Knut und der Krieg der Zoos

So etwas hat es in der deutschen Zoogeschichte noch nicht gegeben: Ab heute streiten sich der Berliner Zoo und der Tierpark Neumünster vor Gericht darum, wieviel für wen vom Millionengewinn abfällt, den Eisbär Knut in Berlin eingespielt hat.

Zum Hintergrund des Zwists: Neumünster pocht auf seinen Anteil, weil von dort Knut-Vater Lars an Berlin ausgeliehen wurde. Laut Vertrag gehöre Knut sogar dem Tierpark Neumünster. Berlin ist da anderer Meinung.

Statt Millionen vom Kuchen abzugeben, hat der Berliner Zoo-Chef großzügig „ein paar Pinguine“ als Gegenleistung vorgeschlagen. Damit hat er den Leiter des Tierparks in Schleswig-Holstein auf die Palme gebracht. Piguine habe man dort selbst. Er will Geld aus den Knut-Einnahmen sehen, um dringend nötige Renovierungen in seiner Anlage durchführen lassen zu können.

Nun wird es spannend, wie das Gericht den Fall behandelt. Ob der Berliner Zoo überhaupt offenlegen muss, was er an Knut verdient hat und noch verdient, bleibt abzuwarten. Außerdem ist der Fall interessant, weil sich andere kleinere Zoos, die fast alle unter chronischem Geldmangel leiden, den Fall als Vorbild für etwaige eigene Klagen nehmen könnten.