Europa hilft auch dem Uralkauz

Vor lauter Europawahl- und Rock-im-Park-Berichterstattung in den verschiedenen Medien ist in der vergangenen Woche eine Meldung aus dem Tiergarten Nürnberg leider ein wenig untergegangen. Dort gibt es Nachwuchs bei den Uralkäuzen: Drei Küken schlüpften bereits Ende April aus den Eiern; inzwischen  sind sie schon so groß wie ihre Eltern, werden aber noch ungefähr zwei Monate lang von den Altvögeln gefüttert.

Das ist wieder so eine Tierart, bei der sich der eine oder andere denken mag: Na, der Kracher sind diese Vögel ja nicht gerade. Mag sein – aber eben nur auf den ersten Blick. Denn Uralkäuze, die man wegen ihrer Federfärbung auch Habichtskäuze nennt, sind die seltenste Eulenart in Deutschland. Wer die Jungen noch sehen will, die jetzt bereits flügge werden, sollte sich nicht mehr allzu viel Zeit lassen. Die drei Vögel werden nämlich noch heuer im Nationalpark Bayerischer Wald ausgewildert, damit der Bestand im Freiland sich weiter vergrößert.

Der Bayerische Wald war bis ins 19. Jahrhundert Heimat dieser Eulenart – das westlichste Gebiet, in dem sie lebte. Man weiß, dass auf der tschechischen Seite im Jahr 1926 der letzte Uralkauz abgeschossen wurde. Das erste Wiederansiedlungsprojekt begann 1975, und der Nürnberger Tiergarten hat dazu schon mit zehn Jungvögeln beitragen können. Er ist einer der Zoos, in dem die nicht ganz einfache Nachzucht schon sehr früh, nämlich 1965, gelang.

Inzwischen – und da wären wir wieder beim Thema Europa wie zu Beginn – beteiligen sich auch andere europäische Nachbarn an dem Artenschutzprojekt: Österreich und die Tschechische Republik.