Fürther Eichhörnchen sind egoistisch

In Amerika sind sogar die Eichhörnchen patriotisch: Kürzlich lief über die Nachrichten-Ticker eine Meldung über ein solch possierliches Tier, das mehrere US-Flaggen kunstvoll in sein Nest eingebaut hatte. Das geschah im US-Staat Michigan, auf einem Friedhof. Das Tier hatte sich die Fahnen auf  Soldatengräbern zusammengeklaut.

Dazu kann ich nur sagen: So was Besonderes ist das auch wieder nicht. Es liegt einfach daran, dass diese Nager alles zum Bau ihrer Kobel verwenden, was ihnen unter die Pfoten kommt. Und das nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland. Sogar – selbst wenn man es kaum glauben möchte – in Fürth.

Ein Eichhörnchen hat nämlich bei mir auf dem Balkon genistet, so dass ich den Vorgang genau beobachten konnte. Um sich sein Nest richtig schön warm und gemütlich zu machen, ist das Tierchen immer emsig auf der Suche nach geeignetem Baumaterial gewesen. Es fand im Stadtpark allen möglichen Abfall: Servietten oder alte Mullbinden zum Beispiel. Aber damit wollte es sich nicht begnügen. So suchte es auf meinem Balkon weiter. Und wurde fündig: Es zerlegte einen Jutesack, den ich liebevoll um einen Blumentopf gebunden hatte, um die Pflanze vor der Kälte zu schützen. Fein säuberlich hat es den Stoff in Streifen gebissen und die dann nach allen Regeln der Kunst „eingewebt“. Dann hat es auch gleich noch die Schilfwand dahinter heruntergerissen, ohne allerdings etwas davon für Bauzwecke zu verwenden. 

Apropos Eichhörnchen: Ich bezweifle übrigens Meldungen, wonach es bei uns immer weniger rote Eichhörnchen, wie mein ungebetener Gast eins war, geben soll. Zumindest auf den Fürther Stadtpark und den Fürther Friedhof trifft das nicht zu – da kann jeder selbst hingehen und sich vom Gegenteil überzeugen.