Schließt diesen Tierpark!

Sie sind wirklich Tiere mit Seltenheitswert: Nur rund 120 weiße Tiger gibt es in Tierparks auf der ganzen Welt. Jetzt ist es wieder einer weniger: Er wurde erschossen, nachdem er in Neuseeland einen Zoowärter zerfleischt hat: in den „Zion Wildlife Gardens“ in Whangarei.

Das Tier musste den grenzenlosen Leichtsinn – um nicht zu sagen: die Dummheit – von Menschen mit seinem Leben bezahlen. Denn normalerweise werden Raubkatzen weggesperrt, während das Zoopersonal deren Gehege sauber macht. In diesem Fall jedoch wurde das nicht so praktiziert. Nun erwischte es ausgerechnet den Zoomitarbeiter, der erst im Februar dieses Jahres einen Kollegen vor demselben weißen Tiger gerettet hatte.

Das grausige Schauspiel, als einer der beiden in dem Gehege lebenden Königstiger plötzlich den Wärter angriff, ging auch noch vor den Augen von acht entsetzten ausländischen Touristen über die Bühne! In dem Zoo leben insgesamt vier weiße Tiger, vor vier Jahren waren dort die ersten jemals in Neuseeland geborenen Exemplare zur Welt gekommen.

Die Zooleitung sprach von einem „unglaublich traurigen Tag“; man stelle sich nun „in vollem Umfang“ der Untersuchung des Vorfalls durch die Behörden zur Verfügung. Das dürfte wohl weder dem toten Wärter noch dem toten Tiger etwas nützen. Um die Lernfähigkeit scheint es in dem Zoo nicht gerade gut bestellt zu sein, sonst hätte so etwas nicht zweimal in derart kurzer Zeit passieren können. Man kann zwar hoffen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden – ich glaube es allerdings kaum. Deshalb meine ich: Am besten sollte man den Tierpark schließen, bevor weiteres Unglück passiert. Und was meinen Sie?

2 Kommentare in “Schließt diesen Tierpark!

  1. als ich die nachricht heute morgen in der zeitung las, dachte ich genau das, was sie schreiben: das tier musste sterben wegen des leichtsinns und der dummheit von menschen, die sich erdreisten, raubtiere zu halten, ohne auf deren natürliches (revier-)verhalten rücksicht zu nehmen (oder es überhaupt zu kennen?).
    bei allem mitgefühl mit dem wärter – der vermutlich die im zoo geltenden anweisungen befolgte – und seinen angehörigen: das opfer ist in diesem fall das tier, das für die arroganz seiner halter mit seinem leben bezahlen musste. arroganz ist dem management schon deshalb vorzuwerfen, weil es aus dem vorfall im februar offenbar keine konsequenzen gezogen hat und damit letztlich am tod des wärters schuld ist.
    ob die schließung des zoos im hinblick auf die tiere etwas bringt, ist zu bezweifen. sie würden ja sicher nicht in die „freiheit“ entlassen, wo sie als geborene zootiere womöglich gar nicht zurechtkämen, sondern sie kämen nur in einen anderen zoo, und wer weiß, ob man dort sachverständiger mit ihnen umginge. sinnvoller wäre vielleicht eine weltweite festlegung von verbindlichen standards für die haltung von wildtieren in zoos, deren einhaltung natürlich kontrolliert werden müsste. aber das ist wohl illusorisch …

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