Weißkopfseeadler mit schwarzem Kopf

Schade, dass sie dem Publikum nicht ein wenig attraktiver präsentiert werden: Die Weißkopfseeadler  (das Wappentier der USA) im Nürnberger Tiergarten haben Nachwuchs, aber viele Besucher kriegen das gar nicht richtig mit, weil sie an den eher unauffälligen Zuchtvolieren achtlos vorbeilaufen. Eine große Voliere, in der die Adler auch richtig fliegen könnten, würde sicher mehr Menschen anlocken. Die Zuchtvolieren sind zwar von der Tierhaltung her o.k. Ihre Größe reicht aus, dass die Adler starten und landen können, und das wiederum genügt für die Ausbildung und Erhaltung ihrer Flugmuskulatur. Aber fürs Auge wäre eine Großvoliere natürlich etwas ganz anderes.

Doch Attraktivität hin oder her: Dem Seeadler-Nachwuchs, der am 7. April geschlüpft ist, geht es gut. Es ist bereits der 39. Jungvogel bei den Weißkopfseeadlern seit dem Jahr 1982. Noch weiß man allerdings nicht, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt. Die Pfleger können die Voliere während der Aufzucht nicht betreten, weil die Elternvögel da äußerst aggressiv reagieren. Wahrscheinlich wird das Geschlecht erst im Herbst bekannt: Da gibt der Tiergarten das Tier nämlich an einen anderen Zoo ab, und da wird es vorher gründlich untersucht.

Interessant ist, dass der Jungvogel nach drei Monaten zwar schon die Größe eines erwachsenen Weißkopfseeadlers erreicht hat, aber erst im Alter von fünf bis sieben Jahren mit der Geschlechtsreife auch den weißen Kopf bekommt, den sein Name verheißt. Zurzeit ist der Seeadler-Nachwuchs also noch von Kopf bis Fuß dunkel gefärbt.