein. Sie würden sich sonst zu leicht verletzen, wenn sie im Transportauto z. B. bei Bremsmanövern oder Kurven mit ihrem Körper nicht reagieren können. Außerdem wäre jede längere Betäubung für Herz und Kreislauf eine viel zu starke Belastung.  

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wilbär tatsächlich betäubt war. Die Kollegen in den Agenturen haben das Procedere wohl verkürzt wiedergegeben – oder die Meldung wurde später gekürzt. Es dürfte so gewesen sein, dass Wilbär betäubt – oder, noch wahrscheinlicher – etwas sediert wurde, um ihn von seiner Mutter zu trennen oder ihn in die Transportkiste hineinzubugsieren. Doch dann muss er erst wieder richtig wach sein, bevor er die Reise antreten kann. Solche Dinge werden streng von Pflegern und Tierärzten kontrolliert.

Wie dem auch sei – hoffentlich lebt Wilbär sich in Schweden gut ein und findet dort die passende Partnerin. Noch ist es zwar zu früh, um schon an Nachwuchs zu denken. Aber die Zeit vergeht schneller als man denkt. Und zum richtigen Zeitpunkt soll der bärige Star aus Stuttgart schließlich auch in Schweden die besten Voraussetzungen haben.

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